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FAZ-Leitartikel: „Ein Hochamt der öffentlichen Religion“

Die Frankfurter Allgemeine vom 24.9.2011 zum Papstbesuch in Deutschland

In einem Leitartikel  äußert sich Daniel Deckers unter dem Titel „Öffentliche Religion“ zum Papstbesuch in Deutschland. Er beginnt seinen Kommentar mit den Worten:

„Ein Mann in Weiß mit roten Schuhen am Rednerpult des Bundestages, die Spitzen der Verfassungsorgane dieser Republik Seit an Seit Choräle singend, auf den Rängen des Olympia-Stadions Menschen aller Generationen und Hautfarben lateinische Worte rezitierend….“

Wurde nicht seitens mancher Intellektueller schon das „Ende der Religion“ eingeläutet?  –  Hörte man nicht zunehmend die Forderung, daß Glaube nur Privatsache sei und aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden habe?  – Wurde nicht immer wieder eine strikte „Trennung“ von Religion und Staat angemahnt?

„Totgesagte leben länger“, sagt der Volksmund  – das gilt auch und gerade für den angeblich nicht mehr „zeitgemäßen“ christlichen Glauben, zumal in seiner katholischen Ausprägung, die besonders zum Widerspruch reizt und insofern auch die Geister scheidet.

Im FAZ-Leitartikel heißt es weiter: „Die Bilder vom Besuch des Papstes Benedikt XVI. in Deutschland wollen so gar nicht zu der Erzählung passen, nach der die Modernität eines Staates und einer Gesellschaft sich darin erweist, daß sich die Sphären von Politik und Religion trennen und religiöse Überzeugungen bestenfalls Privatsache sind… Jetzt zelebriert Benedikt XVI. ein Hochamt der öffentlichen Religion.“

Daniel Deckers fährt fort: „Die Idee der unverfügbaren Würde des Menschen ist aus dem Christentum hervorgegangen und hat in allen westlichen Ländern Verfassungsrang.“ 

Danach befaßt er sich mit der zunehmenden Verweltlichung  und Anpassung an den Zeitgeist innerhalb der Christenheit, zumal des Protestantismus. Sodann heißt es in seinem Kommentar weiter:

„Nur in dieser Herkunft liegt Zukunft.“

„Was haben die Bilder dieser Tage angesichts der fortschreitenden Entkernung der Kirchen dann zu bedeuten? Zeigen sie nicht absurdes Theater auf öffentlicher Bühne, wie das private Festhalten an einer Verwurzelung im Glauben manchmal Züge des „credo quia absurdum“ trägt?

Nein, die Szenen aus Berlin und aus Erfurt, so anachronistisch sie auch zunächst anmuten, sind mittlerweile das einzige Antidot gegen die Zerstörung des kulturellen Gedächtnisses eines ganzen Kontinents   –  und gegen eine Amnesie hinsichtlich der Herkunft Europas aus dem Geist von Glaube, Vernunft und Recht. Nur in dieser Herkunft liegt Zukunft.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 

Kommentare

2 Antworten

  1. Ich empfand das Auftreten des Papstes sehr menschlich und sehr demütig. All die haltlosen Vorwürfe und unerfüllten Erwartungen sind doch naiv. Wer seinen Worten mit hörendem Herzen und unbefangenem Verstand folgte, konnte sich manches zueigen machen, wenn er denn wollte! Der Gedanke Daniel Deckers: >Hörte man nicht zunehmend die Forderung, daß Glaube nur Privatsache sei und aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden habe?< hat mich sehr bewegt, und zwar in Bezug auf die Homosexuellen- und Lesbendiskussion. Sie sollte m.E. endlich zur Privatsache werden und sich aus dem öffentlich Leben zurückziehen. Bezeichnend, dass der Papst zu diesem Themenbereich öffentlich nichts sagte!
    Für mich wurde sehr deutlich, dass sehr viele und erfreulich junge Leute auf der Suche nach dem wirklichen Sinn des Lebens sind und hoffendlich durch Benedikt XVI. auf eine gute Spur gebracht wurden. Und wenn die säkukaren Medien das ein Stück weit kapiert haben, so ist das ein weiterer positiver Effekt dieses Besuchs. Gott sei Dank!

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