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Von Friedhelm Schülke

Zu einem besonderen Vortragsabend hatten die Hansestadt Anklam und der Bund der Vertriebenen am 18. September 2025 in das ehemalige Wehrmachtsgefängnis eingeladen. In der heutigen Gedenkstätte ist seit einigen Monaten die Wanderausstellung „Stillgeschwiegen – Die Vertriebenen in der SBZ und DDR“ vom BdV (Bund der Vertriebenen) aus Bonn zu besichtigen.

Zu den sehenswerten Exponaten und Statistiken konnte  der Landesvorsitzende der Ostpreußen in Mecklenburg-Vorpommern, Manfred Schukat, den sogenannten „Umsiedler-Pass“ seiner Eltern beisteuern (siehe Foto unten).

Die Austellung belegt die Unterdrückung jeglicher landsmannschaftlichen Identität oder gar Betätigung der Flüchtlinge und Vertriebenen durch die sowjetische Besatzungsmacht und die SED.

Zum Abschluss der Ausstellung hat Museumsleiterin Sabine Görner eigens Dr. Christopher Spatz (siehe Foto) von Bremen nach Anklam eingeladen. Fast 100 Besucher lauschten seinem spannenden und fundierten Bericht über den „Langen Weg der ostpreußischen Wolfskinder“.

Dem Referenten spürte man bei aller Sachlichkeit eine große, während seiner Studien gewachsene Empathie für das besondere Schicksal der ostpreußischen Hungerkinder ab. Er zeichnete die Vorgeschichte und blendete auch die Leiden der russischen Kinder in Leningrad, Kiew und den anderen von Nazi-Deutschland besetzten Gebieten nicht aus.

Als 1945 der Krieg mit voller Wucht über Ostpreußen hereinbrach, kämpften die im sowjetisch gewordenen Teil der Provinz verbliebenen Menschen um das nackte Überleben. Die Todesrate infolge von Gewalt, Typhus und Hunger lag bei mindestens 50%.

Enteignet, entwurzelt, entrechtet traf es vor allem die Kinder, die zu großen Teilen zum Betteln nach Litauen gingen. Besonders bedrückend war, als Dr. Spatz auf konkrete Schicksale zu sprechen kam. Es war eine bilderarme Zeit, von der es kaum Aufnahmen gibt.

Während seiner Doktorarbeit kam der Autor des Buches „Nur der Himmel blieb derselbe – Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben“ mit vielen Betroffenen und Zeitzeugen in Kontakt.

Die Fotos dieser nun alt gewordenen Überlebenden berührten zutiefst. Für seine Ausführungen bekam der Referent lang anhaltenden Applaus.

Von den Besuchern wurden persönliche Begegnungen mit Wolfskindern aus dem Raum Anklam beigesteuert, so mit den Geschwistern Inge Hagemeister und Horst Gutzeit aus Kalgen und Helga Hering (geb. Woweries) aus Königsberg.

Auch von einem Themenabend in der Litauischen Botschaft Berlin zum Thema „Wolfskinder“, den Landesvorsitzender Manfred Schukat auf Einladung des damaligen Botschafters Evaldas Ignatavičius vor 17 Jahren leitete, gab es einen Rückblick.

Fotos: F. Schülke

Kommentare

5 Kommentare

  1. Betreffend das Buch:

    „Nur der Himmel blieb derselbe – Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben“

    Vielleicht kann zu diesem Buch die ISBN gegeben werden.

  2. Diese Erinnerungen an begangenes und erlittenes Unrecht im Zuge des Zweiten Weltkriegs sind äußerst wichtig.

    Sie ermöglichen es uns bei Benutzung realistischer Quellen in investigativen, kritischen Medien und Literatur, die Hintergründe, Zusammenhänge und Ziele der jetzigen Politik weltweit, in Europa und in Deutschland ein wenig zu durchschauen.

    Die Eliten wollen ihre Macht und Vermögen verteidigen, behalten und ausbauen. Das führt zu diesem weltweiten Trend zu Totalitarismus und Krieg.

    https://www.youtube.com/watch?v=BqaemdrPL7Q
    „ReArm Europa“ – Der Marsch in den 3. Weltkrieg? Ursula von der Leyens Kriegserklärung an Europa

    Dazu bedienen sie sich ihrer Geseschäftsmodelle Corona, Klimawandel, Ukrainkrieg usw. und verdienen dabei Billionen.

    Es hilft ihnen sehr, wenn möglichst wenige Menschen durchblicken und ihren Fassaden-Medien und Marionetten Glauben schenken.

    https://www.youtube.com/watch?v=2XuoIfPPjQE
    Unternehmer fliehen aus Deutschland

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