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Von Cordula Mohr

Dieses bewegende Buch von Eric Wilson und Theresia Preston ist in zweiter Auflage vor 13 Jahren im evangelikalen Brunnen-Verlag erschienen. 

Im Jahre 2013 schaute ich mir den Film „October-Baby“, der auf diesem Buch beruht, an  – und schon damals gefiel mir der Spielfilm sehr gut, wie ich es hier im CF beschrieben habe: https://christlichesforum.info/filmbesprechung-zu-october-baby-ein-klares-pladoyer-fur-das-leben-und-die-liebe-in-vielen-facetten/

Nun bekam ich das entsprechende Buch „October-Baby“ geschenkt und dort ist alles viel detailierter geschildert, besonders die ganzen Umstände des „Octoberbabys“ namens Hannah werden genau beschrieben, wobei die Story auf ein echtes Geschehen zurückgeht.

Die ersten Kapitel berichten von einer jungen Frau, die ins Krankenhaus zu einer Abtreibung geht. Es werden auch die Empfindungen der Krankenschwester Mary beschrieben, die sich in dieser Klinik eigentlich nicht wohl fühlt und  sich täglich einredet: Es ist nicht so schlimm und ich begleite doch nur die Frauen in den Operationssaal. Sie braucht das Geld, um leben zu können.

Oft fragt sie sich angesichts einiger Frauen, wie es ihnen wohl nach einigen Jahren ergehen mag   – so auch bei dieser jungen Frau mit dem Namen Cindy, die an diesem Tag in den OP ging.

Der Arzt muss die Abtreibung unterbrechen, weil hinter dem Kind noch ein zweites zum Vorschein kommt, und für Cindy nun eine ganz andere Situation eingetreten ist. Er sagt der Frau, er müsse aufhören, sie solle morgen nochmal in die Klinik kommen.

In der Nacht treten die Wehen auf. Cindy war bereits in der 24. Schwangerschaftswoche.

Krankenschwester Mary empfängt und begleitet die junge Mutter und bringt sie in ein anderes Krankenhaus, in dem Cindy die Zwillinge Jonathan und Hannah zur Welt brachte.

Jonathan, der Bruder von Hannah, ist körperlich behindert. Sein Arm wurde beim Abtreibungsversuch abgerisssen, weitere physische Beeinträchtigungen kamen dazu. Cindy gibt aufgrund ihrer Lebenssituation die zwei Kinder zur Adoption frei.

Das Ehepaar Jacob und Grace Lawson freut sich über die Adoptionskinder. Leider überlebt – nach langen Krankenhausaufenthalt –  der Bruder von Hannah nicht. Die Adoptiveltern entschliessen sich, Hannah ohne das Wissen um ihren verstorbenen Zwillingsbruder aufwachsen zu lassen.

Hannah ist jedoch nicht gesund, sie hat Asthma, Herzrhythmusstörungen; mehrere OP begleiten ihr Leben schon in Kindesjahren. Aber besonders das Selbstwertgefühl lässt sich nicht aufbauen. Albträume und geisterhafte Gedanken mit Angst und Panik überfallen sie unerwartet.

Ihr Herz schlägt heftig und sie erlebt im Traum z.B., sie sei in lauten Räumen, in  denen sie sich kaum bewegen kann, weshalb sie sich in eine Ecke zwängt. Dort hat sie Angst, es könne sie eine Person verraten und sie sagt im Traum: “Bitte finde mich nicht. Bitte tu mir nicht weh“.

Ihr Psychiater weiss um die Geschichte, die Hannah erlebt hat und steht ihr schon seit Jahren bei. Es ist ein Geburtstrauma nach dem schrecklichen Erleben mit dem vorherigen Abtreibungsversuch.

Als Hannah bei einer Theateraufführung wegen Überforderung zusammenbricht, kommt die ganze Geschichte der Adoption ans Licht. Die Eltern entschliessen sich nun, Hannah alles zu erzählen. Diese ist anfangs wütend, dass ihr das so lange verschwiegen wurde und sie möchte nun ihre biologische Mutter kennenlernen. 

Mit Freunden und besonders ihren besten Freund Jason macht Hannah sich mit Erlaubnis der Adoptiveltern während der Osterferien auf den Weg. In den nächsten Kapiteln  erfährt der Leser, wie das „Puzzle“ sich eins nach dem anderen zusammenfügt.

Da ist der Polizist, der Jason und Hannah festnimmt, weil sie unerlaubt in dem verlassenen Klinikgebäude nach Geburtsakten suchen.

Dieser freundliche Beamte konnte Hannah dann die Adresse von Krankenschwester Mary geben und Hannah konnte sie besuchen. Mary freut sich, endlich dieses Mädchen zu treffen. 19 Jahre ist es her, als diese schreckliche Angelegenheit im Krankenhaus passierte und sie selbst konnte es nie vergessen. Mittlerweile arbeitet Mary nicht mehr in einer Abtreibungsklinik.

Die Krankenschwester gibt Hannah die Adresse ihrer leiblichen Mutter, die eine Rechtsanwaltkanzlei in der Stadt betreibt. Hannah erlebt eine Enttäuschung mit ihr, denn die Anwältin möchte nicht an diese Geschichte erinnert werden und weist Hannah ab, obwohl sie nachts Stimmen hörte, die rufen: Wo bist du, Mama?!

