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Die Mönche Hilarius Hoiß und Solanus Hermann starben 1950 in Nordkorea

„Märtryrer des Monats“ im Dezember 2022:

Die kommunistische Diktatur Nordkoreas entfaltete seit Ende 1948 einen gezielten Kampf gegen die christliche Religion. Auch die Benediktiner der Abtei Tokwon und die Benediktinerinnen des Priorates Wonsan wurden verhaftet. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1949 wurde das Kloster Tokwon von der Geheimpolizei umstellt und geräumt. 

Für sie begann eine schwere Leidenszeit in Gefängnissen und Arbeitslagern, die 36 von ihnen nicht überlebten. Sie wurden zwischen 1949 und 1952 entweder ermordet oder starben im Lager.

Benedikt Hoiß erblickte am 27.6.1888 als Sohn von Andreas Hoiß und seiner Frau Maria, geborene Boos, in Unterau (das zur Pfarrei Schlehdorf im Bezirk Oberbayern gehört und damit zum Territorium des Erzbistums München und Freising) das Licht der Welt.

Nach der Volksschule lernte er in Unterpeißenberg das Wagnerhandwerk. Der damalige Pfarrer von Unterpeißenberg schrieb am 17.10.1907 für den Eintritt ins Kloster folgendes Sittenzeugnis: „Während seiner Feiertags- und Christenlehrpflicht ging er öfter zu den Sakramenten, als es Vorschrift war, arbeitete äußerst willig in der Werkstatt und wenn nötig in der Ökonomie“.

Bei der Noviziatsaufnahme erhielt Hoiß den heiligen Hilarius als Patron für sein klösterliches Leben. Am 15.8.1910 legte er seine Gelübde ab. Am 7.1.1911 wurde Hoiß nach Seoul in die Mission ausgesandt. Er war dort Lehrer an der Handwerkerschule.

Bruder Hilarius hat mehrere Missionsstationen in Nordkorea und auch im Yenki-Gebiet aufgebaut. Die ewige Profess legte er am 1.11.1913 ab. Nach Kerkerhaft kam er wegen seines Glaubens ins Internierungslager Oksadok bzw. Manpo (Nordkorea / an der Grenze zu China). In letzterem ist er am 12.12.1950 den Hunger- bzw. Erfrierungstod gestorben.

Rudolf Hermann, Sohn von Pius Hermann, Metallarbeiter, und der Maria, geborene Linder, ist am 19.5.1909 in Thal (Bayern/ Regierungsbezirk Schwaben), Pfarrei Illerberg, geboren und wuchs mit vier Geschwistern auf. Zwei Kinder der Familie waren bei einer schweren Geburt gestorben, ein weiteres als Kleinkind.

Rudolf erhielt im Elternhaus und in der Volksschule eine gediegene religiöse Erziehung. Zunächst in der Landwirtschaft tätig, machte er von 1923 bis 1926 eine Lehre als Maler und Lackierer. Er ging dann in den Kolping-Gesellenverein, wobei ihm überall ein sehr gutes Zeugnis über sein religiös-sittliches Verhalten ausgestellt wurde. Im Februar 1931 bat er in St. Ottilien um Aufnahme, sofern man ihn einer so hohen Berufung würdig finde.

Im Noviziat erhielt er den Klosternamen Solanus und legte am 13.5.1933 seine zeitlichen Gelübde ab. Am 7.6.1936 folgte die Ablegung der ewigen Gelübde. Am 11.10.1936 wurde er nach Tokwon in die Mission ausgesandt. Im Dienste der Mission arbeitete er all die Jahre seines Aufenthaltes im Bauhandwerk.

Bei der Aufhebung Tokwons hatte Bruder Solanus zunächst um seines Glaubens willen Kerkerhaft zu erdulden, kam dann ins Internierungslager in Oksadok bzw. Manpo (Nordkorea / an der Grenze zu China), wo er am 13.12.1950 den Hunger- bzw. Erfrierungstod starb.

Quelle: Missionsbenediktiner Hilarius (Benedikt) Hoiß und Solanus (Rudolf) Hermann starben im Dezember 1950 in Nordkorea | Stephanus Stiftung für verfolgte Christen (stephanus-stiftung.org)

Biopgraphische Infos aus: Moll, Helmut (Hrsg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. Paderborn u. a. 1999, 7., überarbeitete und aktualisierte Auflage 2019.

