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Besteht ein Zusammenhang von Kita und späterer schulischer (Nicht-)Leistung?

Stellungnahme des Verbands Familienarbeit:

Der IQB-Bildungstrend (1) 2021 zeigt bundesweit deutliche Einbrüche in Deutsch und Mathematik bei Viertklässlern, also im Alter von 10 Jahren. Das lässt zunächst an coronabedingten Schulausfall in den letzten zwei Jahren denken.

Aber diese Entwicklung hat schon in den Jahren vor der Coronakrise begonnen. Als Ursache kommt auch die hohe Zahl der Zuwandererkinder infrage. Aber die Verschlechterung zeigt sich auch bei einheimischen Kindern. Es ist also eine weitere Ursache dafür zu vermuten.

Nun waren die letzten Jahrgänge der Viertklässler vor 10 Jahren im U3-Alter der zunehmenden, durch das Elterngeldgesetz geförderten Krippenbetreuung ausgesetzt.

Aus Hormonuntersuchungen wissen wir, dass der Krippenaufenthalt zu erheblichem Stress für viele Kinder führt, der ihre  soziale Entwicklung beeinträchtigen kann.

Eine große Untersuchung in den USA (NICHD-Studie) kam zum Ergebnis, dass die Risiken für die spätere soziale Entwicklung bis zum 15 Lebensjahr umso größer waren, je früher und je umfangreicher in den ersten drei Lebensjahren eine Betreuung außerhalb der Familie erfolgte (2). Die Bindung zu den Eltern ist offensichtlich entscheidend für die Selbstsicherheit des Kindes.

Das kann auch wesentlich sein für das sich daraus ergebende Neugierverhalten als Grundlage für die Lernbereitschaft. Es wäre demnach durchaus plausibel, dass frühe Fremdbetreuung einen negativen Einfluss auf die spätere schulische Entwicklung haben könnte.

Bisher ist das eine Spekulation, der aber ohne Vorurteile nachgegangen werden sollte. Sicher spielt in den ersten Jahren die Sprachentwicklung eine große Rolle, die aber nicht durch den Kontakt mit anderen Kleinkindern gefördert wird, sondern durch die Beziehung zu Erwachsenen, meist den eigenen Eltern.

Der Verband Familienarbeit e.V. fordert eine saubere wissenschaftliche Abklärung der Beziehung zwischen der Zunahme der Fremdbetreuung im U3-Alter einerseits und der späteren Verschlechterung schulischer Ergebnisse andererseits. Wenn es um unsere Kinder geht, sollten alle ideologischen Scheuklappen abgelegt werden.

Quellen:
(1) IQB-Bildungstrend – erstellt vom „Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen“ der Humboldt-Uni Berlin
(2) Rainer Böhm, „Die dunkle Seite der Kindheit“, Glanzlichter der Wissenschaft 2012, herausgegeben vom Deutschen Hochschulverband

Kommentare

9 Antworten

  1. Als Alleinerzieherin und Alleinverdienerin, das zweite Kind durch Vergewaltigung entstanden, bin ich für ein paar Jahre aus der Kirche ausgetreten, weil Klima und Vorurteile unerträglich wurden.
    Keinerlei Akzeptanz oder gar Hilfe, nichts, und sogar meinen Söhnen wurde von anderen Kindern (!!!) erzählt, dass ein „christliches“ Kind Mutter und Vater hat und die Mutter immer für die Kinder da sein soll.
    Auf das Gymnasium haben sie es auch nicht geschafft, weil ich nur abends mit ihnen lernen konnte.
    Ja, gerne ein intaktes Familienleben mit Vater, aber ich wollte nicht in der Obdachlosigkeit landen und dann von fürsorglichen Christen bemitleidet und versorgt werden. So etwas in der Art ist mir nämlich immer wieder nahegelegt worden. Da ich aber gut verdient habe, mussten das vor allem meine Kinder in der Kirche ausbaden. Erst, seit sie erwachsen sind, habe ich wieder Kontakt zur Kirche aufgenommen. Kommentare wie hier lassen bei mir leider wieder Zweifel aufkommen 🙁

  2. „Wenn es um unsere Kinder geht, sollten alle ideologischen Scheuklappen abgelegt werden.“ „Gut gebrüllt, Löwe“ möchte ich dazu sagen; Eltern bringen ihre Kinder – schon im Säuglingsalter – zur Covid-Impfung, verdonnern sie zum Masken-Tragen, ja fordern sogar die Maskenpflicht in Klassenräumen!
    Daraus werden dann solche, die sich später auf Autobahn-Zubringern oder Gemälden festkleben!

  3. Ich bin sehr für die mütterliche und väterliche Betreuung bis zum Kindergartenalter mit 3 Jahren.
    Leider meinen die Elternpaare, beide arbeiten zu müssen. Sie planen meist schon beide Gehälter mit in die Lebensgestaltung ein. Ein Gehalt reicht heutzutage einfach nicht aus, höre ich von vielen Seiten .

    Es tut mir in der Seele weh, wenn einjährige Kinder schon täglich zur Kita müssen.

    1. Sie haben keine Ahnung von der wirtschaftlichen Realität ohne 2 Gehälter geht es nicht überhaupt wenn man nach kath Morallehre künstliche Empfängnis Verhütung ablehnt und daher mehr Kinder hat

      1. In einer Studie des Züricher Projekts zur sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Jahre 2011wurden 1200 Schüler mit 7 Jahren als Erstklässler durch Lehrer und Eltern beurteilt. Ergebnis: Je mehr gruppenbezogene externe Kindertagesstättenbetreuung Kinder zwischen 0 und 7 Jahren erlebt hatten, desto stärker zeigte sich der Anstieg von Problemen in folgenden Bereichen: Aggressives Verhalten, motorische Unruhe mit Aufmerksamkeitsdefiziten (ADHS), Angst und Depressionen. Schulische Leistungen wurden zwar nicht konkret untersucht, denkbar aber wäre, das auch schulische Leistungen von der Betreuungsart (Fremdbetreuung oder elterliche Betreuung) als Kleinkinder abhängig sind. Eine solche Untersuchung wäre in jeder Hinsicht sinnvoll.

  4. Es ist bekannt, dass es zu neurototischen Störungen führen kann, wenn das symbiotische Verhältnis zwischen Mutter und Kind vor dem dritten Lebensjahr gestört wird.
    Drittes Lebensjahr bedeutet zwischen 2 1/2und 3 1/2 Jahren.
    Zu Burnout im,Erwachsenenalter.

  5. Ich denke, dass es am natürlichsten und auch am gottgewolltesten ist, dass ein Kleinkind mind. bis zum dritten Lebensjahr seine Mama als Bezugsperson hat.
    Ich habe während meiner Schwangerschaft ein Buch gelesen (Jean Liedloff
    @Auf der Suche nach dem verlorenen Glück: Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit“) und mich davon inspirieren lassen. Mit Erfolg: mein Sohn ist schlau, sprachlich gewandt, hat Selbstvertrauen und ich mit ihm eine super Vertrauens-/Bindung.

  6. Shalom. Das Urvertrauen kann auf vielen Eben schon gestört sein, bevor ein Kind in die Kita kommt. Ich weiß, dass manche Kinder eine Trennung als Strafe empfinden. Vielleicht ist da auch ohne Vorurteile zu prüfen, ob Eltern, denen auch das Urvertrauen fehlt, es den Kindern nicht so vermitteln können.
    In der ehemaligen DDR wurden die Kinder ja früh in die Kita gebracht, kann man da Vergleiche ziehen, ob im Osten die Schulleistung nicht so gut war wie im Westen?

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