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Die 4. Vollversammlung als Geburtsstunde einer deutschen Nationalkirche?

Die Initiative „Neuer Anfang“ sieht in der 4. Vollversammlung des Synodalen Weges die Geburtsstunde einer deutschen Nationalkirche.

Am 21. Juli hatte der Vatikan noch unmissverständlich erklärt: „Der ,Synodale Weg‘ in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten.“

Heute wissen wir: Gegen diese Weisung haben die Synodalen mitsamt der Mehrheit der deutschen Bischöfe in Geist und Buchstaben und sogar mit erklärter Absicht verstoßen.

Sie stimmten Texten zu, in denen das Lehramt der Kirche unterminiert, die bischöfliche Vollmacht untergraben und die kontinuierliche Lehre der Kirche zur christlichen Anthropologie („geschaffen als Mann und Frau“), zu Liebe, Ehe und Sexualität zerstört wird.

Mehr noch, das Präsidium kündigte gar an, das ablehnende Abstimmungsergebnis gegen den Grundtext zu Forum IV „Leben in gelingenden Beziehungen“ nicht respektieren zu wollen.

Nachdem das Papier, das auf skandalöse Weise homosexuelle und bisexuelle Praxis moraltheologisch in den Rang einer Normvariante menschlicher Sexualität hebt, von 21 mutigen Bischöfen in der Abstimmung zu Fall gebracht wurde, erklärten mehrere Bischöfe – wider jede Synodalität und jedes Demokratieverständnis – sie würden sich dennoch in ihren Bistümern weiter an der abgelehnten Vorlage orientieren.

Bischof Georg Bätzing gab im Alleingang kund, den Text werde er trotzdem in den weltweiten synodalen Prozess einbringen und auch zum ad limina Besuch der deutschen Bischöfe in Rom einreichen.

Wir fragen: Wozu dienen fortan noch Debatten und Abstimmungen auf dem Synodalen Weg, wenn jedes „ungewollte“ Ergebnis schlicht ignoriert wird – und das selbst vom Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz?

Die 4. Vollversammlung zeigt nun mehrere Ergebnisse:

  1. Die Texte, in denen sich der Synodale Weg positioniert, sind nun manifest. Auch Rom muss sie lesen, wie sie sindohne beschwichtigende Interpretationen.
  2. Die Namen der Bischöfe, die diesen Texten ihre Zustimmung gaben, sind bekannt. Jeder in Deutschland und Rom kann Rechenschaft von ihnen fordern.
  3. Ohne einer genaueren theologischen Analyse durch das Lehramt der Kirche vorzugreifen, kann man feststellen, dass die Texte in vieler Hinsicht einen manifesten Bruch mit der Heiligen Schrift und der kontinuierlichen Lehre der Kirche darstellen. Durch Ihre Zustimmung zu einer „neuen Sexualmoral“ brechen die zustimmenden Bischöfe auf revolutionäre Weise mit einem 2.000 Jahre alten theologischen Prinzip, das durch die Heilige Schrift klar und verbindlich bezeugt ist und von der Kirche gegen viele Widerstände aufrechterhalten wurde und ebenso verbindlich gelehrt wird:
    Sie bestreiten den unbedingten Zusammenhang von Monotheismus und Monogamie;
    sie bestreiten, dass der einzige authentische Ort sexueller Vereinigung die lebenslängliche Ehe von Mann und Frau ist.
    Sie stimmen der Aussage zu: Legitimen Sex soll es zu vielfältigen Gelegenheiten geben.
  4. Etliche Bischöfe (darunter der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz) haben bereits angekündigt, auch bei einer Ablehnung ihrer „Vorschläge“ in Rom in ihren Diözesen durch praktische Umsetzung dennoch Fakten schaffen zu wollen. Das „Zeugnis der Einheit, mit welcher der Leib der Kirche seine Treue zu Christus, dem Herrn, bekundet“, wie es in der Erklärung des Vatikan heißt, wird mit Ansage mit Füßen getreten. Neben das „römisch-katholisch“ tritt ein neues „deutsch-katholisch“.
  5. Die Gläubigen, die sich mit dem verbindlichen Glauben der Kirche identifizieren, werden fortan von der Mehrheit der deutschen Bischöfe alleingelassen.  Wie sollen sie „ihren“ Bischöfen noch Vertrauen entgegenbringen, wenn diese in Mehrheit die kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheiten leugnen und die communio mit der Gesamtkirche stark damit beschädigt, wenn nicht gar gebrochen (vgl. 751 CIC) haben?
  6. Die aktuellen Beschlüsse bringen vor allem die Priester in eine prekäre Lage: Bereits wenn ein Priester oder Religionslehrer die verbindliche Ethik der Kirche vertritt, wenn er in Katechese und Verkündigung dafür einsteht, begibt er sich im Horizont des Synodalen Weges ab sofort ins kirchliche „Aus“ und wird gar zur Disziplinierung freigegeben.
  7. Der Synodale Weg verweigert synodale und sogar demokratische Prozesse. Der menschliche Umgang mit jenen Bischöfen und Laien, die sich den progressiven Texten und Inhalten in den Weg stellen, war erschütternd und einschüchternd. Ausgerechnet jene, die selbst ständig sensible Sprache und „angstfreie Räume“ für Minderheitenpositionen reklamierten, scheuten weder offene Beleidigungen noch Drohungen, Beschimpfungen und Einschüchterungen vor laufender Kamera und hinter den Kulissen. Als Krönung verweigerte man gar die Option von geheimen Abstimmungen, ein Markenkern demokratischer Tradition. So will man Abweichler besser identifizieren und „auf Linie“ bringen. Dieser Machtmissbrauch bewies final die Abwesenheit echter „Synodalität“ und entsprach nicht einmal den Mindestanforderungen demokratischen Umgangs miteinander.

