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Von Felizitas Küble

Die evangelische Nachrichtenagentur IDEA hat heute (21. Juli) auf ihrem Internetportal einen Beitrag veröffentlicht, der den Titel trägt: „Rosenkranz beten – auch als evangelischer Christ?“

Das Thema kommt nicht von ungefähr. Die evangelikale Medienzentrale schreibt weiter:

„Ausgangspunkt der Diskussion ist der Podcast der beiden christlichen Influencerinnen Jana Highholder und Jasmin Neubauer „Jana & Jasmin – In Zeiten wie diesen …“.  

Wie Highholder sagte, praktiziert sie das Rosenkranz-Gebet seit einigen Monaten. Es bringe sie in die Gegenwart Gottes und verändere ihr Herz. Ihrer Ansicht nach wird dabei nicht Maria, die Mutter Jesu, angebetet, sondern „an der Seite Marias das Leben Jesu betrachtet“. Jasmin Neubauer lehnt im Podcast das Gebet ab.“

Danach folgt ein sehr kritischer Artikel des evangelisch-freikirchlichen Pastors Waldemar Justus zum Rosenkranz: https://www.idea.de/artikel/rosenkranz-beten-auch-als-evangelischer-christ

Die Ärztin und Autorin Jana Highholder ist mir bereits am 23. Januar 2024 beim IDEA-Neujahrsempfang in Wetzlar mit ihren diesbezüglichen Äußerungen aufgefallen.

Schließlich geschieht es nicht alle Tage, daß eine namhafte evangelische Persönlichkeit erklärt, bewußt auch ab und zu eine katholische Meßfeier zu besuchen und zudem gerne den Rosenkranz zu beten. (Das Jana-Foto rechts entstand auf dieser IDEA-Tagung.)

Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich vor allem einige Lutheraner (die im allgemeinen dem Marienlob näher stehen als Freikirchler), die kein Problem mit dem Ave-Maria-Gebet, dem Angelus oder dem Rosenkranz haben. Dies gilt z.B. auch für unsere langjährige Mitarbeiterin Ursula Reinsch, die als Evangelische sogar gerne den Rosenkranz betete, wie wir in unserem Nachruf erwähnten.

Ursula und gleichgesinnte Evangelische wissen, daß es im Rosenkranz zentral um die Heilsgeheimnisse Christi geht, vor allem um seine Menschwerdung, sein Leiden, seinen Sühnetod am Kreuz, um Jesu Auferstehung und Himmelfahrt.

Kurzformel der Heilsgeschichte Gottes

Dieses Erlösungswerk des HERRN wird gleichsam an der Hand Mariens betrachtet und vertieft  – das hat Jana Highholder richtig erkannt. In gewisser Weise stellt der Rosenkranz eine betrachtende Kurzformel der christlichen Heilsgeschichte dar. Von einer „Anbetung“ der Madonna kann ohnehin keine Rede sein; es geht dabei um eine Verehrung, die der Christusliebe dienen soll.

Der Rosenkranz beginnt ganz biblisch-kirchlich mit dem Credo (Apostolischen Glaubensbekenntnis) und dem Vaterunser.

Das sich wiederholende Ave Maria ist ebenfalls neutestamentlich geprägt. Drei Viertel des Gebets entstammen wörtlich dem Lukas-Evangelium, zunächst aus dem Gruß des Engels Gabriel, danach aus dem Lobpreis ihrer Verwandten Elisabeth entnommen:

Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der HERR ist mir dir  –   Du bist gebenedeit (gesegnet, gepriesen) unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus….(z.B….der von den Toten auferstanden ist)  – Heilige Maria, Mutter Gottes  –  bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Der Titel „Mutter Gottes“ stammt ebenfalls aus dem NT, denn Elisabeth begrüßt Maria mit der Anrede „Mutter meines HERRN“ – und der Ausdruck HERR steht sowohl im AT wie im NT immer für Gott, den HERRN.

Somit hat Elisabeth, vom Heiligen Geist erfüllt, bereits die GOTTHEIT Christi schon erkannt, als der Erlöser zwar von der seligen Jungfrau empfangen, aber noch nicht geboren war.

Lediglich der Schlußsatz des Ave Maria („bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes“) ist kein Text aus der Bibel. Hier werden freilich nüchtern und tiefsinnig Sünde und Tod beim Namen genannt und nicht verdrängt, vielmehr bei jedem Ave von neuem in Erinnerung gerufen.

Übrigens beten auch orthodoxe Gläubige seit langem den Rosenkranz (wenngleich in einer leicht veränderten Form); es handelt sich also keineswegs um ein rein katholisches „Ritual“.

