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30 Jahre „Erscheinungen“: Medjugorje unter der Lupe

Dominus-Verlag präsentiert zwei kritische Neuerscheinungen zu dem umstrittenen Phänomen

Pressemeldung des Christoferuswerks vom 19. Juni 2011

Am 16. Juni 2011 veranstaltete der von Dr. Peter C. Düren geleitete Dominus-Verlag eine von theologischen Fachleuten geprägte Buchpräsentation in Augsburg: es ging um Medjugorje – und damit um ein heißes Eisen, das seit Beginn der „Erscheinungen“ vor 30 Jahren in der katholischen Christenheit und darüber hinaus kontrovers diskutiert wird, zumal diese angeblichen „Privatoffenbarungen“ kirchlich nicht anerkannt sind.

Diese Veranstaltung wurde neben Presse und K-TV von katholischen Geistlichen und interessierten Christen aus Nah und Fern besucht. Der für Medjugorje zuständige Bischof Ratko Peric übermittelte seine Anerkennung für die beiden Bücher und für diese Tagung.

Medjugorje, eine weltbekannte, von Millionen Gläubigen besuchte Stätte angeblicher Marienerscheinungen in Bosnien-Herzegowina, ist Thema zweier kritischer Neuerscheinungen des Dominus-Verlags:

„Eine Reise nach Medjugorje“:
In diesem inhaltsreichen Buch berichtet der 50-jährige, niederländische Pfarrer Rudo Franken von seinen eigenen Eindrücken und Einschätzungen, ergänzt durch Infos und Argumente des belgischen Autors Mark Waterinckx sowie theologisch fundierte Ausführungen des bekannten Mariologen Prof. Dr. Manfred Hauke, dem Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“.

„Medjugorje verstehen“:
Dieses 540 Seiten starke Werk des britischen Schriftstellers Donal A. Foley geht der Frage nach, ob es sich bei diesen inzwischen weit über 40.000 Erscheinungen um „himmlische Visionen oder fromme Illusionen“ handelt; der Autor gelangt nach sorgfältigen Studien und profunden Analysen zu einem ernüchternden Ergebnis.

Das Podium der Augsburger Buchpräsentation war mit den vier Autoren und Co-Autoren besetzt, außerdem mit Volker J. Jordan, dem Übersetzer des Foley-Buches; Donal A. Foley selbst reiste aus England eigens nach Augsburg, um seine Bewertung des Medjugorje-Phänomens in einem Kurz-Vortrag zu erläutern.

Ergänzend zu den Statements der Verfasser wurde ein Dokumentationsfilm vorgeführt, der ein vielsagendes Streiflicht auf die Ereignisse von Medjugorje wirft:

Bereits am 14.1.1985, dreieinhalb Jahre nach Beginn der „Visionen“, wollte es der kanadische Professor für Parapsychologie,  Louis Belanger, genau wissen. Ausgehend von der Behauptung der „Seher“, daß sie sich während der jeweiligen Marienerscheinung völlig in Ekstase befinden, filmte er live ein derartiges Ereignis mit vier anwesenden „Sehern“:

Als ein Assistent während dieses Vorgangs seinen Finger in Augen-Richtung der Visionärin Vicka streckte, wich diese sofort spontan zurück.
Als sie danach wegen ihrer allzu „irdischen“ Reaktion befragt wurde, erklärte sie (übersetzt von Pater Ivica Vego), daß die Madonna das Christkind in ihrer Hand gehalten habe, dabei aber gestrauchelt sei und es beinahe fallen ließ, worauf sie das Christkind habe auffangen wollen.

Abgesehen von der offensichtlichen Lächerlichkeit dieser Rechtfertigung hatte Vicka nicht bedacht, daß sie sich nicht nach vorne bewegt hatte (um „etwas“ aufzufangen), sondern vielmehr rückwärts.

Der erwähnte Franziskanerpater Vego war schon damals  – ähnlich wie einige andere Medjugorje-Geistliche  –  durch seine Ordensleitung suspendiert (von seinen priesterlichen Aufgaben entbunden) und ist mittlerweile überdies Vater von 5 Kindern.