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Die Initiative Neuer Anfang ist ein Kreis von Theologen und Laien, die dazu anregen, Reformvorhaben in der Kirche am Evangelium auszurichten. Ihr Reform-Manifest, das mit neun Thesen zum Synodalen Weg zur Einheit mit der Weltkirche aufruft, durften sie im Namen von fast 7.000 Unterzeichnern am 5. Januar 2022 in Rom dem Papst übergeben. Weitere Infos: https://neueranfang.online.

Kommentare

7 Antworten

  1. Könnte es sein, dass viele einfach bei den namentlichen Abstimmungen nur zu feige sind, klar zur bisherigen Lehre zu stehen ? Sie möchten alle modern sein, ankommen bei den Leuten: Mit wem sprechen sie denn? Meistens mit Gremienkatholiken, die eine von unten nach oben ganz klare Auslese und Hinaufwahl von stets der Progressisten und Maulhelden ist. Das Beichtehören ist auch keine Lebensschule für Priester mehr, Wieviele Beichten hören sie denn monatlich noch? Feige Hirten geben gerne den Schwarzen Peter weiter – hier eben nach Rom. Die Wut der Leute wird dann auf den Vatikan und den Papst abgeladen, wenn er die häretischen Vorschläge und Strukturen nicht gutheißt. Die feigen Bischöfe, die einfach alles mit abgesegnet haben, stehen toll da und können sich in die Brust werfen: Wir hätten das ja auch so neu gesehen, haben ja zugestimmt, aber…….Einige Bischöfe mögen sogar wirklich dieser Revolution und Transformation der Kirche innerlich zustimmen, das sind die Wortführer und Einpeitscher wie Bätzing, Marx und Co. Wir sehen auch das totalitäre Denken dieser Leute, die schon angekündigt haben, wie sie trotzdem eigenmächtig die Texte umsetzen wollen und sich nicht um Abstimmungen scheren. Wir stehen vor einem Abgrund an Zerwürfnissen, an Unfrieden, an Verwirrung! Es wird in den nächsten Jahren wohl ein Ende mit Schrecken und weiteren Rammbock-Aktionen geben. Herr stehe uns bei !

  2. Die Papiere, die dort beschlossen wurden, dienen allein der Selbstbefriedigung einiger Berufskatholiken und werden die kommenden zehn Jahr nicht überdauern.

    Mittlerweile besuchen nur noch knapp 10% der Katholiken regelmäßig oder hin und wieder einen Gottesdienst. Die übrigen werden die Kirche über kurz oder lang verlassen, sofern sie nicht als Gremienkatholiken von der Kirche bezahlt oder aktiv an deren Abriß beteiligt sind. Dabei spielt sicherlich auch die Kirchensteuer eine Rolle, die man sich in diesen Zeiten gerne als kleinen Inflationsausgleich sparen möchte.
    Die verbleibenden Katholiken müssen die o.g. Gremien- und Berufskatholiken nur noch eine kleine Weile ertragen. Mit der Kirchensteuer werden auch diese Leute aus der Kirche verschwinden. Dann werden sie ihre Regenbogenfahnen woanders aufhängen.