Woran nun evangelische Christen aus ihrer Sichtweise Anstoß nehmen können, ist die Anrufung Mariens als solche – und ihre Verehrung als Fürsprecherin. (Allerdings hat Martin Luther selber erklärt: „Maria bittet im Himmel für die Kirche“, würdigte sie somit als Fürbitterin für die Gläubigen.)

Zu diesem Thema „Verehrung und Fürsprache der Heiligen“ haben wir bereits vor vielen Jahren einen Grundsatzartikel veröffentlicht:

Fürsprache der Gerechten: Verehrung und Anrufung der Heiligen aus biblischer Sicht

Kommentare

38 Kommentare

  1. An der Hand Mariens durch das Leben Jesu wandern: Das ist der Rosenkranz! Viele Details öffnen sich da, die zum Nachdenken einladen.
    Wie auf dem Bild z.B. so schön sichtbar, begegnen sich beim Treffen von Maria und Elisabeth die beiden Ungeborenen! Bei der Konzeption Mariens war nach der Aussage des Engels die Cousine schon im 6. Monat, Maria wanderte dann eilends, also wohl wenige Tage wohl nach der Verkündigung nach Ain Karim, ca 10 Tagereisen, wohl zusammen mit Josef oder ihrem Vater – sicher nicht alleine – zu Elisabeth und blieb dort 3 Monate, also wohl bis zur Geburt des Johannes und dessen Beschneidung, was ja ein großes Verwandtenfest war. Der ungeborene Johannes im Leib seiner Mutter „erkannte“ also das noch winzige menschliche Ungeborene, das göttliche Kind, das nach den Berechnungen seine ersten Herzschläge unter dem Herzen Mariens gerade eben gemacht hatte (ab dem 21. Tag schlägt das kindliche Herz und pumpt eigenes kindliches Blut durch das Körperchen). Der ungeborene Johannes sprang vor Freude im Leib seiner Mutter – was diese ja auch als Bestätigung ihrer Schwangerschaft ansehen konnte! Sie hatte ja zurückgezogen gelebt die ersten Monate, als sie als alte Frau schwanger wurde. Woran hätte sie sonst ihre Schwangerschaft erkennen können? Durch die Bewegung des Kindes!
    (Weitere Gedanken dazu in meinem Büchlein: Maria und Josef – eine Liebesgeschichte, 2023 Dominus-Verlag)
    So ist die sogenannte Heimsuchung Mariens gerade auch für im Lebensschutz Engagierte ein Hinweis auf die Persönlichkeit des Ungeborenen! Das winzige Jesuskind strahlt offensichtlich bereits mit seiner Persönlichkeit und Anwesenheit aus auf das andere Ungeborene! Ein Weiteres: Elisabeth spricht Maria an mit dem Wort „Mutter“ ! Obwohl das Kind noch gar nicht geboren ist, spricht sie Maria an mit „Mutter“. Das ist auch völlig richtig! Denn jedes Kind hat eine Mutter, auch das Kind im Leib der Frau! Sie ist bereits Mutter ab der Empfängnis! Man bekommt ja auch heute den Mutterpass sofort bei Bestätigung der Schwangerschaft! Man wird also nicht Mutter erst durch die Geburt. Daher steht lt. Grundgesetz schon der Schwangeren jede Hilfe und Unterstützung durch den Staat zu, denn dort heißt es, dass jede M u t t e r Anspruch hat darauf. Warum hebt die Kirche nicht mehr darauf ab? Warum strengen wir nicht stärker unsere Fantasie an, wie wir Frauen ermutigen können, ihr Kind nicht töten zu lassen, auch wenn sie es vielleicht nach der Geburt vorübergehend in Pflegehände geben müssen? Warum ermutigen wir nicht Frauenorden, sich für eine solche Inobhutnahme von Säuglingen aufzustellen? Ich bin überzeugt, dass Novizinnen dort nicht ausblieben. Was gibt es Schöneres, als von Tod bedrohte Kleinkinder mit Liebe zu umsorgen, zu wickeln und zu betreuen? Früher gab es in vielen Städten solche Säuglingsheime.
    Wir beten jeden Dienstag (seit 4 Jahren) beim Gehen um die größte Tötungsstätte Bayerns in München Freiham – einzeln gehend – den Rosenkranz mit besonderen, das Jesus k i n d betrachtenden Einschüben: 1. Jesus, der wie jedes Menschenkind im Leib seiner Mutter heranwuchs; 2. Jesus, der in einem Stall geboren wurde und in einer Futterkrippe lag; 3. Jesus, der mit seinen Eltern aus Todesgefahr fliehen musste; 4. Jesus, der von seinem Pflegevater wie sein eigenes Kind geliebt wurde; 5. Jesus, der im Haus seines himmlischen Vaters die Heilige Schrift auslegte. – Blickt man dabei auf die Fenster im 2. Stock des Ärztehauses, wo die Tötungen stattfinden, ca. 10 am Tag, dann erkennt man den Sitz im Leben dieser unserer Gebete!

