Bericht von Friedhelm Schülke
Das Volkshaus erstrahlte in einem gelben Blütenmeer – und die Besucher strahlten auch: Fast 600 Pommern, Freunde der Heimat und ihre Gäste füllten am 11. April 2026 die Mehrzweckhalle im Herzen der kleinen Stadt Anklam. 
Ein langer Reigen fast aller pommerschen Heimatfahnen schmückte die Wände, und über der Bühne prangten das neunfeldrige große Pommern-wappen, sechsmal das mahnende Wort „Frieden“ in Großbuchstaben sowie der berühmte Croy-Teppich und die historische Lubinsche Pommernkarte im Großformat.
Mehr als 50 neue und vor allem jüngere Gäste waren erstmals dabei.
Der Bund der Vertriebenen mit seinem Vorsitzenden Manfred Schukat (siehe Foto unten) hatte wieder ein reich gefülltes Programm vorbereitet.
Den Auftakt machte am Vormittag das 1. Pommersche Blasorchester Wolgast mit schwungvoller Blas- und Marschmusik. Die Morgenandacht hielt der Verfasser zum Thema „Glaube auf Pommersch“ über den Schächer am Kreuz. Dazu gab er Erfahrungen und Episoden aus DDR-Zeiten zum besten.
Heimatlied: „Wenn in stiller Stunde…“
Im feierlichen Totengedenken wurde der seit dem letzten Treffen verstorbenen 23 Landsleute gedacht und an die Große Flucht und den Verlust der Heimat Pommern vor 81 Jahren erinnert. Stehend sangen die Pommern und ihre Gäste alle fünf Strophen ihrer Heimathymne „Wenn in stiller Stunde“. Keine Frage ist für unsere Zeit wichtiger als der Frieden – nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Iran, im Sudan und überall. 
Die Pommersche Landsmannschaft hatte folgendes Grußwort geschickt:
„Unsere Grüße und guten Wünsche gehen am 11. April ganz besonders nach Anklam zum Pommerntreffen. Wir wünschen allen Teilnehmern einige schöne Stunden des Wiedersehens und des Gedenkens an unsere Heimat Pommern. In heimatlicher Verbundenheit – Die Vorsitzenden Margrit Schlegel und Adalbert Raasch.“
Auch Staatssekretär Philipp Amthor (CDU-MdB) versicherte in seiner zünfigen Ansprache, weiter fest an der Seite der Pommern zu stehen.
Kaschubenvölkchen aus Pommerellen
Zum Marsch „Es ist so schön, ein Musikant zu sein“ von Slavko Avsenik trug Vorstandsmitglied Steffen Thomassek einen großen bunten Maienkranz rings um den Saal – mit stehendem Applaus begrüßt. 
Vor ihm schritt ein original uniformierter preußischer Füsilier mit Pickelhaube und gezücktem Degen, ihm folgten ein Kaschube aus Stolp in Volkstracht und der Verfasser in kaschubischer Fischerkleidung. Von der Bühne aus trug er einiges Wissenswerte über das weithin unbekannte Völkchen der Kaschuben vor.
Diese wendische Restbevölkerung von Pommern und Pommerellen hat ihre Sprache und Kultur trotz Assimilierungsdruck im Deutschen Reich und auch nach dem Kriege in Polen treu bewahrt. Heute wird dieses Erbe sogar geschützt.
Pfarrer Bernhard Riedel entbot als Vorsitzender des Konvents evanglischer Gemeinden aus Pommern ein frisches und informatives Grußwort. Es folgte das heimatliche Kulturprogramm.
Lieder und Tänze aus Polen und Pommern
Dazu hatte das befreundete Kinder- und Jugend-Ensemble „Pieśni i Tańce“ (Lieder und Tänze) aus Pyritz unter seiner Leiterin Joanna Suwińska neue Lieder und Tänze einstudiert – zunächst ein polnisches Folklore-Programm, nach der Kaffeepause ein pommersches in echten Pyritzer Weizacker-Trachten. Der ganze Saal zeigte sich von den 40 Kindern und Jugendlichen begeistert.
Als Gastgeschenk überreichte die Betreuerin des Heimatkreise Pyritz, Heidemarie Schaller aus Grimmen, ein Modell der Pyritzer Stadtmauer mitsamt dem Stettiner Tor und allen Türmen. Diese wertvolle Bastelarbeit hatte ein alter, inzwischen verstorbener Pyritzer in wochenlanger Kleinarbeit angefertigt – es wird nun in der Heimat die deutsche Geschichte dokumentieren. 
Danach stimmte der Shanty-Chor Insel Usedom e.V. bekannte Seemannslieder von Heimat und Meer an – diese wurden nicht nur mitgesungen, sondern es bildete sich wieder eine lange Polonaise, die mehrere Runden durch den Saal zog.
Erstmals beim Pommerntreffen kam eine sechsköpfige Kaschubengruppe aus Stolp in ihren typischen Trachten und den bekannten Volksinstrumenten zum Einsatz – mit Brummtopf und Teufelsgeige. Die flotten Rhytmen wurden von einem Brummtopf aus Anklam kräftig unterstützt.
Obwohl die Besucher davon wenig verstanden, schunkelten und klatschten sie tüchtig mit.
Zum Große Finale kamen alle Mitwirkenden noch einmal auf die Bühne und stimmten das polnische Volkslied „Szla dziewieczka do laseczka“ (Ging ein Mädchen in das Wäldchen) an. Wenn auch ohne öffentliche Förderung, so konnten alle Rechnungen dank vieler Spenden bezahlt werden. Auch 3.000 verkaufte kleine und große Flaschen „Bärenfang“ halfen zur Deckung der Unkosten.
Öffentlicher Dank galt den über 30 ehrenamtlichen Helfern für die Dekoration und Essensausgabe, am Einlass und den Verkaufsständen, für das Ein- und Ausräumen und die hervorragende Organisation. So sehen Besucher und Veranstalter dem Pommerntreffen MV 2027 hoffnungsvoll entgegen.
BILDER: Blick in den Saal (Foto: Gunter Hartter) – Eröffnung Manfred Schukat Gunter (Hartter) – Großes Finale (Hartter) – Polnische Folkloregruppe Pyritz (Steffen Thomassek) – Friedhelm Schülke (Brigitte Höppner)






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4 Kommentare
Vorkriegsgeschichte
http://www.vorkriegsgeschichte.de
Wir müssen die Vorkriegsgeschichte zur Kenntnis nehmen und daraus lernen – daran ändern können wir aber nichts, ebenso wenig wie an der Nachkriegsgeschichte. Was wir ändern können, ist das Heute und die Verständigung zwischen den Menschen. Daraus kann und soll Völkerverständigung wachsen – das ist unser Wunsch und Bestreben. Aber nur ein Funke, wie in der Ukraine oder im Iran, und schon sind alle Bemühungen wieder dahin. Man braucht schon viel Gottvertrauen und Geduld, aber auch Verbündete zu solcher Arbeit im Kleinen.
Von allen Hymnen der deutschen Länder ist die Pommernhymne in Text und Melodie (wenn auch gekupfert) für mich die schönste.
Ach wie schön, liebe Frau Küble, dass Sie als einzige darüber berichten. Gott segne dieses Völkchen!