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Analyse der Familienpolitik: „Wege zum dritten Kind“ im internationalen Vergleich

Pressemeldung des Verbands kinderreicher Familien:

Die im Dezember 2023 von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) veröffentliche Analyse „Wege zum dritten Kind – Ein internationaler Vergleich familienpolitischer Maßnahmen“ unterstreicht eindrucksvoll die gesellschaftliche Relevanz des Familienmodells der „Mehrkindfamilie“ bzw. der „kinderreichen Familie“.

Seit viel zu langer Zeit ist dieses Thema ein „blinder Fleck“ (vgl. Bertelsmannstudie 2022, S. 92), den sowohl politisch als auch gesellschaftlich zu behandeln vermieden wird.

Spätestens seit den jüngsten Zahlen zum Fachkräftemangel täte man gut daran, die Stiefmütterlichkeit beim Diskurs um den Lebensentwurf „Großfamilie“ abzulegen und sich dem Thema mit aller statistischen Nüchternheit gesprächsoffen zu nähern.

Die Zahlen, auch monatlich veröffentlicht durch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB), sprechen ihre eigene Sprache. Prof. Dr. Martin Bujard, Vize-Direktor des BIBs und Leiter des dortigen Forschungsbereichs Familie und Fertilität, fasst es folgendermaßen zusammen:

„Der Geburtenrückgang in Deutschland ist weitgehend – zu mehr als 2/3 – auf den Rückgang kinderreicher Familien zurückzuführen. Um von Geburtenraten um 1,4 Kinder pro Frau auf solche nahe der Ausgleichsrate zu kommen, müssten sich mehr Paare für ein drittes Kind entscheiden.“

Zwei-Kind-Norm kritisch hinterfragen

Die Autorinnen des Textes untermauern die Bedeutung von großen Familien für Resilienz und Fortbestand der Gesellschaft. Klar wird festgehalten und im europäischen Vergleich die Notwendigkeit erkannt, die bisherige – wie es im Text heißt – „Zwei-Kind-Norm“ kritisch zu hinterfragen und sich für eine Mehrkind-Familienpolitik einzusetzen. 

Die Analyse zeigt zudem deutlich auf, was den kinderreichen Familien in ihrem Alltag an Herausforderungen begegnet bzw. welche Tatbestände Paare davon abhalten, ihren Wunsch nach mehreren Kindern zu erfüllen:

  1. ein Mangel an politischem Willen, die kinderreichen Familien finanziell, v.a. auch steuerlich zu entlasten,
  2. ein Mangel an Wertschätzung für die in diesen Familien erbrachte Erziehungsleistung
  3. ein Mangel an qualitätsgesicherter Betreuungsinfrastruktur, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschwert.

Es ist daher dringend, kinderreiche Familien aktiv als ein zukunftsorientiertes Familienkonzept vorzustellen und die vielfältigen Umsetzungsvarianten dieses Familienmodells wesentlich stärker als bisher zu fördern.

 

Kommentare

3 Antworten

  1. Ich kann Eltern sehr gut verstehen, dass sie mit ein, oder zwei Kinder ihr Glück und Zufriedenheit gefunden haben!. Man möchte die Kinder lange begleiten und ihnen ihre Kindheit und Jugend lassen, ohne den Druck, möglichst im Eiltempo Schule und Berufsausbildung durchlaufen zu müssen! Als Vollwaise mit 5 jahren Mutter und 7 Jahren den Vater verloren, im Waisenhaus groß geworden, wünsche ich k e i n e m Kind. denn es ist und bleibt eine Notlösung!!!

  2. Es wird nicht möglich sein, außerhalb der ehelichen Gemeinschaft Mehrkindfreude zu entwickeln.
    Mehrkindfamilien müssen volle Entwicklungsmöglichkeiten für Väter und Mütter gesichert bekommen.
    Mehrkindfamilien benötigen ausreichend Wohnraum, dabei geht es nicht um Luxus. Auch Plattenbauten aus DDR Zeit gibt es 5-Raumwohnungen , gut geeignet für Eltern und vier Kinder.
    Mehrkindfamilien bedürfen materieller Unterstützung: Krippen, Kindergärten, Schulen, Lehre kostenlos, Schullernmittel, Schulessen usw. kostenfrei.
    Mehrkindfamilien müssen vom sozialen Stigma weg und müssen in ihrer wichtigen gesellschaftlichen Rolle anerkannt werden.
    Es gibt vor allen Dingen in unser aller Köpfen viel zu tun!

  3. M. E. reicht es nicht, nur die kinderreiche Familie fördern zu wollen. Es gibt ja sehr viele potentielle Eltern, die überhaupt auf Kinder verzichten oder Eltern, die sich bewusst auf ein KInd beschränken. Schon die Tendenz, Geburten immer weiter ins höhere Alter aufzuschieben, fördert den Geburtenrückgang.

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