  2. Der Mensch ist der Täter. Und Gott ist der Gesetzgeber, der Ankläger und der Richter und der Begnadiger derer, die er begnadigt. Der Mensch wurde zum Täter, weil er vom Baum der Erkenntnis nahm statt sich nur Gottes Offenbarung der Erkenntnis unterzuordnen. Bibelkritik ist Offenbarungskritik. Der Täter versucht natürlich, an Gottes Gesetz /Offenbarung „herumzufummeln“. Bitte kein Mißverständnis: Das bekannteste Dokument zum Bibelverständnis Bibeltreuer (sola scipture-Christen), die 1. Chicago-Erklärung sagt ausdrücklich, daß NICHT alle Bibelkritiker zur Hölle fahren, Bibelkritik als solche Heilsabwesenheit zeigt, betont aber die Gefahren der Bibelkritik!

  3. Der Artikel beginnt mit einem Hinweis auf das eher linksevangelikale Magazin IDEA. Das druckt einen kritischen Kommentar ab zur Forderung von Frau Highholder von Pastor Waldemar Justus.

  4. „Allein die Schrift“ ist wirklichkeitsfremd, wenn man die Entstehungsgeschichte der Bibel berücksichtigt.

    Aber für Herrn Motte ist die Bibel – wenn ich ihn richtig verstanden habe – 1:1 von Gott diktiert worden. Dann ist das „sola scriptura“ nur folgerichtig.

    1. Bernhard: Wie „wirklichkeitsfremd“ ist die Vorstellung daß Gott, der Allmächtige, der Himmel und Erde schuf, der unsere verfaulenden Leiber auferweckt, und so unendlich vieles mehr, nicht eine fehlerlose Offenbarung von sich und seinem Wollen hinkriegt, nicht SEIN Wort so diktiert, wie jder Chef seiner Sekretärin oder Sie und ich in den Computer? DIESER Gott sollte Fehler in SEINER Offenbarung zulassen? Mir kommt die Bibelkritik etwa beider Großkirchen da schon eher wirklichkeitsfremd vor… Alle Schrift ist eingeben, sagt Gottes Wort. Sollte Gott Falsches eingeben?
      Wie wirklichkeits- und weltfremd ist dagegen vielleicht doch die katholische Lehre, daß zwar alle Offenbarung abgeschlossen ist, daß aber die Apostel als Offenbarungsempfänger weite Teile der Offenbarung nicht offenbarten, sondern erst über Tausende von Jahren die so oft auch schrecklich irrende „Kirche“ (schon das Wort gibt es in der Bibel gar nicht) tröpfchenweise ermittelt, was längst Toten angeblich offenbart wurde?

      1. Mein Beitrag war als Antwort auf einen Kommentar weiter unten gedacht, irgendwie ist der falsch „gelandet“.

        Ich möchte hier nicht diskutieren, ob z.b manche alttestamentarische Texte aus verschiedenen Vorlagen zusammengeschrieben worden sind. Was man aber weiß, ist dieses: es kursierten in den ersten drei Jahrhunderten verschiedenste Schriften über Jesus, und auf den Konzilien von Konstantinopel, Nicäa und Chalcedon wurde – von den dort anwesenden Bischöfen – festgelegt, welche Schriften definitiv in die Bibel aufgenommen werden und welche nicht.
        Schon allein das zeigt, dass die Bibel nicht „vom Himmel gefallen“ ist.

        1. @Bernhard:

          Der Heilige Irenaeus von Lyon zählte noch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas zum Kanon des Neuen Testamentes und verwandte die Septuaginta-Bibel mitsamt der darin enthaltenen „Weisheitsliteratur“ als altes Testament. Die russisch-orthodoxe Kirche übernahm diese Schriften als kanonisch, die alte syrische bzw. assyrische Kirche von Antiochia immerhin den 1. Clemensbrief in ihren Bibel-Kanon des NT. Erwähnenswert wäre noch der Barnabas-Brief als Teil des neuen Testamentes in einer Bibel-Version und die Tatsache, dass die Septuaginta-Bibel die Ur-Bibel des Urchristentums war. Der Judas-Brief im Neuen Testament zitiert auch aus dem äthiopischen Henoch-Buch, welches bis heute zum breiteren und engeren Bibel-Kanon der koptisch-äthiopischen Tewahedo-Kirche gehört.

