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Düsseldorf: Massenkundgebung für Grundrechte und freie Impfentscheidung

Den folgenden Erlebnisbericht über die Demonstration in Düsseldorf, die am Samstag (12. Februar) mit etwa 10.000 Leuten stattfand, erhielt wir von einer Teilnehmerin, die beruflich im medizinischen Bereich tätig ist:

Ich war mit meiner Mitarbeiterin gestern zum 6. Mal bei der Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in Düsseldorf. Obwohl wir beide im Risiko-Alter sind, käme es uns nicht in den Sinn, uns mit den verfügbaren Impfstoffen gegen das SARS-CoV-2-Virus impfen zu lassen.

Einige unserer Patienten hatten eine Covid-Infektion. Alle haben sie sehr gut überstanden, letztlich auch der Hochrisiko-Patient, der ganz zu Beginn der Pandemie im März 2020 erkrankte und den wir zuhause aufsuchen mussten, weil die Quarantäne-Maßnahmen bei ihm zu einer schweren Depression geführt hatten.

Eine befreundete Kollegin kam wegen einer später aufgepropften bakteriellen Lungenentzündung ins Krankenhaus, musste aber nicht auf die Intensivstation. Die behandelnden Ärzte im Klinikum hatten Verständnis für sie als Ungeimpfte; sie berichteten ihr von schweren Hirnvenenthrombosen, die sie als Impf-Nebenwirkung gesehen hatten. 

Am Ort der Veranstaltung kommt eine Patientin auf uns zu. Mit ihrem knallgelben Stirnband und dem kunstvollen Make-up sieht sie viel fitter aus als noch vor ein paar Tagen in der Praxis, als sie uns ihr Megaphon mitbrachte, weil sie fürchtete, nicht teilnehmen zu können. Jetzt kann sie es selbst tragen. Ihre Familie hat marokkanische Wurzeln.

Warum sie auf diese Demo geht, frage ich sie: „Ich tue das für meine Kinder“, erklärt sie. Sie würde einen Impfstoff, der noch nicht ausreichend erforscht ist, nur in einem medizinischen Notfall akzeptieren, wenn das tatsächliche Risisko der Erkrankung mögliche Impfrisiken sicher überwiegt.

In ihrer Familie ist niemand gegen Corona geimpft. Ihre Schwester ist mitgekommen, „um für meine Freiheit zu kämpfen. Freiheit ist nicht verhandelbar.“  – Ihre 11 jährige Tochter Amira ist es leid, sich in ihrer Klasse immer wieder rechtfertigen zu müssen, warum sie nicht geimpft ist. Die meisten ihrer Mitschüler sind es inzwischen.

Wir beugen uns über das Megaphon, das nicht funktioniert. Als es endlich einsatzfähig ist, hat sich der Platz so gefüllt, so dass keine Chance mehr besteht, den Orthopäden zu finden und die Nachbarin aus dem Stadtteil, die immer dabei sind.

Die Aufschrift weist den Träger einer knallorange Arbeitsjacke vor uns als Arzt aus. Der Kollege führt in einer mittelgroßen Stadt am Niederrhein mit seinem Sohn eine Hausarzt-Praxis, in der pro Quartal 2000 Patienten versorgt werden. Seit vielen Jahren bleiben in der Gegend etwa 20 Kassenarztsitze unbesetzt. Auch der Kollege und sein Sohn werden die Praxis schließen müssen, weil sie sich nicht impfen lassen. 

Sie haben selbst nie Covid-Impfungen durchgeführt und eine Fake-Impfung, die sie sich leicht selbst hätten verpassen können, lehnen sie ab. Die meisten ihrer Patientin sind geimpft. Die Landärzte haben Krankheitsbilder nach der Impfung gesehen, die aufgrund ihrer Häufigkeit den dringenden Verdacht auf einen Zusammenhang aufkommen lassen. So habe es Schlaganfälle trotz einer bestehenden gerinnungshemmenden Medikation gegeben, zahlreiche Beinvenenthrombosen und Gürtelrosen.

