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Agnes war die Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. Přemysl und seiner zweiten Frau Konstanze von Ungarn; die heilige Hedwig von Schlesien war ihre Tante.

Im Alter von acht Jahren verlobte ihr Vater sie mit dem damals neunjährigen Sohn des deutschen Kaisers, dem zukünftigen Thronerben und späteren Kaiser Heinrich VII. Heinrich heiratete dann aber Margarethe von Babenberg.

Als der deutsche Kaiser Friedrich II. um ihre Hand anhielt, lehnte die inzwischen erwachsene Agnes seine Werbung selbständig ab, weil sie das Ordensleben anstrebte. 

1232 gründete sie in Prag ein Armenspital, das von Franziskanern versorgt wurde. Neben diesem Männerkloster errichtete sie auch ein Klarissenkloster für adelige Frauen. 1234 legte sie ihre Krone ab und trat selbst in ihr Kloster ein, was im europäischen Adel einiges Aufsehen erregte.

Ein Jahr später wurde sie von Papst Gregor IX. zur Äbtissin ernannt.

Agnes wollte einen eigenen Orden mit einer von ihr entworfenen Regel strengster Armut gründen; der Papst aber sah das kritisch und veranlaßte sie zu Kompromissen. Sie trat als Äbtissin zurück und lebte nur noch als ältere Schwester in ihrem Kloster.

Den Plan, einen eigenen Orden auf der Grundlage der ursprünglichen Lehren des hl. Franziskus zu schaffen, gab sie aber nicht auf; nach dem Tod von Papst Gregor IX. konnte sie die Kreuzritter vom roten Stern gründen.

Um ihr klösterliches Zentrum herum bildeten sich weitere Gemeinschaften, Pflegestellen, Waisenhäuser und Heimatlosenasyle.

Die Legenden erzählen von ihrem Leben voller Entsagung und selbstlosem Einsatz für die Armen. Die Prager Bürger haben nach ihrem Tod in einer tagelangen Prozession Abschied genommen und unsere heilige Frau beweint.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Agnes_von_Boehmen.htm

Kommentare

Ein Kommentar

  1. Durch die Predigt von Abt Maximilian Heim OCist aus Heiligenkreuz im heutigen Fernsehgottesdienst neugierig geworden, habe ich ein wenig recherchiert.

    Auf der Website von „Kirche in Not“ findet man einen Beitrag über die heilige Agnes von Böhmen, der u.a. folgenden Satz enthält:
    „Im tschechischen Volk war man immer überzeugt, dass nach einer erfolgten Heiligsprechung glückliche Tage für Böhmen anbrechen würden. Und so kam es!“

    Die Heiligsprechung der Agnes von Böhmen fand am 12. November 1989 durch Papst Johannes Paul II. in Rom statt, nachdem die sie, wie eigentlich gewünscht, in Prag nicht genehmigt wurde. Fünf Tage später begann die „Samtene Revolution“ in Prag.

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