        2. Clemens von Alexandria und sein Schüler Origenes kannten und verwandten noch das Ägypter-Evangelium, aus welchem noch der 2. Clemens-Brief als ältestes erhaltenes Beispiel einer christlichen Predigt zitiert. Noch Eusebius und Ambrosius und der Mystiker Johannes Chrysostomus waren Origenisten. Gregor Thaumaturgus war ein Schüler des Origenes.

          Christuswege

          http://www.christuswege.net

        3. Bernhard: Falsche Abschriften widerlegen keinswegs die Eingebung der richtigen von Gott. Die katholische Kirche legte erst im Konzil von Trient fest, was für sie zur Bibel zählt. Vorherige Erkenntnisse der wahren Bibel durch die ungeteilte Kirche sind Erkenntnisse, nicht Festlegungen. Stellt man fest, was Goethe schrieb, ist das auch Erkenntnis, nicht Festlegung, und gibt erst recht nicht das Recht von Goethes Werk etwas abzuziehen oder dieses zu ergänzen.

          1. Guten Tag,
            die katholische Kirche hat auf dem Konzil von Trient den Bibelkanon nicht etwa erst festgelegt, sondern vielmehr ihren frühchristlich definierten Kanon bestätigt (!), unter anderem, weil die deuterokanonischen Bücher (die in der Septuaginta enthalten sind), von den Reformatoren als angeblich „apokryph“ deklassiert wurden. Dem sollte widersprochen werden durch erneute Bekräftigung des überlieferten Kanons.
            Übrigens hat die orthodoxe Kirche denselben Bibelkanon wie die katholische – und sie entstand ca. 500 Jahre vor Luthers Reformation.
            Freundlichen Gruß
            Felizitas Küble

          2. Es ging mir nicht um falsche Abschriften, sondern um etwas anderes, aber das würde jetzt zu weit führen.

            Der Vergleich mit Goethe passt nicht, weil Goethe ein realer Mensch war, der die Feder geführt hat, Gott jedoch nicht.

      2. @Ulrich Motte:

        Mysterium – siehe auch „Mysterien“ und „Mysterion“ in der Bibel in AT und NT – manche Mysterien wurden erst später als den Glauben vertiefend offenbart – das Christentum ist auch Mysterien-Tradition.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Mysterium

        Siehe auch den Benediktiner Odo Casel mit seiner wiederentdeckten Mysterien-Theologie und die mystische theologische „Sophiologie“ der russisch-orthodoxen Kirche Russlands.

  5. „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“
    Und Elisabeth, vom Heiligen Geist erfüllt, glaubte Maria. Das Kind hüpfte in ihrem Leib, als Elisabeth den Gruß Mariens hörte. Doch es ist Marias Glaube, den sie zuvor Elisabeth verkündet, der den Glauben Elisabeths ermöglicht. Es ist die erste Glaubensweitergabe.

  6. Ich bete täglich den Rosenkranz. Schlicht und ohne Zusatz von anderen Gebeten, auch nicht den Fatimazusatz.
    Man kann erleben, welch ein Frieden und teils Hilfe von oben durch dieses Gebet kommt.
    Es dauert meist 25 Minuten.
    Es ist eine Betrachtung der biblischen Ereignisse. Wer eine „Anbetung“ Mariens darin sehen will, liegt meines Erachtens falsch.
    Jedoch würde ich es keinem empfehlen, der mit dem Rosenkranzgebet nichts anfangen kann. Es gibt auch andere schöne Gebete.
    Ich empfehle die Aktion „Deutschland betet Rosenkranz“. Immer 18 Uhr am Mittwoch in vielen Städten in D. für den Frieden in der Welt

  7. Zum Artikel:

    Der Rosenkranz ist kein „rituelles“ Gebet, in dem Sinne dass es eine strikte Form hätte, die für ihre Wirksamkeit eingehalten werden müsste (wie es beim Messkanon der Fall ist, obwohl auch dort die Messe nicht sofort ungültig wird, aber das ist ein anderes Thema).

    Der erste Teil des Ave Maria ist biblisch, auch wenn es manchen Evangelischen vielleicht nicht schmeckt. Beim zweiten Teil ist es so, dass wohl viele Evangelische (ich weiß nicht, ob alle) glauben, dass die Toten erst bei der Wiederkunft Christi wieder auferstehen. Und dann macht die Bitte um Fürbitte an die Heiligen für sie natürlich keinen Sinn (und ist dann auch nicht biblisch, wenn man davon ausgeht, dass die Auferstehung der Toten erst bei Wiederkunft Christi biblisch ist).

