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Die Europäische Kommission hat ihre offizielle Antwort auf die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „My Voice, My Choice“ gestern veröffentlicht und die zentrale Forderung nach Einrichtung eines eigenen EU-Fonds zur Finanzierung von Abtreibungen abgelehnt, gleichzeitig aber angekündigt, dass ein bereits bestehender Fonds hierfür genutzt werden kann: der Europäische Sozialfonds ESF+.

Zum ersten Mal betont die Europäische Kommission damit unmissverständlich, dass EU-Gelder für die Finanzierung von Abtreibungsleistungen genutzt werden können.

Als Begründung führten die beiden Kommissionäre Hadja Lahbib und Roxana Mînzatu bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kommissionsentscheidung aus, der freie Zugang zu vorgeburtlichen Kindstötungen sei eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Eine so definierte Leistung kann schlechterdings keine Straftat sein.

Die beiden Kommissionäre haben daher nichts anderes getan, als die Abschaffung der bisherigen fundamentalen Rechtsordnung, nach der die Tötung eines Menschenlebens weder sozial gerecht ist noch der Gesundheit dient, mal eben im Rahmen einer Pressekonferenz zu verkünden.

Bruch mit der Rechtssprechung der EU

Allerdings gilt laut EU-Verträgen: Die ergänzende, koordinierende oder unterstützende Tätigkeit der EU hat „unter Ausschluss jeglicher Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten“ (Art. 168 Abs. 5 AEUV) zu erfolgen. Was gestern von der Europäischen Kommission vorgetragen wurde, muss daher als Bruch mit der europäischen Rechtsprechung bezeichnet werden.

Wundern braucht das niemanden. Zu den Unterstützern der Initiative zählt sich auch Hadja Lahbib, die belgische Kommissarin, die sich bei der Vorstellung des Abstimmungsergebnisses der Kommission ausdrücklich mehrfach bei den Initiatoren von „My Voice, My Choice“ für ihr „schlaues Vorgehen“ bedankte.

Teil dieser Strategie war, dass sie ihre Forderung fälschlicherweise als Maßnahme der „Gesundheitspolitik“ darstellten. Genau dies hat die Kommission in ihrer Argumentation aufgegriffen. Doch eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, und Abtreibung ist keine Therapie. Stattdessen handelt es sich um die vorsätzliche Tötung eines menschlichen Lebens.

In allen EU-Mitgliedstaaten – auch in jenen mit restriktiven Regelungen – ist medizinische Hilfe bei Lebensgefahr der Schwangeren rechtlich erlaubt. Es besteht daher keine Notwendigkeit, für eine Abtreibung, die das Leben der Mutter retten könnte, ins Ausland zu reisen.

Wie mit Abtreibungen aus anderen Gründen umgegangen wird, obliegt der nationalen Rechtsprechung der Mitgliedstaaten.

Kompetenz der EU-Staaten untergraben

Der von der EBI geforderte neue Finanzierungsmechanismus für einen EU-weiten Abtreibungstourismus untergräbt die Kompetenz der Mitgliedstaaten, in deren ausschließlicher Zuständigkeit die Regelung von Abtreibungen und gesetzgeberischen Maßnahmen liegt.

Eine Zustimmung hierzu hätte bedeutet, dass die Kommission eindeutig ihre Zuständigkeit überschreitet und gegen die Loyalitätspflicht gegenüber den Mitgliedstaaten verstößt. Nun glaubt man, einen eleganten Weg gefunden zu haben, diese Widrigkeiten zu umschiffen.

Die Kommission hat klargestellt, dass der bestehende EU-Fonds ESF+ (Europäischer Sozialfonds) genutzt werden kann, um den Zugang zu Gesundheitsversorgung für schutzbedürftige Personen zu verbessern.

Hierunter seien auch Abtreibungen zu verstehen – und das sei schon immer möglich gewesen, so Roxana Mînzatu, die rumänische Vizepräsidentin der Kommission, in der Pressekonferenz zur Vorstellung des Kommissionsergebnisses gestern in Brüssel.

Wenn das so ist, muss gefragt werden, wofür es dann überhaupt eine Bürgerinitiative gebraucht hat, die genau einen solchen Fonds fordert.

Zweckentfremdung des Sozialfonds ESF+

Vielmehr scheint es so zu sein, dass das Vorgehen der Europäischen Kommission eine Zweckentfremdung dieser Mittel darstellt und den Charakter des ESF+ als Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Inklusion pervertiert.

