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Evangelikale Kritik an Charismatiker Hinn

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel „Der Wolf im Maßanzug“ befaßt sich die evangelische, theologische konservative Zeitschrift IDEA mit dem bekannten Starprediger Benny Hinn (siehe Titelfoto).

Der US-amerikanische Vertreter eines „Wohlstandsevangeliums“ habe – so die evangelikale Zeitschrift in ihrer Ausgabe Nr. 8/2021 – mit seinen „Heilungskreuzzügen“ ein finanzielles Vermögen geschaffen (laut Wirtschaftsmagazin „Forbes“ besitzt er 42 Millionen US-Dollar).

Hinn behauptet, durch seine euphorischen Massenveranstaltungen seien tausende Kranke geheilt worden, wobei er sich auf die Kräfte des „Heiligen Geistes“ und angebliche biblische „Verheißungen“ beruft.

Allerdings widerspricht sein Neffe Costi Hinn diesem Selbstlob und erläutert in einer Neuerscheinung, dem Prediger sei es vor allem um seinen persönlichen Gewinn und Vorteil gegangen. Näheres dazu schreibt der Autor in seinem Buch „Gott, Gier und Geld“ aus dem evangelischen CLV-Verlag.

Er wirft seinem Onkel vor, arme Menschen ausgebeutet zu haben, um selber reich zu werden – und dies mit Verweis auf das von ihm propagierte „Wohlstandsevangelium“, das in einem erheblichen Teil der charismatischen Bewegung seit Jahrzehnten weit verbreitet ist.

Vor über einem Jahr, am 7. Januar 2020, haben wir in unserem CHRISTLICHE FORUM über die skeptischen Äußerungen von Costi Hinn berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2020/01/07/costi-hinn-neffe-eines-charismatischen-star-predigers-findet-zum-nuechternen-glauben/

Nach Erscheinen seines Buches liegen nun weitere Informationen vor.

Vor rund 10 Jahren erschien im CHRISTLICHEN FORUM ein Artikel, in dem wir uns mit Benny Hinn befaßt und hierbei das von ihm – wie von vielen Charismatikern – praktizierte „Ruhen im Geist“ kritisiert haben: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/08/benny-hinn-der-charismatische-starprediger/

Unser damaliger Untertitel lautete daher ironisch: „Benny Hinn – und Du bist hin!“

Gemeint ist damit ein tranceartikes Rückwärtsfallen nach einer „Segnung“ mit Handauflegung (oder mittels vermeintlicher „Geistaussendung“) durch einen Heilungsprediger. Das Phänoment ist auch als sog. „Toronto-Segen“ bekanntgeworden, weil es in Toronto während der 90er Jahre zu zahlreichen schwarmgeistigen Manifestationen kam.

Wir bezeichnen diesen Vorgang recht anschaulich als „Hammersegen“ und bestreiten die pfingstlerische Behauptung, es handle sich hierbei um eine „Taufe im Geist“ oder eine sonstige himmlische Gnadenbezeugung. Aus unserer Sicht wirkt der wahre Geist Gottes nicht ohne oder gar gegen den Verstand und auch nicht am menschlichen Bewußtsein vorbei.

Der Heilige Geist macht uns geistig wach – und legt uns nicht flach.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Kommentare

6 Antworten

  1. Und siehe zur Kritik des Charismatismus den schlichten aber ehrlichen Lutheraner Horst Koch mit seiner Kritik der Schwarmgeisterei und an schwarmgeistigen Bewegungen.

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