    Was für Evangelische natürlich nicht geht, sind die beiden letzten Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes, und manche des lichtreichen (z.B. „der uns die Eucharistie geschenkt hat“).

    Und allgemein (und da habe ich ich ehrlich gesagt auch meine Zweifel) wird ein evangelischer die Frage stellen, ob man wirklich „bei Christus landet“, wenn erst einmal ein Mensch so sehr herausgestellt wird.

    1. @Bernhard:

      https://www.bibelkommentare.de/kommentare/k-4461/der-prophet-daniel-und-seine-botschaft/kapitel-2

      Dann fällt auf, dass sie wegen des „Geheimnisses“ beten. Gemeint sind der Inhalt und die Deutung des Traumes. Das Wort Geheimnis kommt in Daniel 2 insgesamt achtmal vor. Es ist kennzeichnend für das ganze Kapitel (vgl. Verse 18,19,27,28,29,30,47). Es gibt kein Kapitel der Bibel, in dem dieses Wort häufiger vorkommt. Das benutzte Wort ist hier das aramäische Gegenstück zu dem griechischen Wort „mysterion“ (Mysterium = Geheimnis), das wir im Neuen Testament einige Male finden. Im Neuen Testament ist damit an fast allen Stellen eine Wahrheit gemeint, die im Alten Testament verborgen war, jetzt aber den Gläubigen offenbart ist. Hier in Daniel 2 handelt es sich ebenfalls um eine verborgene Sache, die nur Gott kannte und die Gott denen offenbaren wollte, die Ihn hier darum bitten.

      1. Das „Thema“ eines Gesätzes des Rosenkranzes wird als „Geheimnis“ bezeichnet.

        Das ist nur ein Name und hat mit geheimen Offenbarungen aus dem Buch Daniel nichts zu tun.

  8. Jutta: Gedenket an Eure Vorsteher, die euch das Wort Gotteses gesagt haben… (Hebräer 13, 7) ist ein Gebot Gottes. Das mit der Heiligenverehrung im Katholizismus in Bezug zu setzten, wie Sie es tun, ist abwegig, was auch klar aus der Heiligenlehre des Katholizismus hervorgeht. Anders als Sie schreiben, ist auch (auch nach katholischer Lehre) die Bitte um Fürbitte an Maria nicht einfach gleichzusetzen mit einer solchen Bitte an eine Nachbarin oder Cousine. Mir ist im 35 Jahren im konservativen Evangelikalismus auch niemand begegnet, der sich beim Umtun, Lesen, Beschäftigen ständig fragt, ob er Gott beleidigt… Könnte sein, daß das eher zutrifft auf solche, die wegkommen wollen vom Sola Scriptura-Prinzip? Und was das angebliche katholische „Mehr“ angeht: Wenn ich Bachs Werke spielen oder hören will, sind Beigaben nicht mehr, sondern Verfälschung des Werks von Bach. Und das gilt natürlich noch mehr von Gottes Werk. Ob Sie oder andere das wünschen, ist unerheblich: Offenbarung 22, 19. Genauso unerheblich ist, was Frau Highholder (eine Pfingstlerin?) sagt: Evangelisch ist, was biblisch ist (siehe schon das Augsburger Bekenntnis von 1530).

    1. Mit ihnen, Herr Motte, ist nicht zu diskutieren.
      Das geht auch über meine Kraft.Ich habe viel erlebt im evangelikalen Bereich, auch im lutherisch-evangelischen…nichts davon hat mich so ergriffen wie das Katholische…und nichts und niemand, bis auf meine Inge, die evangelisch war, davon hat mich überzeugt..aber das Katholische hat Antworten…

      Ja, mag sein, ich habe mich schlecht, missverständlich, ungenügend ausgedrückt…das tut mir dann natürlich leid..

      Aber ich bin froh und dankbar, katholisch zu sein, trotz synodalem (Holz-)Weg…trotz diesem Bodenpersonal, das mich oft verwirrt…ich bin zuhause….in guter Gesellschaft mit Maria und Josef, den Aposteln und allen Heiligen…und ich wünschte, ich hätte nur einen Bruchteil ihres Glaubens und Vertrauens in den Allmächtigen…
      Gott ist ein Gott der Lebenden….

      und:
      https://m.youtube.com/watch?v=owLedA3CE_k&list=UUaJBwb7XkojUOPbz_6uzPag&index=1&pp=iAQB

      Roumie über das Herz des katholischen Glaubens, die Eucharistie…auch wenn ich so gut wie nie kommunizieren kann, wie es sein soll, stimme ich aus vollem Herzen zu…denn ich habe das doch wenigstens einmal schon erleben dürfen…

      1. Frau Jutta schrieb:

        Aber ich bin froh und dankbar, katholisch zu sein, trotz synodalem (Holz-)Weg…

        Da es mir ähnlich ergangen ist (ehemals ev. luth.), stimme ich Ihnen gerne zu.

