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Ägypten: Es wird eng für Christen und gemäßigte Muslime

Nach ihrem Wahlsieg wollen die ägyptischen Muslimbrüder zusammen mit dem Militärrat die neue Verfassung durchpeitschen, die weitgehend von islamischen Vorgaben bestimmt sein wird, also dem Religionsgesetz der Scharia entspricht.
Gemäßigte Muslime, Agnostiker und Christen machen sich auf härtere Zeiten gefaßt.
Die strikt-islamische Muslimbruderschaft, die vom Mubarak-Regime kleingehalten wurde, hat fast die Hälfte der Parlamentssitze erreicht. Mit den noch radikaleren Salafisten werden die Muslimbrüder wohl die für Verfassungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit erhalten.
Die Muslimbrüder lavieren, um ihre islamischen Ziele durchzusetzen, ohne zugleich die alleinige politische Verantwortung übernehmen zu müssen. Denn Ägypten steckt tief in der Krise; ein Großsteil der jungen Leute ist arbeitslos.
Die im Westen gehegten Hoffnungen auf einen demokratischen Rechtsstaat mit gleichen Rechten für Frauen und für religiöse Minderheiten sind unrealistisch. Vor dem Jahrestag der Revolution am 25. Januar 2012 herrscht bei liberalen Kräften, gemäßigten Muslimen und christlichen Kopten Ernüchterung. Aktivistengruppen wollen an diesem Tag zu einer neuen Revolution aufrufen.
Der Präsidentschaftsanwärter und ehemalige Chef der Internationalen Atomenergie-Agentur, Mohammed al-Baradei, hat am Wochenende seine Kandidatur zurückgezogen. Er wolle in einer Schein-Demokratie nicht kandidieren, begründete er den Schritt. Seit dem Sturz Mubaraks habe sich am Regime selber nichts geändert, auch die Korruption sei nicht eingedämmt worden.
In der FAZ wird auf die Unterschiede zwischen gemäßigt-muslimischen Stadtbewohnern verwiesen, die mit ihrem Ausharren auf dem Tahrir-Platz die Medien der Welt wochenlang faszinierten.  Doch bei den Wahlen erhielten die Tahrir-Leute weniger als drei Prozent der Stimmen. Die Arbeiterbewegung schaffte es, den staatlich gelenkten Gewerkschaftsdachverband aufzulösen.
Den erfolgreichen Auftritt der von Saudi-Arabien inspirierten und gestützten Salafisten auf dem radikalen Flügel der Muslimbruderschaft findet man auch in Ägypten unheimlich. Die Islamisten haben in den Parlamentswahlen insgesamt ca. 70 Prozent der Stimmen erhalten, darunter die rabiaten Salafisten mehr als alle liberalen Kräfte zusammen.
Quelle: evangelikale Schweizer Webseite www.jesus.ch

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