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Armutsfalle bei kinderreichen Familien betrifft nun sogar den Mittelstand

In allen Familienhaushalten steigt die Armutsbetroffenheit mit der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder – und sie sind häufiger betroffen als vergleichbare Haushalte ohne Kinder.

„Die steigenden Kosten in fast allen Bereichen sind ein großer Alptraum für Mehrkindfamilien“, erklärt Dr. Elisabeth Müller, Bundesvorsitzende des Verbands kinderreicher Familien Deutschland e.V.

Die Inflation und geopolitischen Auswirkungen beeinflussen nicht mehr nur Familien mit niedrigem Haushaltseinkommen, sondern auch zunehmend mittelständische Mehrkindfamilien.

„Familien, die bisher keine (ergänzenden) Sozialleistungen erhielten und damit vom Bildungs- und Teilhabepaket ausgeschlossen sind, werden nun in ihrer Existenz bedroht“, beobachtet Dr. Müller mit Sorge.

Familien, deren Einkommen die Berechnungsgrenzen für ergänzende Sozialleistungen übersteigt, haben oft nur wenig mehr, zahlen aber alles selbst (ÖPNV, Gemeinschaftsessen, Klassenfahrten usw.).

Eltern schauen von Woche zu Woche; blicken von Monatsanfang zur Monatsende, wie sie über die Runden kommen. „Es geht mittlerweile ans Eingemachte“, sagt Müller, „insbesondere durch gestiegene Lebensmittel- und Hygieneproduktpreise, extrem hohe Kraftstoffpreise und zu erwartende Energienachzahlungen im drei- bis vierstelligen Bereich.

Dazu kommen massive Preiserhöhungen bei Schulessen sowie Ausgaben für durch Corona nachgeholte Klassenfahrten und verschobene Wandertage, die die Familien in besonders herausfordernde Lebenssituationen katapultieren. Deshalb müssen kinderreiche Familien in existenziellen Notlagen zeitnah und merklich entlastet werden“, fordert die Bundesvorsitzende.

Fünf Handlungsempfehlungen zur kurzfristigen Entlastung von Mehrkindfamilien:

  • Ein erster Schritt, der besonders jenen helfen würde, die viele Lebensmittel kaufen müssen, wäre eine zeitlich begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel von sieben auf zwei Prozent.
  • Der Energiegeldbonus sollte 2023 wiederholt werden und evtl. auch eine Erhöhung ins Spiel gebracht werden.
  • Wir regen eine bundesweite Weiterführung des 9-Euro-Tickets für alle schulpflichtigen Kinder an, denn die Ausgaben für ÖPNV können die Geldbeutel von Familien monatlich überproportional belasten. Gleichzeitig würde die nächste Generation für ökologisch nachhaltige Mobilitätswege sensibilisiert, Kraftstoff gespart und das Zeitbudget der Eltern aufgrund wegfallender Fahrtwege („Eltern-Taxi“) entlastet.
  • Bei hohen Energienachzahlungen muss es möglich sein, Anträge entweder bei der Bundesstiftung Familie in Not bzw. deren Landesstiftungen oder über das Sozialamt pragmatisch und nicht nur als Einzelfallentscheidungen einzureichen.
  • Mittels geförderter Familienbildungsfahrten und Austauschmöglichkeiten (z. B. auf Familienkongressen) sowie einer bundesweit einheitlichen Mehrkindfamilienkarte, wie sie unser Verband bereits in Thüringen etabliert hat, werden kinderreichen Familien gleiche Chancen und Zugänge zum Bildungs-, Kultur- und Freizeitsektor gewährt.

„Familien brauchen Zuspruch und Gewissheit. Es muss Aufgabe der Politik sein, Zukunftsängsten zu begegnen und das „Fundament“ Familie in Krisenzeiten zu schützen und zu stützen“, verlangt Frau Dr. Müller.

Quelle: https://www.kinderreichefamilien.de/pressemitteilungen/articles/pm-mehrkindfamilien-mit-mittlerem-einkommen-zunehmend-in-existenznot.html

Kommentare

4 Antworten

  1. Nach Zählung der UN werden ab November acht (!) Milliarden Menschen unseren Planeten bewohnen – mit weiter steigender Tendenz.
    Wohin soll das führen wenn wir auch hierzulande „Kinderreichtum“ fördern?
    Wozu hat Gott dem Menschen Verstand gegeben, wenn er ihn nicht gebraucht?

    1. Guten Tag,
      wer seinen Verstand gebraucht, der weiß auch, daß es in EUROPA (oder leben wir in Indien?) nicht zuviel, sondern eindeutig zuwenig Kinder gibt – allein schon für die Renten ein Riesenproblem, ebenso für den Fachkräftemangel usw.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Zu schade, dass Indien auf dem selben Planeten liegt wie Europa. Und schade, dass der Homo sapiens sapiens fürs Überleben zu dumm ist. Wetten?
        Dabei hatte es doch so schön und vielversprechend angefangen ….

        1. Guten Tag,
          es geht nicht darum, ob Indien auf demselben Planeten liegt, sondern darum, daß wir hier in Europa und vor allem in Deutschland nicht zuviel, sondern zuwenig Nachwuchs haben.
          Schon mal was von der umgekippten Alterspyramide gehört?
          Und auch noch nie etwas von der demographischen Krise?
          Seit gut 30 Jahren ein Dauerbrenner.
          Freundlichen Gruß
          Felizitas Küble

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