Ein 54 jähriger Mann trägt ein gelbes Orts-Schild mit der Aufschrift „Münster“. Er ist nach Düsseldorf gekommen, „weil ich die Bewegung unterstützen möchte. Die Straße ist die wichtigste Protest-Möglichkeit.“ – Er zeigt sich sehr zufrieden mit den wachsenden Zahlen der Montags-Spaziergänge mit bundesweit inzwischen über 400.000 Teilnehmern.

Allmählich setzt sich die Spitze des Zuges in Bewegung. Der Veranstalter begrüßt den WDR und die Rheinische Post. Er verlangt eine faire Berichterstattung und Aufklärung: „Wir wollen gesehen werden und müssen eine unsachliche Berichterstattung aushalten. Die Lokalpolitiker sind feindselig gegenüber uns Bürgern. Je mehr wir die Angst vor den Mitmenschen verlieren, desto mehr kriegen die Politiker Angst vor uns.“ – Bei aktuell autoritäten Tendenzen in unserem Land wolle man sich eine Opferrolle nicht zuweisen lassen.

Wie Opfer sehen sie auch nicht aus, die gutgelaunten Demonstranten aller Altersgruppen, die sich auf den Weg machen. Einige haben Trommeln. Viele von ihnen tragen Plakate. Neben Aufschriften, die sich mit dem Impf-Abo und Nebenwirkungen beschäftigen, gibt es zahlreiche, die auf den größeren Zusammenhang hinweisen:  „Mutwillige Ausgrenzung von Kritikern ist eine faschistoide Willkürmaßnahme. Demokratie ist nicht die Diktatur der Mehrheit. Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“

Reiner, 60 Jahre, hat sich eine buntbedruckte Fahne mit der Aufschrift: Christen für Freiheit umgehängt. Er vertritt keine Organisation und geht mit, weil von den Christen aller Kirchen viel zu wenig zu hören ist: „Das hatten wir schonmal.“

Die Gegendemonstranten am Straßenrand, die rote Karten oder Plakate hochhalten, sind deutlich weniger geworden. Manchmal bemerkt man sie erst durch den viel breiteren Polizeikordon, der sie gegen uns abschirmt.  

Ganz vorne geht in Berufskleidung ein großer Pulk ungeimpfter Beschäftigter im Gesundheitswesen. Auch eine große Gruppe ungeimpfter Feuerwehrmänner ist dabei. Da sie nicht in Dienskleidung demonstrieren dürfen, haben sie sich Warnwesten mit der Aufschrift Feuerwehr angezogen.

Auch wenn der Blick in den Häuserschluchten, durch die wir ziehen, bis in den fünften Stock oder höher geht, sieht man dort kaum jemanden am Fenster. Ganz vereinzelt wird mit einem Impfpass gewedelt oder ein Daumen geht nach unten. Einige der starren Zuschauer winken überraschend zurück, wenn wir ihnen als erste zuwinken. Auch bei jungen Männern mit Migrationshintergrund, die in Gruppen am Straßenrand vorbeilaufen, kann ich sicher sein, dass sie nach einem ersten Stutzen mein Victory-Zeichen begeistert erwidern. Manche stimmen laut in unseren Ruf ein: Friede – Freiheit – Selbstbestimmung.

Wir ziehen vorbei an den Bilker Arcaden, einem riesigen Einkaufszentrum. Im Einkaufstrubel scheinen sich die meisten nicht für uns zu interessieren. Doch auch hier wird mein Victory-Zeichen oft erwidert. Frauen mit Kopftuch enttäuschen mich fast nie. Meist bekomme ich eine verstohlene Geste mit einem kleinen Zeichen nicht am ausgestreckten Arm, sondern in Brusthöhe zurück.

Ich denke daran, was mir neulich ein in Istanbul geborener Taxifahrer berichtete. Die Mehrheit seiner Landsleute sei auf unserer Seite, habe aber Angst, dass ihnen die Chaoten auf den Kopf hauen und nehme deshalb nicht an den Demonstrationen teil. Der Taxifahrer schätzte, dass 2/3 seiner Landsleute einen gefälschten Impfpass haben.