        MfG

    2. Warum ist die Bitte um Fürbitte an Maria anders als eine solche Bitte an eine Nachbarin oder Cousine?
      Nach katholischer Lehre hat Maria immer den Willen Gottes getan, und möglicherweise zählt das Gebet eines sehr Gerechten vor Gott mehr als das Gebet eines Sünders; prinzipiell ist es aber dasselbe.

      1. Bernhard: Bitte lesen Sie im Internet „Got questions“ (auch zu anderen Glaubensfragen) „Was Mary sinless?“ . Dort wird dargelegt, daß nur Jesus sündenlos war, alle (!) Menschen aber nicht – und eine Ausnahne für Maria etwa auch nach Römer 3, 23 nirgendwo in der Bibel behauptet wird.

        1. Ich möchte hier nicht diskutieren ob Maria Sünden los war oder nicht. Darum ging es mir hier gar nicht.

          Meine Kernaussage war „es besteht prinzipiell kein Unterschied ob Maria Gott bittet oder eine Cousine oder Nachbarin“.

          1. Bernhard: Ein Unterschied liegt darin, daß die katholische Kirche Maria als völlig anders ansieht als eine Nachbarion oder Cousine, ihr Eigenschaften verleiht, die nur Gott hat. Und deshalb darf der Katholik Maria zwar nicht anbeten, aber zu ihr beten. Der wesenhafte Unterschied von Maria zu Cousinen /Nachbarn, Bitten zu Maria als Beten, ist das Entscheidende. Zudem ist Maria tot. Bitte lesen sie got questions.

          2. Ich lese jetzt nicht got questions, weil ich meine Zeit jetzt anders nutzen möchte. Vielleicht später einmal.

            Maria ist ein Mensch und qualitativ nichts anderes als du und ich. Nur hatte sie von Gott eine andere Bestimmung. Katholiken glauben, dass man durchaus direkt nach dem Tod in den Himmel kommen kann, und nicht erst bei der Wiederkunft Christi. Deshalb kann man jetzt auch schon mit den Toten sprechen. Nicht im spiritistischen Sinne, sondern als Glaubensbrüder, die schon ins ewige Leben eingegangen sind, aber noch „mitkriegen „, was auf der Erde „so läuft“. Und so kann man sie auch bitten, für einen zu beten.

            Ich weiß nicht, was protestantische Theologen Ihnen über die angebliche katholische Lehre erzählt haben, aber Maria ist jedenfalls keine Halbgöttin oder etwas Ähnliches.

    3. Nun Herr Motte, ein freundliches Kontra.
      von Marlene Dietrich stammt das Folgende:
      „Es wäre leichter, den Duft eines Camemberts in Chanel Nr. 5 zu verwandeln, als ein einmal gefaßtes Vorurteil los zu werden.“
      Ist es mit dem Lutherismus anders? Den Begriff verwende ich, seit ein bekannter angesehener Lutheraner (?) sich darüber beklagte, als Protestant bezeichnet zu werden. Es geht um eine gewisse ideologische Verfestigung.
      Das Dogma „Allein die Schrift“ ist wirklichkeitsfremd.

      1. Konrad Kugler: Ich bin Protestant, aber kein Lutheraner. Lutheraner sind eine recht kleine Minderheit unter Evangelischen. Zu sola scriptura sollten Sie vielleicht (falls noch nicht geschehen) die einschlägige Literatur im Internet lesen, etwa unter scripture alone, oder auch Bücher. dann sehen Sie Argumente, die stimmig sind und nicht Folge „ideologischer Verfestigung“. „Das Evangelium nach Rom“ könnte für Sie eine gewisse Einfühung sein. Weite Texte könnten Ihnen sicher empfehlen Wolfgang Bühne, Hans Werner Deppe. Roland Sckerl (Lutheraner), Dr. Wolfgang Nestvogel, Dr. Lothar Gassmann, Dr. Bernhard Kaiser (Institut für Reformatorsche Theologie), Dr. Gottfried Herrmann (Evangelisch-Lutherische Freikirche) .

        1. ..welche von den von Ihnen genannten hat denn nun die einzige Wahrheit?
          Es kann ja nur eine Wahrheit geben .. etwas provokant gefragt …

          Ich kenne fast alle die von Ihnen Genannten ..

