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Charismatische Hillsong-Bewegung weiter von Sex- und Finanz-Skandalen erschüttert

Von Felizitas Küble

Die einst überaus erfolgreiche, vor allem auf junge Leute anziehend wirkende Hillsong-Church ist in den letzten Jahren wegen etlicher Sex-Affären und Finanzskandale bei ihrem Führungspersonal in die Schlagzeilen geraten.

Es handelt sich dabei nicht um Eintagsfliegen, vielmehr reißen die erschütternden Nachrichten über geistlichen und sexuellen Missbrauch in dieser pfingstlerisch-protestantischen Mega-Church nicht ab.

Geprägt ist die Großgemeinde vor allem durch ihre „Lobpreis-Musik“, was für die charismatische Szene typisch ist, aber bei den Hillsongs besonders „rockig“ daherkommt und meist im Mittelpunkt ihrer Gottesdienstveranstaltungen steht.

Hier zunächst drei Links zu unseren Hillsong-Artikeln aus den letzten neun Jahren (bereits in 2013 haben wir uns kritisch geäußert):

Die „Hillsong“-Gemeinden gehören zur weltweiten protestantischen Pfingstbewegung; diese Mega-Church (Großgemeinde) wurde 1983 im australischen Sydney von Starprediger Brian Houston…

9. Oktober 2013:

Die sog. „Hillsong“-Kirche gehört zur evangelischen Pfingstbewegung; sie wurde in Australien gegründet und hat weltweit zahlreiche Ableger, auch in Deutschland, zB. in Berlin und Konstanz.

Soweit unsere bisherigen Beiträge zum Einstieg und zur weiteren Vertiefung.

Das evangelische Medienmagazin PRO (das sowohl als Print-Ausgabe wie auch online erscheint) hat sich am 16. April 2022 in einem längeren Artikel ebenfalls mit dieser Bewegung befaßt: https://www.pro-medienmagazin.de/hipster-kirche-wird-zur-skandal-kirche

Der Beitrag berichtet über eine neue Dokumentation „Hillsong: A Megachurch Exposed“; sie zeichne „das Bild einer Mega-Church, die durch die altbekannten Versuchungen Sex und Geld ins Strudeln geriet“.

Weiter heißt es: „Der Popsänger Justin Bieber machte die Kirche noch bekannter, da er seit einigen Jahren regelmäßig Gast und eng befreundet Carl Lentz, der bis Ende 2020 leitender Pastor in Amerika war“   –  und der dann seinen leitenden Posten wegen Ehebruchs räumen mußte (siehe dazu unser Artikel von 2020).

Zutreffend wird sodann festgestellt: „Experten warnen: Gefährlich wird es immer dann, wenn sich eine Gemeindebewegung auf eine Person konzentriert, die die Richtung angibt. Machtmissbrauch und die Versuchung des Geldes lassen meistens nicht lang auf sich warten.“

Die Finanz-Skandale sind gerade in Charismatikerkreisen nicht weiter erstaunlich, denn dort wird oft das sog. „Wohlstandsevangelium“ verkündet, das natürlich mit der wirklichen biblischen Botschaft nichts zu tun hat, diese teils geradezu ins Gegenteil verkehrt.

Es wird dabei behauptet, Gott wünsche auch irdischen Erfolg und Wohlstand für „seine“ getreue Schar – dies gehöre zu seinen Verheißungen, die von geistgeführten Gläubigen in „Anspruch genommen“ werden dürfen – und sollen!

Zugleich werden die Anhänger ständig zu Spenden aufgerufen, am besten sollen sie den „Zehnten“ geben, also 10% ihres Einkommens der Gemeinde zukommen lassen. Dieser geopferte „Zehnte“ sorge dann wiederum für reichen Segen von oben usw….

Die Botschaft lautet – so schreibt auch der erwähnte PRO-Artikel unter Berufung auf die dreiteilige Aufklärungs-Dokumentation zu Hillsong – auf einen kurzen Nenner gebracht: „Nur wenn du wohlhabend bist, hat dich Gott offenbar gesegnet, und wenn du wohlhabend bist, solltest du von deinem Geld etwas deiner Gemeinde geben“.