Startseite (deutsches-martyrologium.de)

Gemälde: Evita Gründler

Kommentare

2 Antworten

  1. Es ist wichtig, dass wir uns in Hochachtung und Dankbarkeit immer wieder auch unserer Missionare und Missionarinnen erinnern! Die Orden tun dies tatkräftig, die Heimatpfarreien aber wären dazu auch aufgerufen, wenigsten runde Gedenktage zu begehen. So mancher Gymnasiast hätte Stoff für eine interessante und erschütternde Seminararbeit oder einen Vortrag dazu im Reli-Unterricht. Die Blutzeugen stehen zwar in den Gottesloben, eine Gedenkkultur aber hat sich noch nicht für die meisten der Umgekommenen entwickelt; dazu wäre ein Märtyrer-Beirat in den Bistümern hilfreich. Einen solchen gibt es im z.B. Erzbistum München. Vielleicht zur Ergänzung noch einige Infos: Die Abteien und Tokwon und Wonsan im Norden Koreas waren durch die Lebenshingabe der vielen Missionare zu stattlichen christlichen Kultur- und Bildungszentren herangewachsen. Jährlich gingen um 1940 etwa 120 Koreaner durch das Katechumenat und zur Erwachsenentaufe, etwa 100 Kleinkindertaufen konnten gespendet werden.
    Doch die Zeiten kamen grausam anders. Ab 1945 setzte sich immer mehr die kommunistische Herrschaft und Ideologie fest, so z.B. in der Bodenreform. Die Klöster verloren den größten Teil des Wald- und Grundbesitzes und durften nur den Anteil einer normalen Bauernfamilie behalten, obwohl sie viel mehr als hundert Menschen zu versorgen hatten. Willkürliche Anklagen, Verhaftungen und unzählige Schikanen bereiteten die Vernichtung der Benediktinermission in Nordkorea vor.
    Mitten in der Nacht im Mai 1949 wurden aus dem Bett heraus die Ordensoberen von Tokwon mit Abt-Bischof Bonifatius, Prior, Subprior und Professoren verhaftet. Wenige Tage später werden sämtliche anderen Angehörigen der Abtei, Schwestern wie Mönche, ins Gefängnis nach Pyengyang für einen monatelangen Gefängnisaufenthalt in völliger Untätigkeit und unter grauenhaftesten Bedingungen abtransportiert.
    Im August 1949 geht es dann zur letzten Station des Martyriums: das Lager Oksadok hoch im Gebirge, erst nach langem Aufstieg zu Fuß erreichbar, nahe der chinesischen Grenze, völlig entlegen, ein grausames Gefängnis in der Bergwelt.
    Die einzige Freude für die Missionare: Sie sind wieder in benediktinischer Gemeinschaft, mit Schwestern und Brüdern.
    Wie lange dieser Aufenthalt dauere, wisse man nicht, erklären die Polizisten, fünf oder fünfzehn Jahre möglicherweise. Die Weltanschauung der Christen stimme nicht mit der Weltanschauung überein, die jetzt in Korea herrsche. Darum habe man sie jetzt von der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie sollten jetzt hier allein für sich leben und für den Staat arbeiten, hieß es und sich selbst versorgen – nur Bewacher mit Gewehren gab es natürlich.
    Ein paar alte Hütten standen in dem Gebirgskessel, die Bauern von dort hatte man ausgesiedelt, um für die Missionare diesen von der Welt abgeschotteten Winkel der Erde zu verwenden.
    Krankenlager? Keine Matratze, keine Wäsche, kein Kissen, keine Decke, kein Bett.
    Winter? Von Oktober bis März gefrorener Boden und teils Unmassen von Schnee.
    Arbeit im Winter? Bäumefällen und Holzkohle-Brennen.
    Schuhe? Keine, später Sandalen aus Reisstroh.
    Häuser? Selberbauen, sogar für die Bewacher .
    Der Winter 1949/50 bringt die ersten Toten unter den – auch vielen jungen- Schwestern und Brüdern, und
    der Frühling 1950 fordert zahlreiche weitere Opfer.
    Bei Krankheiten gab es keinerlei Medikamente, die die vielen als Krankenschwestern ausgebildeten Missionsschwestern hätten einsetzen können. So verstarben zahlreiche Ordensleute schon nach wenigen Monaten im Lager Oksadok und sind dort am Berghang nach und nach mit den anderen dem Martyrium erlegenen Missionsbenediktinerinnen und – Benediktinern begraben worden.

    Oksadok heißt Steinwüste, weil die Berghänge, auf denen die Benediktiner Felder anlegen mussten, zur Hälfte aus Steinen und zur anderen Hälfte aus Erde bestanden.

  2. Für die Benediktinermärtyrer wurde vor einigen Jahren ein Seligsprechungsprozess eröffnet. Ein Beuroner Mönch gehört auch dazu, Pater Gregor Sorger. Er war auch eine Zeit lang in Maria Laach stationiert. Weiß jemand, wie es um den Prozess bestellt ist?

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