          Ich empfehle den Basler Katechismus.
          Maria wird nur am Rande erwähnt, ihre Gedenktage …
          Soweit ich weiss, wird die Verehrung Marias nicht verlangt sondern „empfohlen“ .. und das Rosenkranzgebet ist auch kein Muss.

          Wie gesagt, ich habe sehr damit gerungen … interessant für mich war aber, dass sich vieles verändert hat, als ich angefangen habe, den Rosenkranz zu beten .. ganz vorsichtig … und jetzt kann ich mir dieses Gebet gar nicht mehr wegdenken .. und wenn ich mir deutlich mache, dass auch Maria von Gott ihre Bestimmung hatte – grade die Reformatoren legen ja so großen Wert auf Vorherbestimmung – dass sie die Worte, die sie nicht verstanden hat, im Herzen bewegt hat .. ist sie ein quasi perfektes Glaubensvorbild .. wie auch Josef ..
          Auch Paulus hatte Erscheinungen .. wer weiss schon, wieviele, als er drei Jahre lang vom Herrn selbst unterrichtet wurde ..

          Ja, es gilt sehr achtsam und nüchtern zu sein .. vor allem in der heutigen Zeit, wo sich durch die Medien so viel so schnell verbreitet ….. trotzdem denke ich, kann Gott durch Maria wirken … und Marias Mittelpunkt war auf Erden und ist sicherlich auch im Himmel Jesus Christus ..

          Auch Muslime, denen Christus erscheint – das wird zB auch sehr stark kritisiert, von R. Ebertshäuser zB weiss ich das sicher – nur: wenn ihnen der HERR erscheint, und sie zu einer Bibelgruppe finden, und Christen werden, in einer Umgebung, in der sie ihr Leben riskieren .. wer bin ich, das in Abrede zu stellen?
          Riskiere ich hier mein Leben, weil ich an Christus glaube?
          Ich kann hier höchstens sagen: ich verzichte auf gewisse Dinge, um Gottes Willen, aber ich lebe sicher und werde vielleicht schräg angeschaut deswegen … oder verlacht .. ja und?

          Sola Scriptura finde ich, nimmt etwas weg … und ist eigentlich auch falsch formuliert.
          Natürlich soll das Hauptaugenmerk auf der Bibel liegen, der Hl Schrift, alles soll an ihr geprüft werden …. jeder, der den Hl Geist bittet, wird erkennen, was sich mit der Hl Schrift verträgt und was nicht …

          Und auch wenn es viele Evangelische und Evangelikale schütteln mag, was die Eucharistie betrifft: ich habe keinen evangelischen und evangelikalen Gottesdienst erlebt, wie eine Hl Messe, in der wirklich Christus so im Mittelpunkt steht .. in den Gottesdiensten der Evangelischen geht es eigentlich um den Menschen, wie er gottgemäss lebt, was ja sehr wichtig ist .. aber wo ist die Anbetung?
          Und die Lieder, ohja, es gibt wunderbare und schöne Lieder, und trotzdem ist der Gregorianische Gesang unübertroffen und führt in die Ruhe und Meditation … weil nichts ablenkt …

          Maria ist mir zur Freundin geworden und auf diesem Weg sogar zur mütterlichen Freundin ..

          Sie hat Jesus empfangen, sie hat ihn zu Elisabeth gebracht, sie hat ihn geboren in Fleisch und Blut, er hat ihr Fleisch und Blut, (wie wir alle unser Fleisch und Blut von der Mutter haben) sie hat ihn im Tempel dargebracht – Gott geweiht, aufgeopfert, sie hat ihn wiedergefunden …nach drei Tagen …

          Klingelt da nicht etwas?

          Maria Magdalena hat ihn als erste als Auferstandenen gesehen ..
          Einer Frau hat er sich als erstes als Messias offenbart …
          Zu Frauen sagte er: dein Glaube hat dir geholfen ..

          … da gibt es noch viel hineinzu“spüren“ was uns das sagen will … was für eine ungeheure, wichtige, unverzichtbare Rolle Frauen spielen .. welche Frau will da noch Priester, Pastor oder Papst werden?

          …und eines wird den Protestanten bleiben: die Bibel ist katholisch .. viell hat sich Luther darüber geärgert, und hat deshalb einige Bücher herausgenommen … und in anderen Traditionen, ich glaube der äthiopischen zB wird auch das Buch Henoch

          https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/altes-testament/henoch-henochliteratur

          zur Bibel gezählt …

          Protestanten sollten ihre Angst loswerden, dass ein Mensch zu viel wert sein könnte … ihm eine zu große Bedeutung zugemessen wird .. der Mensch ist kostbar.
          Wieso sonst ist Christus in Fleisch und Blut gekommen um uns zu retten?

