Anne König (siehe Foto) hat ihren Vorsitz in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am 27. März nach nur neun Monaten niedergelegt. Als Grund nannte sie eine zunehmende Politisierung auf den oberen Führungsebenen.
„Die kfd ist eben eine spezifische Gemeinschaft katholischer Frauen und kein beliebiger politischer Verband“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete in einem Interview mit der „Tagespost“.
Mit 265.000 Mitgliedern in 20 Diözesanverbänden ist die kfd der größte katholische Frauenverband Deutschlands.
Die Parlamentarierin schildert eine wachsende Kluft zwischen der Basis und den übergeordneten Verbandsebenen. „Zugleich habe ich auf den übergeordneten Ebenen eine zunehmende Verschiebung wahrgenommen: hin zu stärkerer politisch-programmatischer Positionierung“, sagte sie. Das sei für sich genommen legitim. 
Problematisch werde es jedoch, wenn sich diese Schwerpunktsetzung von der Lebenswirklichkeit der Mitglieder entkopple.
Für König liegt die eigentliche Stärke der kfd in dem, „was vor Ort geschieht: aus gelebter Glaubenspraxis, aus persönlicher Bindung, aus einer Form von Gemeinschaft, die trägt“.
Aus den Ortsverbänden berichtet sie von großer Zustimmung: „Viele Frauen haben mir geschrieben oder das Gespräch gesucht und deutlich gemacht, dass sie sich in meiner Beschreibung wiederfinden.“
Quelle und vollständiger Beitrag von Alexander Folz hier: https://de.catholicnewsagency.com/news/23859/chefin-der-katholischen-frauengemeinschaft-deutschlands-tritt-wegen-politisierung-zuruck
Gemälde: Evita Gründler – Titelbild: Anja Tiwisina






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11 Kommentare
Sehr eindrucksvoll formuliert ist die Begründung für den Austritt, sie zeigt das Dilemma der grossen Kirchen auf, sowohl der evangelischen als auch der katholischen, die Politisierung überlagertdas Evangelium.
Zur Politisierung der Kirche darf ich an dieser Stelle hereinkopieren, was Frau Küble als Antwort auf meine Frage nach Artikeln über Romano Guardini heute Nachmittag mit Link einstellte, und zwar ist dies ein Teil der Rede Benedikt XVI. -der Guardini hoch schätzte- der letzten Rede Benedikts zu den Kardinälen- vom 28.02.13. Also hat DIES Benedikt XVI. schon vor 13 Jahren und länger erkannt:
“ In der Tat wird die Kirche heute weithin nur noch als eine Art von politischem Apparat betrachtet. Man spricht über sie praktisch fast ausschließlich mit politischen Kategorien, und dies gilt hin bis zu Bischöfen, die ihre Vorstellung über die Kirche von morgen weitgehend ausschließlich politisch formulieren.“
Damit hat Benedikt XVI. seine große Sorge um die Kirche zum Ausdruck gebracht: Stirbt sie in den Seelen?
Zugleich kritisiert er Tendenzen „bis hin zu Bischöfen“, die Kirche als „eine Art von politischem Apparat“ zu betrachten. Wenn diese oberflächliche Mentalität, die Kirche nicht als Werk des HERRN zu sehen, sondern eher als weltliche Einrichtung mit religiösem Anstrich, nicht überwunden wird, dann erstirbt die Kirche tatsächlich immer mehr in den Seelen.
Ich bin schon in den Anfang der 2000er Jahren aus der KFD ausgetreten.
Ich konnte auch nicht mit der oberen Führung konform gehen, die sich oft positiv zu Donum Vita geäußert hat. Die kfd hatte keine Probleme damit, dass die Beratungsräume von Pfarrern gesegnet wurden, obwohl es den Pfarrern untersagt wurde.
Bis heute können Frauen bei „Donum vitae“ den sogenannten Beratungsschein bekommen, um straffrei abtreiben zu können.
Und bis heute bereue ich meine Entscheidung nicht. Es ist in der KFD schlimmer geworden.
Frau König hat einen richtigen Schritt gemacht.
Liebe Dorrotee, genau das hat meine Mutter vor weit über 20 Jahren auch getan, mit der gleichen Begründung wie Sie.
Wundert mich, dass Frau König das anscheinend nicht schon vor Amtsantritt erkannt hat. Obwohl, vielleicht meinte sie, diesen Laden mal wieder näher zum Glauben zu bringen. Naja, das gleiche Problem wie die KFD haben ja auch andere „katholische“ Vereinigungen. Zum Beispiel die Jugendorganisationen.
Mutiger Schritt, der Respekt verdient. Ein Beispiel für alle, denen es an Rückrat mangelt.
Danke Frau König 👏⚘️🙏
Frohe & Gesegnete Ostern 🕯
Ja so ist es — als Nächstes wird dann wohl der Austritt aus der cdu fällig, wo die schlimmsten Hetzer sitzen
Es ist das allgemeine Weltgefühl, dass etwas Bedeutendes in Unordnung geraten ist.
Bei mir ist es schon etwas konkreter als ein „allgemeines Weltgefühl“. Ich nehme sehr konkret wahr, dass Trump unentwegt „mit dem Feuer spielt“, er tänzelt unentwegt auf schmalem Grat hin zum 3. Weltkrieg. Er gebraucht Worte, die niemals vor ihm ein amerikanischer Präsident gebraucht hätte – auch nicht in Krisenzeiten wie diesen. Ich muss das einfach mal so sagen: Er ist das größte Weltsicherheitsrisiko, und das seit geraumer Zeit. Wer so mit Worten und so inflationär mit Ultimaten umgeht -wissend, dass sie sehr hoch risikobehaftet sind-, ist der nicht als wahnsinnig zu bezeichnen ???
Bemerkenswert dieser Rücktritt mit seiner Begründung.
Mit Anne König hat offenbar eine unpassende Person den Durchstieg geschafft. Das spricht ausdrücklich gegen den Rest der Führung.
Das wundert mich nicht…
Ist aber dennoch bedauerlich.