Das Werk des Theologen und Mystikers Meister Eckhart (1260 – 1328) und die mit ihm verbundene, sog. „Deutsche Mystik“ war nach Ansicht des evangelischen Kirchenhistorikers Volker Leppin eine wesentliche Voraussetzung für das reformatorische Denken Luthers, wie die evangelische Nachrichtenagentur „epd“ aktuell berichtet.
„Ohne die Mystik hätte die Reformation in dieser Weise nicht stattgefunden“, sagte der Kirchengeschichtler zum Auftakt der ersten Meister-Eckhart-Tage in Erfurt. Die wissenschaftliche Tagung soll einen einflußreichen Denker des Mittelalters wieder stärker ins Blickfeld rücken.
Als wichtigste Bezugspunkte zwischen mystischem Denken und der Theologie des Reformators, der gut zweihundert Jahre später lebte (1483 – 1546), nannte Prof. Leppin die protestantische Rechtfertigungslehre und das allgemeine Priestertum der Gläubigen.
Meister Eckhart begründete zwischen Köln und Basel eine eigene „Schule“ bzw. Lehrausrichtung von Theologen und Predigern. Seine bekanntesten Schüler sind die Mystiker Heinrich Seuse und Johannes Tauler, deren Schriften auch der junge Luther studierte.
Die katholische Kirche hatte einige Thesen Eckharts abgelehnt, in denen er z.B. allzu sehr einer „Vergöttlichung“ der menschlichen Seele das Wort redete, so daß das kirchliche Lehramt den grundsätzlichen Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf nicht mehr gewahrt sah. Auch einige seiner Auffassungen über die Kirche wurden kritisiert.
Quelle: epd/Infoseite „Jesus.de„/Christoferuswerk





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