  9. Ich freue mich, dass Frau Higholder erkennt, welch ein Segen im Rosenkranzgebet liegt …
    Als ehemalige Freikirchlerin weiss ich, wie man kämpft und ringt um das rechte Verständnis .. nicht nur Marias wegen, sondern auch um das rechte Bibelverständnis.
    Wenn man von sola scriptura her kommt … wird man leicht mal ängstlich, ob man schon Jesus beleidigt… wenn …

    Mir ist jetzt im Laufe der letzten anderthalb Jahre, in denen ich gelernt habe, den Rosenkranz zu schätzen und zu beten, dass Maria zum Beispiel ja vollkommen den Willen Gottes erfüllt hat .. was also sollte gegen sie sprechen, sie zu verehren und ihre Fürsprache in Anspruch zu nehmen … denn sie hat ja an Jesus Christus geglaubt .. wenn man mal evangelisch denkt, oder evangelikal, also ist sie auch im Himmel … denn nirgendwo steht in der Bibel, dass sie ein Wort dagegen sagt … oder sich abwenden würde, im Gegenteil, bis unters Kreuz ist sie ihm treu und darüber hinaus …

    Wir können Freunde und Glaubensgenossen um Fürsprache bitten .. und tun das ja auch .. warum also nicht auch Maria .. ?
    Sie macht auch Gott keine Vorschläge .. als der Wein aus ist, sagt sie nur: sie haben keinen Wein mehr .. und überlässt es ihm …
    Sie sagt nur: was er sagt, das tut … wiederum: sie überlässt es ihm …
    Auch wenn sie ihn nicht versteht, liebt sie ihn .. hat sie verstanden, warum sie die Mutter Gottes wurde?

    Ich habe viel gelernt .. und Maria ist grade für Frauen ein so wichtiges Vorbild, das im evangelikalen Bereich vor allem fehlt .. auch andere heilige Frauen .. sie verehren dafür Missionare und Missionarinnen, die sie natürlich nicht für heilig erklären .. aber wenn ich rückblickend daran denke, welche Verehrung bestimmten Bibellehrer, zB Liebi, zuteil wird, den man als „die“ Autorität anerkennt .. auch was Israel betrifft … – ja klar, er lebt noch .. nach seinem Tod wird er sicherlich nicht für heilig erklärt werden, aber weiterhin verehrt in seinen Büchern und Vorträgen ..
    ..auch er wird um Fürsprache gebeten …

    Ich darf wirklich erleben – und ich merke, wenn ich mal nicht Rosenkranz bete .. meistens morgens .. wie mir Kraft fehlt – wie mir Kraft zuwächst .. ja, man muss achtgeben, dass man nicht „magisch“ zu denken anfängt … aber wir müssen immer achtgeben … ich bin deswegen auch nicht perfekt im Reden oder Handeln .. aber ich habe meine Wegweisung .. und ja, leider, schweife ich auch oft ab .. aber ich versuche, dran zu bleiben .. und dieses Ringen stärkt mich ..

    Vieles bekommt ein anderes Gewicht und ich finde, so vieles wird den Evangelischen und Evangelikalen vorenthalten .. wenn man auch mal die Gebete im Messbuch liest … (Schott, oder auch von den Petrusbrüdern, deutsch-lateinisches Volksmissale) .. es haut einen schier um, welche Ehrfurcht verbunden mit Vertrauen …

    Es gibt hervorragende Predigten von den Evangelischen und Evangelikalen .. keine Frage .. zwar eher mehr wie Bibelstunden .. aber etwas fehlt .. zumindest empfinde ich das so … und es ist befreiend, wegzukommen von: sola scriptura … denn dann kann man sich mehr umtun, lesen, beschäftigen, ohne dauernd zu überlegen, ob man Gott beleidigt … und Thomas von Kempen, zB oder Franz von Sales, Katharina von Siena, Teresa von Avila, die kleine Therese .. oder auch die moderneren .. wie auch Romano Guardini .. man kann nippen und wird sehr bereichert .. und muss nicht immer alles neu erfinden …

    https://www.evangelium21.net/media/4360/wie-frauen-jesus-sahen

    Kein Wort über Maria …
    Das ist so ein Forum.
    Konferenzen über Konferenzen, Bücher immer gleichen Inhalts, aber von je einem anderen Autor. immer neu suchen, suchen, suchen … dabei haben wir eine so reiche Vergangenheit .. wie auch Thomas von Aquin .. Anselm von Canterbury usw.

    Vielleicht bin ich etwas ungerecht .. aber was mir auch auffällt, im Vergleich zu den Altvorderen ist die Verarmung unserer Sprache .. und damit der Tiefe …

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