Von Felizitas Küble
Am 7. Januar 2026 hat das niederländische Bistum Roermond eine Stellungnahme auf seiner amtlichen Homepage veröffentlicht, die sich mit der Gruppe „De Kommel“ befaßt, einer sog. „neuen geistlichen Gemeinschaft“, die sich stark auf Medjugorje und charismatische „Geistesgaben“ stützt.
Die dortigen „Schwester und Brüder“ bezeichnen sich als Ordensleute, obwohl es sich bei ihrer vor 35 Jahren gegründeten Vereinigung um keinen klassischen Orden handelt. 
Wenn sich betroffene Mitglieder einer Gemeinschaft hilfesuchend an die Kirchenleitung wenden und sich über interne Mißstände bzw. religiösen Machtmißbrauch beschweren, kommt es in besonders gravierenden Fällen zu einer Visitation durch den zuständigen Bischof oder gar den Vatikan.
So hat sich Rom z.B. bereits in den 50er Jahren im Rahmen einer Visitation mit den Methoden von Pater Josef Kentenich befaßt, nachdem sich Geschädigte aus seiner Frauenkongregation beim Vatikan über (un)geistliche Übergriffe des Gründers beschwerten. Daraufhin wurde Kentenich von seinem Frauenwerk komplett getrennt.
Um das Problem „religiöser Missbrauch“ geht es offenbar auch bei der vatikanischen Visitation im Stift Heiligenkreuz bei Wien, über die vermutlich bald ein Abschlußbericht vorgestellt wird.
Zurück zum Bistum Roermond:
Dort hat Bischof Ron van den Hout die Zustände in der „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ in Maastricht amtlich untersuchen lassen. Die Gruppe wird dort vereinfacht „de Kommel“ nach der Ortschaft ihres dortigen Klosters genannt. Es gibt Niederlassungen der charismatischen Vereinigung auch in Belgien (Lüttich) und im Bistum Trier.
Wir haben vor drei Jahren hier im CF ausführlich und kritisch über diese Kongregation berichtet – und zwar schon damals unter der Kategorie „Geistlicher MISSBRAUCH“, eine Problemanzeige, die sich nun voll bestätigt hat.

In der offiziellen Stellungnahme des Bistums heißt es:
„Anlässlich von Signalen über das geistliche und soziale Klima innerhalb der Gemeinschaft hat das Bistum Roermond eine Visitation durch einige externe Experten durchführen lassen. Auf Basis der Ergebnisse dieser Untersuchung wurden die beiden Führungspersonen (und Gründer) der Gemeinschaft von all ihren Aufgaben entbunden.“
Somit war das Ergebnis der Visitation äußerst besorgniserregend, sonst wäre die „alte Garde“ nicht abserviert worden.
Der Gruppe wurde vom Bischof eine neue Leitung verordnet, die Mitglieder werden von externen Geistlichen seelsorgerlich betreut. Zudem lesen wir dort: „Vorläufig werden keine neuen Mitglieder zugelassen oder angeworben.“ 
In unserem Bericht vom 17.1.2022 haben wir die typisch schwarmgeistigen Irrlehren und Praktiken der Gruppe „de Kommel“ geschildert, die von Rita Aichele gegründet wurde, die von ihrem Werk ausdrücklich als „Hirtin“ präsentiert wird (ähnlich der charismatischen „Gemeinschaft der Seligspreisungen“).
Ein derartiger Personenkult um Gründer und Führungspersonen ist kennzeichnend für selbsternannte „Geistesbegnadete“.
Eine derartige Verstiegenheit zeugt selbst für charismatische Kreise von einem starken „Sendungsbewußtsein“ und einer vermessenen Fixiertsein auf das „Wundersame“.
HIER geht es zu unserem damaligem Artikel mit weiteren Kritikpunkten und Hintergründen: https://christlichesforum.info/wundersames-in-der-gemeinschaft-der-gekreuzigten-und-auferstandenen-liebe/




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12 Antworten
Nachdem ich einen sehr interessanten und durchaus ansprechenden Vortrag von Gabriele Kuby gesehen hatte:
https://www.youtube.com/watch?v=2jG2eVqDy0A
besorgte ich mir ihr dort erwähntes Buch „Mein Weg zu Maria“, das allerdings große Zweifel in mir weckte. vor allem diese unkritische Fixierung auf Medjugorje. In der Schilderung ihrer Wallfahrt nach Ohlau (Oława) äußert sie dann zwar einige Befremdung, aber auch da kein klares Wort.
Was ist Ihre Meinung zu Gabriele Kuby?
Ich habe „Gabriele Kuby“ als Wikipedia-Eintrag gesucht – und gefunden. Was dort zu lesen ist, ihre Positionierung, der kann ich mich anschließen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Kuby
Ja das ist alles richtig. Mir ging es lediglich um ihren Medjugorje-Kult.
Bis auf Medjugorje. Das kann in die Pflaume.
Sorry, Gedankenfehler. Nicht „Pflaume“ sondern „Tonne“.
Guten Tag,
ich komme erst jetzt dazu, Ihnen zu antworten.
Es geht mir genau wie Ihnen: Ich schätze Kuby und ihre Bücher – zumal gegen Gender – im allgemeinen sehr.
Jedoch ihre Biographie „Mein Weg zu Maria“ habe ich schon vor langem deutlich kritisiert:
https://christlichesforum.info/buch-kritik-mein-weg-zu-maria-gabriele-kuby/
Sie ist „trotzdem“ Gastautorin hier im CF, man muß ja nicht in allen Punkten übereinstimmen.
Ich habe sie auch mehrfach gegen linke Diffamierungskampagnen verteidigt.
Freundlichen Gruß
Felizitas Küble
Danke für die Klärung – und Ihre Rezension von 2011!
PS. Konvertiten sind wohl immer etwas schräge Vögel – ich habe ja auch einiges hinter mir…
@Herb:
Das Geheimnis wundertätigen Wassers wird gelüftet.
Eine Forschergruppe aus Mailand hat die Energie des Wassers aus Orten untersucht, an denen die Muttergottes erschienen ist. Dabei hat sie erstaunliche Entdeckungen gemacht. Kann sich die Wissenschaft mit dem Glauben verbinden? Kann die Wissenschaft in die Spiritualität einmünden und die Spiritualität der Wissenschaft neue Impulse geben? Diese Verbindung könnte utopisch erscheinen.
https://kath-zdw.ch/maria/wallfahrtsorte.wundertaetiges.wasser.html
Wie mag es nun mit der Apollinariswallfahrt in Remagen weitergehen. Die Gemeinschaft hat diese nach dem Weggang der Franziskaner weitergeführt. Wir sind von Kindesbeinen an jedes Jahr mehrmals dorthin. In den letzten Jahren war ich nur noch sporadisch dort. Mir kam es so vor, als würde dort jetzt ein spezielle Gruppe von Gläubigen bevorzugt. Auch der ein oder andere alteingesessene Remagener fand die Gemeinschaft etwas mysteriös.
das mit Heiligenkreuz dauert noch ein bissl was man so hört
Der ganze charismatische Quatsch, Betrug, gehört abgeschafft – und „Augsburg/Hartl“ gleich mit.
Angesichts solcher Meldungen frage ich mich, ob die Theologie eigentlich eine Abteilung für Psychologen ist.