Der Zug erstreckt sich inzwischen über die ganze Länge der Corneliusstraße. Die Polizisten in ihrer schweren Schutzkleidung, die neben uns herlaufen, brauchen nicht einzugreifen. Vor dem Bürgerbüro von Sarah Wagenknecht auf der Corneliusstraße 108 lässt sich niemand blicken..

Auf der Königsalle sitzen wegen der Kälte weniger Menschen in den beheizten Straßencafés als sonst. Einige Passanten hasten mit großen Einkaufstüten an uns vorbei. Inzwischen ist es dunkel und zahlreiche Teilnehmer haben sich Lichterketten umgehängt. Vom Straßenrand aus entdeckt uns der Orthopäde, der heute zu spät aus seiner Praxis kam und etwa eine Stunde den Zug der Demonstranten auf der Königsallee verfolgt hat. Ein Tourist aus Schweden habe sich von ihm das Anliegen der Demonstranten erklären lassen und sei sehr positiv  beeindruckt gewesen.

Den letzten Kilometer schwänzen wir wegen der Kälte und weil wir die U-Bahn noch zeitig erwischen wollen. Immerhin haben wir fast drei Stunden durchgehalten. Das Handy meiner Mitarbeiterin klingelt. Ihre Tochter wird sie zuhause an der Haltestelle abholen. Auch wenn drei ihrer fünf Kinder geimpft sind und niemals an der Kundgebung teilnehmen würden, sind sie doch ein bißchen stolz auf ihre widerständige Mutter.

Heute morgen erreicht mich die Mail eines Rechtsanwalts, der mit seiner Frau auch immer mitmarschiert. Er ist begeistert von der Rede einer Rechtsanwältin am Anfang der Kundgebung, von der wir nichts mitbekommen haben. Sein Eindruck ist auch, dass es dieses Mal noch mehr Teilnehmer waren als sonst. Leider haben wir uns in der großen Menge nicht gesehen.

Aber am nächsten Samstag sind wir wieder auf dem Johannes-Rau-Platz am Rheinufer neben der Staatskanzlei in Düsseldorf um 15:15 Uhr.

Kommentare

3 Antworten

  1. Großartige Schilderungen, weil sie so lebendig einzelne Schicksale und Erfahrungen von Menschen jeder Colour beschrieben haben, die von den Corona-Maßnahmen betroffen sind und auch unter ihnen leiden.

  2. Super Bericht, danke dafür! Ich war von Bonn aus zwei mal dabei, am 8.1. und am 27. 1. (?). Die Zahl der Mitläufer war gestiegen (6000 – 8000? WDR sprach von 3500 Ende Januar. Das war eine FRECHHEIT.)
    Mein Vergleich: Am 17.11.21 wollte ich zum Sonderplenum mit MP Wüst zu 2 G. Ich finde das nicht grundgesetzkompatibel und bin seitdem im WIDERSTAND. Man ließ mich nicht rein in den Landtag. Von 9:20 – 14:45 Uhr stand ich, immer gut bewacht von mindestens 2 Polizisten, auf dem Platz vor dem Landtag in Kälte und Wind. Um 14:45 Uhr sagte mir der alte, unfreundliche Polizist, ich sei „im Auftrag des Landtagspräsidenten des Ortes verwiesen“. So geht „glaubwürdige Demokratie“!
    Das Video der Sitzung auf YouTube, von Phönix hochgeladen, das ich im warmen Bett angekommen ansah, endete VOR der Rede des einzigen Arztes im Landtag, Dr. Martin Vincentz, AfD. Die musste man dann, von der Partei hochgeladen, aktiv suchen.
    Das belegt die AUSGRENZUNG der einzigen Partei, die FÜR unsere FREiHEIT eintritt. …
    Und nun gestern das Schauspiel der Präsi-Wahl. Meiner war er schon 2017 nicht!
    Max Otte ist Präsident der Herzen! Möge er die Verantwortung annehmen
    Heute ist MONTAG – und ich grüße von einer Musikwoche aus Bayern, Kloster Schwarzenberg im Steigerwald! Gute Woche!
    Friedliche Revolution 2.0 läuft. Schließt Euch an.

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