Zurück zu den Autoren und ihren Ansprachen bei der Augsburger Tagung:

Pfarrer Rudo Franken (siehe Foto) erklärte eingangs, daß diese Buchpräsentation etwas Besonderes sei, zumal sie 30 Jahre nach Beginn der „Erscheinungen“ stattfindet, außerdem mehr als zehn Jahre nach der Herausgabe seines ersten Buches „Eine Reise nach Medjugorje“, das nun in einer aktualisierten und stark erweiterten Fassung vorliegt.

Der Geistliche berichtete zudem:
„Anfang 2010 wurde Prof. Dr. Manfred Hauke, ein bekannter Dogmatiker und Mariologe aus Lugano, zum Fall Medjugorje interviewt. Ich wurde darauf hingewiesen und fand das Interview so klar und gut, daß ich ihn bat, es in die zweite Auflage aufnehmen zu dürfen. Es ist nicht allein bei diesem Interview geblieben, auch die Reaktionen und die Antworten darauf werden hier nun dokumentiert. Ein langgehegter Wunsch geht damit in Erfüllung, nämlich daß ein Mariologe das pastoral-kritische Buch um einen wissenschaftlichen Beitrag ergänzt. Der gesamte Komplex Medjugorje wird durch die theologische Analyse von Prof. Hauke nun tiefer durchleuchtet.“ 


Außerdem wies der Verfasser darauf hin, daß die göttliche Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist, weshalb „Privatoffenbarungen“ nicht zum Glaubensgut der Kirche gehören, selbst dann nicht, wenn es sich um anerkannte Erscheinungen handelt: „Auch wenn die Kirche die Echtheit eines Erscheinungsortes anerkennt, so verpflichtet sie doch keinen, daran zu glauben.“

Daraus zog Pfarrer Franken die (theo-)logische Schlußfolgerung gemäß kirchlicher Lehre:

„Man braucht also keine Privatoffenbarungen, um das ewige Heil zu erlangen. Vielmehr geht es darum, dass man eine solide katechetische Vertiefung seines Glaubenswissens erfährt und eine sakramentale Festigung seines Glaubenslebens gewinnt, möglichst in einer lebendigen Glaubens- und Pfarrei-Gemeinschaft, die man in unserer Zeit so oft vermisst und die man in Medjugorje wohl emotional erfahren hat. Möge es gelingen, hier bei uns lebendige Gemeinschaften im Glauben zu formen, die aus der Fülle des Katholischen schöpfen.“

Über das zweite Sachbuch „Medjugorje verstehen“, das Anfang August erscheinen wird, äußerte sich der englische Autor Foley sowie sein Übersetzer, der 39-jährige Konvertit Volker J. Jordan.
Dieser verwies hinsichtlich Medjugorje auf die fehlende kirchliche Anerkennung und die Ablehnung des zuständigen Bischofs wie auch auf die „offensichtlichen Verwicklungen mit der Charismatischen Bewegung“, die bereits zu Beginn der „Erscheinungen“ erkennbar gewesen seien.

Jordan erinnerte zugleich an die schwärmerische Sekte des Montanismus im 2. Jahrhundert, die bereits in der frühen Christenheit für erhebliche Verwirrung sorgte, aber von der Kirchenleitung klar verurteilt wurde.
Heute müßten wachsame Katholiken vor irrgeistigen Phänomenen ebenfalls auf der Hut sein, was auch für Medjugorje gelte, zumal angesichts der – wie er sagte – „offenkundigen Probleme hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Seher“ und der anhaltenden Ablehnung der zuständigen Ortbischöfe (zuerst Zanic, danach Peric).

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster

Ergänzende frühere Meldung zu Medjugorje:
http://www.pressinfocom.com/1/Kardinal-Schoenborn-entschuldigt-sich-bei_511283.html

Das bereits erschienene Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ vom Dominus-Verlag umfaßt 320 Seiten, es kostet nur 19,80 € und kann portofrei beim KOMM-MIT-Verlag in Münster bestellt werden. –  Kontakt: 0251-616768  /  Fax: 0251-614020

Mail: felizitas.kueble@web.de

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