Das gibt Anlass zu dem Verdacht, dass die Kommission unter dem Deckmantel sozialer Politik einen rechtlich unzulässigen Abtreibungstourismus fördern will, um den ideologischen Forderungen von „My Voice, My Choice“ nachzugeben.

Die ALfA-Bundesvorsitzende Cornelia Kaminski (siehe Foto) erklärt dazu:

„Der ESF+ ist dafür da, Menschen in Arbeit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu bringen – nicht, um rechtlich und ethisch hoch umstrittene Maßnahmen wie einen EU-finanzierten Abtreibungstourismus zu etablieren.

Er dient explizit dazu, Familien mit Kindern vor Armut und Not zu schützen. Sollte dieser Schutz nun darin bestehen, dass die Mittel des Fonds genutzt werden, um die betroffenen Kinder vor ihrer Geburt zu töten und dies den Familien in Not als Ausweg zu präsentieren, so wäre das an Zynismus nicht zu überbieten.“

Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) hat in den vergangenen Monaten intensiv Aufklärungsarbeit geleistet und Politiker auf Bundes- und EU-Ebene über die rechtlichen und ethischen Gefahren dieser Initiative informiert:

„Zugleich haben wir daran erinnert, dass die 2014 gestartete EBI ONE OF US‘ mit 1,89 Millionen Unterstützungsbekundungen bis heute die erfolgreichste aller 120 Europäischen Bürgerinitiativen ist. Sie forderte die EU auf, keine Initiativen zu finanzieren, die die Zerstörung menschlichen Lebens in seiner frühesten Form beinhalten.

Es ist bemerkenswert, dass deutlich mehr EU-Bürger die Solidaritätsbotschaft von ONE OF US unterstützt haben als ‚My Voice, My Choice‘, die lediglich ca. 1,2 Millionen Unterstützer hatte.“

Kommentare

13 Kommentare

  1. Wissen plus Wahrheit gleich Weisheit für Sonnabend den 28. Februar 2026

    Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!
    Jesaja 29,16

    Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
    Epheser 2,10
    ———————–
    Alles was zu Christus lenkt bringt den Heiligen Geist und das Lebendige – das Leben.

  2. Es ist eben NICHT die EU —— es ist die von Uschi (cdu) und Weber (csu) gelenkte EU —- überall wo Union drauf steht, ist die Kultur des Todes drin, ob Berlin oder Brüssel

  3. „DANKE, USCHI“

    Ein weiterer Akt skrupelloser Übergriffigkeit der EU – Kommission unter Führung der „C“DU – Politikerin U. von der Leyen.

    Sie hat – nicht zuletzt wegen eklatantem Mißmanagement in der Corona-Zeit – etliche Mistrauensvoten bekommen , und überstanden.

    Ich halte die EU, so wie sie sich entwickelt hat, für nicht reformierbar.

  4. „Es ist bemerkenswert, dass deutlich mehr EU-Bürger die Solidaritätsbotschaft von ONE OF US unterstützt haben als ‚My Voice, My Choice‘, die lediglich ca. 1,2 Millionen Unterstützer hatte.“
    Genau das ist ja das generelle Problem, die ganzen Woken und Linken bestimmen die Politik, obwohl sie in der Minderheit sind (das gilt auch für andere Themen, nicht nur das Thema „Auftragsmord“ (ich zitiere hier Papst Franziskus)).
    Leider sind auch noch zu viele Christen so dumm und wählen genau das, was sie nicht wollen (Unionsparteien). Das ganze ist eindeutig satanisch und wenn wir so weiter machen, wird es mit uns schlimmer enden als mit Sodom und Gomorrah.

      1. @ Holger Jahndel: Die ÖDP ist sicherlich meilenweit besser als die Grünen, aber vertreten die auch Thesen wie „menschengemachter Klimawandel“? Waren die gegen die Genspritze? Wie wollen die mit dem Migrationsproblem umgehen? Ich muss zugeben, dass ich mich nicht so eingehend mit der ÖDP beschäftigt habe. Zudem stellt sich die Frage, wie hoch die Chance ist, dass sie auf eine nennenswerte Anzahl von Wählerstimmen kommen. Mit der AfD haben wir jetzt jedenfalls eine Chance den Wechsel herbeizuführen.

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