Dieses „Wohlstandsevangelium“ ist zwar ein typisches Phänomen für Teile des pfingstlerischen Spektrums, wird aber vereinzelt auch in der katholisch-charismatischen Bewegung vertreten.

Ich erinnere mich z.B. an einen Fragezettel aus einem entsprechenden Seminar, den mir eine Aussteigerin überreichte. In diesen „Heilungsexerzitien“ wurde es als negativ (nicht „geisterfüllt“) vermerkt, wenn jemand chronisch knapp bei Kasse war oder gesundheitlich nicht gut zurecht. Dies wurde im Fragebogen quasi als „Minus“ bewertet...

Im PRO-Artikel wird sodann auch über geistlichen Mißbrauch bzw. manipulative Übergriffe in der Hillsong-Church berichtet – auch dieses Problem gehört gleichsam zur DNA einer Bewegung, deren Leiter oftmals vorgeben, einen direkten „Draht nach oben“ zu besitzen und über besondere „Charismen“ zu verfügen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

Kommentare

7 Antworten

  1. Verehrte Leser, Gläubige, Geschwister im Herrn,
    bei aller berechtigter Kritik sollten wir uns stets vergegenwärtigen, welchem Herrn wir dienen !!
    So wie es in der katholischen Kirche Brauch ist, dass der Gläubige zur Beichte geht und sich idealer Weise – bibelgemäß – tatsächlich stets erneuert und sich auf den Herrn Jesus Christus ausrichtet, um wieviel mehr gilt dies für Versammlungen – den Gemeinden – von fehlbaren – sündhaften – Menschen. Ich bin der festen Überzeugung, jede – wie auch immer geartete – Glaubensgemeinschaft eine regelrechte Reformation, wie die Historische eines Martin Luthers, bedarf. Alles Andere mündet in Lieblosigkeit, Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit, weit an Christi Willen vorbei. Der Gegenspieler Christi – als Luzifer, Teufel oder Satan bekannt – reibt sich derweil sicherlich vergnüglich die Hände !!
    Gerade nun zur Pfingstzeit wünsche ich Jedem den Geist Gottes
    C.H.Geiss

  2. Gott verlangt absoluten Gehorsam.
    Es soll NIEMAND hungern und darben.
    Jeder soll haben,was er braucht.
    Doch wie wenig das wirklich ist,wissen nur Arme Leute.
    Zufrieden sein,mit wenig Geld,ist möglich.
    Und sogenannte Starprediger sind Lügner in meinen Augen.
    Wen Gott auswähle…..
    Als erstes mußten diese deren Hab und Gut verlassen,um IHM zu folgen.

  3. Siehe zur Problematik schwarmgeistiger Verführungen und des Charismatismus auch den schlichten, aber ehrlichen Lutheraner Horst Koch mit seinem INternetauftritt. Auch Luther war bereits zu seinen Lebzeiten mit diesen spirituellen Fehlentwicklungen konfrontiert. Viele Protestanten sind nur vermeintlich sehr bibeltreu und schriftgetreu. Sondern weichen durchaus massiv von der Bibel ab.

  4. Solche Skandale gibt es überall, nach allen Informationen in bestimmten charismatisch-pfingstlerischen Gemeinden aber wohl besonders häufig.
    Einer der typischen Unterschiede zwischen den beiden Großkirchen und der („linksevangelikalen“) Evangelischen Allanz einerseits und Evangelisch-Konservativen ist, daß konservative Gemeinden jede Art von Pfingstlerei nicht dulden, rigide unterbinden.
    Der weltweit wohl bekannteste Verband konservativer Protestanten schreibt in einer Satzungsbestimmung, daß wer mit Pfingstlern oder mit der Ev. Allianz zusammenarbeite, ausgeschlossen sei!

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