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Aberglaube um "Freitag, den 13." – und der ZDF-Unfug hierzu

Es ist zweifellos lobenswert, wenn in ZDF-„heute“ (online) dem Unsinn über die angebliche „Unglückszahl“ (Freitag, der 13.) zu Leibe gerückt wird  – doch die Redaktion sollte das Thema dabei nicht mit neuem Quatsch füllen.

In dem Artikel wird korrekt eingeräumt:
„Daß Menschen Angst vor der Kombination aus Tag und Zahl haben, ist allerdings ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Erst in den 1950er Jahren soll die negative Kombination aufgetaucht sein.“
Sodann wird neutral informiert:
„Pro Jahr gibt es mindestens ein und höchstens drei Mal einen Freitag, den 13. In diesem Jahr haben die Monate Januar, April und Juli einen solchen „Unglückstag“. Dies ist in allen Schaltjahren der Fall, die an einem Sonntag beginnen. Ebenfalls drei dieser besonderen Freitage gibt es, wenn ein „normales“ Jahr an einem Donnerstag beginnt. Dann haben die Monate Februar, März und November einen Freitag, den 13. Das war zuletzt 2009 der Fall. Das nächste Jahr mit drei „Unglückstagen“ wird 2015 sein.“
Außerdem wird klargestellt:

„Keine Angst vor Freitag, dem 13. Januar: Nach einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) ist er nicht gefährlicher als jeder andere Freitag. Dies zeige die Auswertung der Unfallstatistik der vergangenen drei Jahre, teilte die TK in Freiburg mit.
„Am Freitag, den 13., registrierten wir deutschlandweit im Schnitt 1430 Unfälle, das sind 6 weniger als an den anderen Freitagen“, sagte TK-Sprecherin Nicole Battenfeld. Ein Grund für die geringere Unfallzahl sei, daß viele Menschen an diesem Datum besonders vorsichtig seien.“
Soweit hat alles seine Richtigkeit.  Allerdings heißt es bereits im Untertitel des Beitrags:  „Unglückskombination“ hat Ursprung in Christentum.“

Dazu wird dann Folgendes näher ausgeführt:
„Ein Ursprung für die Furcht vor Freitag dem 13. liegt wahrscheinlich in der christlichen Religion. Bereits in der Bibel ist der Tag negativ besetzt. So sollen Adam und Eva am Freitag in den verbotenen Apfel gebissen und so die Sünde in die Welt gebracht haben. Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt. Auch die Zahl 13 kommt schlecht weg: Beim letzten Abendmahl saßen 13 Menschen um den Tisch – der 13. war der Verräter Judas.“
In der Bibel (AT Genesis 1) ist weder zu lesen, daß Adam und Eva in einen „verbotenen Apfel“ gebissen haben (es ist vielmehr von der „Frucht des Baumes“ die Rede), erst recht wird kein Freitag als „Tatzeitpunkt“ genannt.  Auch von der kirchlichen Lehrtradition her ist dieser Unfug nicht bekannt.
Auch die Zahlenkombination von Christus und den 12 Apostel ist keineswegs negativ besetzt, im Gegenteil: als Judas wegen seines Selbstmordes ausfiel, wählten die Apostel per Los einen anderen Apostel an seiner Statt.
Die 12 Apostel symbolisieren die 12 Stämme Israels  – und mit Christus als ihrem Haupt ergibt sich ganz problemlos die Zahl 13.
Einerseits gibt das ZDF zu, daß dieser moderne Aberglaube um „Freitag, den 13.“ erst in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts aufkam, andererseits wird das 2000 Jahre alte Christentum als „Ursprung“ bezeichnet.
Den kritisierten Artikel finden Sie hier:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,8448022,00.html
 

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