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Esoterik: Kritik am Dalmanuta-Prinzip

Von Jürgen Kutsch

Der offene Umgang mit emotionalen Verletzungen ist in unserer Gesellschaft kein Tabuthema mehr. Die Aufarbeitung seelischer Traumata, oft begleitet von Depressionen, ist vom Rand in die Mitte der öffentlichen Betrachtungen gerückt.

Immer mehr Menschen sind betroffen davon und stellen sich dieser Herausforderung, anstatt sie – wie in früheren Zeiten – zu verdrängen oder zu versuchen, sie anderweitig zu kompensieren.

Seelische Verletzungen bedürfen einer anderen Therapie als körperliche, und die Dauer der Genesung ist mitunter langwierig und verläuft meistens nicht linear.

Das hiesige Gesundheitssystem hat diese Problemstellung zwar erkannt, kann aber mit dem dramatisch anwachsenden Bedarf nicht Schritt halten. Dafür sind die individuellen Problemstellungen zu komplex und die Zahl der fachlich geeigneten Therapeuten ist noch zu niedrig…

Ein breites Bewusstsein zur Bereitschaft, langwierige Prozesse behutsam durchzustehen und zu begleiten, fehlt noch zu oft.

Auf diesem Boden gedeihen nun Angebote, die eine schnelle Heilung seelischer Erkrankungen anbieten, praktischerweise ohne ärztliche Begleitung, und suggerieren einen Weg, auf dem angeblich Selbstheilung möglich ist.

Das Dalmanuta-Prinzip ist eines davon und gefährlich, weil es so verführerisch einfach daherkommt. Wie bei allen Versprechungen über Wunderheilungen steht am Anfang die Verheißung, am Ende bleiben jedoch nur seelische Verwüstung und aussichtslose Trostlosigkeit – wie bei toxischen Drogen, denen man sich verzweifelt anvertraut.

Verhängisvolle Heilsversprechen

Emotional verletzte Menschen brauchen liebevolle Zuwendung, und mit dem Wort „Liebe“ zieht der Entwickler des klangvollen Prinzips seine Kundschaft auf den Leim. Die Liebe als „Urernergie“ darf nicht fehlen – die „Herzensebene“ ist die Basis für die heilende Entwicklung.

„Botschaften, die nur den Verstand erreichen, heilen nicht“, heißt es weiter auf der entsprechenden Homepage, um vorsorglich zu Beginn der „Heilung“ die Vernunft der Hilfesuchenden einzulullen.

Denn dann hat er freie Bahn: „Das Tor zum Himmel soll sich öffnen“, steht da zu lesen, und damit verabschiedet der Autor seine Leser direkt ins Niemandsland der Realitätsferne.

„Das Tor zum Herzen“ ist der nächste Schritt – hört sich auch wunderbar an, aber dafür brauchen Menschen kein neues Prinzip aus einer Duisburger Wohnsiedlung.

Das dritte „Tor zur Welt“ soll angeblich zu „Verantwortung und Meisterschaft“ führen. Auf jeder Kirmes, auf der man es zur Meisterschaft an der Schießbude bringen kann, geht es ehrlicher zu. Hier weiß man zumindest, dass man seinen Verstand für eine Zeit vernachlässigt, um auf „Herzensebene“ eine Plastikblume für seine Liebste zu schießen.

Vereinnahmung biblischer Zusammenhänge

Um dieser profitgesteuerten Masche den letzten Schliff zu geben, bemüht der Autor biblische Zusammenhänge und klittert sie bis zur Unkenntlichkeit zurecht:

„Dalmanuta ist ein Platz am See Genezareth. Dort fanden Wunder statt – Wunder der Liebe und Wunder der Heilung“ usw., usw. wird da verkündet.

Die Sache hat nur einen Haken – sie ist falsch. „Dalmanutha“ wird in der Heiligen Schrift nur einmal erwähnt, und zwar im Markus-Evangelium (Mk 8,10). Und wieviel Wunder geschahen genau dort? – Insgesamt keines.

Der Seminaranbieter geht noch weiter:

im Mäntelchen von „Bodenständigkeit“, „Verantwortungsbewusstsein“ und „gleicher Augenhöhe“ soll der Begriff der Nächstenliebe vermittelt werden.

„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ ist immer ein Evergreen, der bei der Manipulation erkrankter Seelen nicht fehlen darf.

Auch hier unterschlägt der Verfasser die Hälfte, nämlich den wesentlichen Teil des Doppelgebotes der Liebe, das unser Herr Jesus Christus souverän zusammenband: „Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzer Kraft“ (Dtn 6,5) und „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Lev 19,18) ist dessen vollständige Version und kommt nur so zu seiner vollen Tragfähigkeit. Es zeigt die Liebe als innerstes Band menschlichen Lebens.

Quelle und vollständiger Beitrag hier: https://www.stiftung-juergen-kutsch.de/aktuelles/blog/das-dalmanuta-prinzip-ist-irrefuehrend/

 

Kommentare

2 Antworten

  1. Ich habe von dieser „Dalmanuta“ Sache zwar noch nie was gehört. Bin jetzt aber gut gewarnt . Vielen Dank für die Aufklärung. Machen SIe weiter so.

  2. Mensch, Medizin & Alternatves Heilen, Körper & Geist,
    Studie offenbart „biochemische Aura“ des Menschen

    Mainz (Deutschland) – Die Vorstellung von einer „Aura“, einem im gewöhnlichen Sehspektrum unsichtbaren Feld um unseren Körper, wird meist ins spirituell-esoterische Denken verortet. Tatsächlich besitzt unser Körper aber auch unterschiedliche, rein physikalisch messbare Felder, die der Vorstellung einer Aura recht nahekommen. In einer aktuellen Studie zeigen Biochemiker nun ein Oxidationsfeld, durch das wir diverse Moleküle an unsere Umgebung abgeben und damit sogar die Chemie von uns umgebender Raumluft verändern können – eine Art biochemischer Aura. weiterlesen…

    https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/studie-offenbart-biochemische-aura-des-menschen20220914/

    https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de

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