    1. Ich denke auch, die letzten Kirchensteuerzahler werden austreten und die persönliche Inflation damit etwas auffangen. Alte Menschen werden verbleiben, weil sonst wohlmöglich kein Grab auf dem katholischen Friedhof genommen werden kann.
      Dann könnte es noch zu einer Abspaltung kommen. Jedoch meine ich, die Kirchengebäude dürfen nicht den Synodalen Leuten zur Verfügung gestellt werden. Die müssen halt eine neue deutsche Kirche in anderen Räumen aufbauen . Die Kirchen gehören doch letztendlich dem Vatikan. Die evangelischen Christen haben auch neue Gebäude suchen und aufbauen müssen.
      Leider ist es so gekommen.

    1. Vielen Dank für den Link.
      Unser Bischof von Münster hat immer den Forderungen zugestimmt.
      Nun sind für mich die Fronten endlich geklärt.
      Ich hoffte auf etwas mehr Romtreue und lehramtliche Treue.
      Vergeblich.
      Man kann nur hoffen ,daß Rom mit Konsequenzen für so eine Abstimmung handelt. Der synodale Weg ist der Weg in die Häresie.
      Arme deutsche Kirche.

      1. „ROM “ und „LEHRAMT“ sind lange nicht mehr die „sichere Bank“, auf die lehramtstreue Katholiken unter den Vorgängerpäpsten setzen konnten.

        Angefangen von der Fußnote in Amoris laetitia, Verweis der Auslegung von AL auf Kardinal Schönborn und die Bischöfe von Malta, die nicht beantworteten Dubia der Kardinäle Meisner, Cafarra, Brandmüller, hingeworfene Äußerungen bei Flugzeug – Pressekonferenzen ( „wer bin ich, um zu urteilen“ ), Förderung von Pater James Martin mit seiner HS- Agenda, Entkernung und personelle Neuaufstellung der „Akademie für das Leben“, unter Leitung von EB Paglia ( siehe Kathedrale von Terni, Fresko), der jetzt auch Kontrazeption und IVF zur Diskussion stellt, Einladung von Vertretern der Bevölkerungskontrolle als Referenten, Anschluß an das Pariser Klimaschutzabkommen trotz dessen Abtreibungsagenda, kompromißlose Pflichtimpfung der Vatikanmitarbeiter mit Pfizer – Impfstoffen und weltweite Propagierung der Impfung als Akt christlicher Nächstenliebe ( noch in 6/ 22 Gedenkmünze mit JUGENDLICHEM bei der Impfung + Video mit Impfempfehlung ) – ungeachtet der Verwendung fötaler Zellinien – wegen angeblicher Alternativlosigkeit, etc ( INFOS zB auf lifesitenews )

        Der Papst „liebt es, PROZESSE ANZUSTOSSEN“ – und zu beobachten, was passiert.
        Gab es Widerspruch etwa zu den bischöflichen Segnungsfeiern für Homosexuelle ?
        Die Mahnung aus Rom, die deutschen Synodalen seien nicht berechtigt, Änderungen der Lehre oder der Strukturen zu beschließen V O R ENTSCHEID DER WELTSYNODE läßt

        1. die synodalen REFORMER UNBEEINDRUCKT, sie sind entschlossen, ihre Agenda, inklusive des eigentlich ABGELEHNTEN GRUNDLAGENTEXTES durchzusetzen und SCHNELL FAKTEN ZU SCHAFFEN in ihren Bistümern, wie Bischof Bätzing und andere Bischöfe rasch bekräftigten – dann ist zwar die LEHRE offiziell NICHT GEÄNDERT – aber das läßt sich nachholen – im Blick auf die gelebte Praxis.

        2. Alle Möglichkeiten offen: I N DER WELTSYNODE können Änderungen der Lehre sehr wohl beschlossen werden. Nach dem beschriebenen Vorgehen, wo m.E. das Erbe des hl. Johannes Paul II gründlich entsorgt wurde, halte ich das für sehr wahrscheinlich.

        ALLES IM FLUSS… wird das Haus der ( dieser ) Kirche – auf den Treibsand des Zeitgeistes gegründet – standhalten oder einfach weg geschwemmt ?
        Geht es nicht letztlich um die Frage Arius oder Athanasius , JESUS, WAHRER MENSCH U N D GOTT ? Offenbarer der Wahrheit – oder Diktatur des Relativismus ?

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