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Vor 23 Jahren, am 2. März 2003, wurde Olga Karach nach einem Sieg bereits im ersten Wahlgang in den Stadtrat von Wizebsk gewählt. Sie wurde damit die einzige Oppositions-Abgeordnete sowie die jüngste Stadträtin dort. 

Bei den Kommunalwahlen 2003 im 15. Industrie-Wahlkreis von Wizebsk zeigte die Bewegung „Unser Haus“, die erst ein halbes Jahr zuvor gegründet worden war, erstmals ihre Stärke.

Niemand nahm Olga zunächst als ernsthafte Konkurrentin wahr, man machte sich über ihren Einsatz lustig – allerdings nur kurz. Olgas Bewegung „Unser Haus“, die innerhalb von sechs Monaten in 23 Städten von Belarus gegründet worden war, um gegen Korruption im kommunalen Bereich vorzugehen, organisierte eine beispiellose Unterschriftensammlung, bei der jede Wohnung drei- bis viermal besucht wurde.

Darüber hinaus wurden weitere praktische Strategien eingesetzt: Alle Wahllokale wurden durch Beobachter in mehreren Schichten abgedeckt, und mobile Wahlurnen – die häufig für Manipulationen außerhalb der Wahlkommission genutzt werden – wurden von geschulten Freiwilligen ohne jede Unterbrechung beobachtet.

Aktivisten hielten sogar nachts Wache, damit kein Fahrzeug zu dem Gebäude der Fachschule gelangen konnte, in dem die versiegelten Urnen für die vorzeitige Stimmabgabe aufbewahrt wurden. Gerade diese Nachtstunden wurden nicht selten für Manipulationen genutzt.

Nach der Stimmenauszählung kam es in einer der Wahlkommissionen zu Auseinandersetzungen zwischen Beobachtern und Kommissionsmitgliedern, die sich weigerten, das endgültige Protokoll öffentlich auszuhängen. Die Kommission war von den Ergebnissen schockiert und telefonierte ständig mit übergeordneten Stellen, um Anweisungen zu erhalten.

Das Wahllokal wurde von Freiwilligen dicht abgesichert, um die mögliche Anlieferung gefälschter Stimmzettel zu verhindern. Dies zeigte Wirkung: Die Behörden gaben nach und bestätigten das Ergebnis: 51 % der Stimmen und ein Sieg im ersten Wahlgang.

Die Popularität von Olga Karach in Wizebsk war so groß, dass bei den folgenden Parlamentswahlen innerhalb von nur einer Woche 24 000 Unterschriften zu ihrer Unterstützung gesammelt wurden, was ebenfalls einen Sieg im ersten Wahlgang bedeutet hätte. 

Bei späteren Wahlen ließ das Regime von Alexander Lukashenko einen solchen „Fehler“ nicht mehr zu: Olga Karach wurde nie wieder als Kandidatin registriert.  

Der Slogan ihrer gesamten Kampagne lautete:Ich werde keine unsichtbare Abgeordnete sein.“

Dieses Versprechen hielt Olga ein: Rechenschaftsberichte fanden regelmäßig jeden Monat statt, und Bürgersprechstunden wurden während der gesamten Mandatszeit wöchentlich durchgeführt.

Bis heute melden sich Menschen aus Belarus bei ihr, die überzeugt sind, für sie gestimmt zu haben – obwohl sie nicht nur in anderen Stadtteilen von Wizebsk, sondern sogar in anderen Städten von Belarus leben.

Bei einer Hausdurchsuchung im Jahr 2008, die vom KGB im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Belsat-TV durchgeführt wurde, war unter den beschlagnahmten Gegenständen auch ihr Abgeordnetenausweis.

Quelle: Pressemitteilung der Bewegung „Unser Haus“ in Litauen

Die belarussische Bürgerrechtlerin und Dissidentin Olga Karach lebt als politisch Verfolgte im litauischen Exil. Näheres über unsere Gastaurin hier: https://christlichesforum.info/buergerrechtlerin-olga-karach-beklagt-die-politische-unterdrueckung-in-belarus/

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