Jason begleitet Hannah freundschaftlich und gibt ihr den nötigen emotionalen Halt.

Als Vater Jacob Lawson die Beiden aus Mobile in Alabama abholt, ist auf allen Seiten innerhalb der Familie innerlich vieles aufgebrochen. Die Adoptiveltern zweifeln daran, ob es richtig war, Hannah alles gesagt zu haben; diese wiederum ist enttäuscht von der Ablehnung ihrer leiblichen Mutter.

In den letzten Kapiteln wird beschrieben, wie es zur Aussöhnung zwischen den beiden Familien kommt. Hannah fährt noch einmal mit ihrem Vater in die Rechtanwaltskanzlei nach Mobile und legt in das Büro der Anwältin einen Zettel mit den Worten: Ich verzeihe dir! Deine Hannah. – Auf dem Zettel liegt das Geburtarmbändchen von Hannah, das sie von Krankenschwester Mary bekam.

Als die leibliche Mutter später in die Kanzlei kommt, ist sie froh, dass Hannah ihr diesen Zettel geschrieben hat. Auch sie erfuhr eine wichtige Vergebung durch ihre leibliche Tochter, denn auch Cindy hatte mittlerweile eine Familie gegründet.

Die in dem Buch geschilderte Geschichte ist insgesamt sehr berührend. Es wird nebenbei viel von den Freunden um Hannah herum berichtet, z.B. wie diese denken, teilweise handeln und mit Freundschaften umgehen.

Aus der jahrelangen Freundschaft von Jason und Hannah entsteht allmählich eine romantische Beziehung. 

Man kann das Buch bereits jungen Menschen ab etwa 16 Jahren empfehlen. Es wird darin behutsam mit dem Thema Abtreibung und Versöhnung umgegangen.

Besonders eignet sich das eindrucksvolle Werk bei Infoständen für das Lebensrecht.

Den Film dazu gibt es hier zu sehen: https://youtu.be/7OdJ7vB1Q9Q?si=u_s6Hd3XcJe3Kxvo

Unsere Autorin Cordula Mohr ist dreifache Familienmutter und wohnt in Rheine; sie leitet die ALfA (Aktion Lebensrecht für alle) im Münsterland sowie Osnabrück  –  und ist Vize-Vorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben) in NRW.

Gemälde: Evita Gründler

Kommentare

6 Antworten

  1. Ich weiß um das Buch, kenne aber nur den Film, denn ich schon mehrfach gesehen und dann als CD verschenkt habe; der Film ist stark, das Ende hoffnungsfroh – von guten Mächten wunderbar geborgen..
    Empfehle den Kauf der CD, so sie im Handel noch erhältlich ist.

  2. Vielen Dank für diesen Artikel. Den Film habe ich vor vielen Jahren auch geschaut, der war schon beeindruckend.
    Es ist so traurig, dass es immer noch Menschen gibt, die die vorgeburtliche Kindstötung für „die beste Lösung“ halten. Oder die kein Problem mit Abtreibung im neunten Monat haben, wie z.B. Bundeskanzler Merz auf die Frage von Frau Storch. BTW: immerhin hat das einem Freund von mir die Augen geöffnet und er wählt jetzt nicht mehr die CDU.
    Auch Charlie Kirk hat zu diesem Thema viele Diskussionen geführt und dabei die Schönheit der Familie herausgestellt, wie hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=MAOCEJZ9RW8

  3. Das ist ja ein kleines Puzzle aus Tragik und Wiedergutmachung! Wer hätte gedacht, dass ein Geburtstrauma nach einem Abtreibungsversuch und eine Adoption so eine spannende Romanze mit Flamingos am Ende spawnen? Besonders die Szene mit dem verlassenen Klinikgebäude für Aktenjagd ist ja mal eine! Aber was soll man sagen: Freundschaft hilft, auch wenn sie sich erstmal nur über Wunder unterhalten. Und ja, die leibliche Mutter muss schon mal was drehen, wenn die Tochter ihr einen Zettel mit Ich verzeihe dir! bringt. Na toll! Aber gut, das zeigt ja, dass auch in der CDL mal was wächst. Und der Film dazu? Na, da können ja mal die Rosen krähen!

    1. JESU WORTE in der Bergpredigt, „Mt. 5,48“: „seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ – ist nicht die Katechese von Dr. Erika Kirk, nach der Geburt ihrer Tochter {und gebunden an einen Jahreswechsel?) Auslegung der zitierten Stelle, https://www.youtube.com/watch?v=HEugMQkFFeM ? Aber zu dem Satz in der Buch- und Filmrezension hier über die junge Frau, „die ins Krankenhaus zu einer Abtreibung geht“ – ein Satz der einen Zeitraum öffnet, der in keinem Buch unterzubringen ist – schiene doch in der Katechese die „Minute 16“ mit dem „defend your territory“ nun eine so schwierige Bedeutung zu gewinnen, daß, wer Frau Dr. Kirk bis jetzt nicht anhören wollte, vielleicht innezuhalten wünscht. Dr. phil. Siegfried Paul Posch

  4. Das ist so wichtig, daß die Menschen von solchen Fällen erfahren.
    Eine überlebte Abtreibung und eine Adoption.
    Eigentlich wieder mal ein Tabuthema.
    Daß Babys Abtreibungen überleben, kommt in die Köpfe der Abtreibungsbefürworter gar nicht vor.
    Wichtig auch das Thema Adoption.

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