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Gender & Co: Universitäten als zunehmende Speerspitze ideologischer Vereinnahmung

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Die Vizepräsidentin der Universität Bamberg für Diversität und Internationales hat aktuell verschiedene Aktionen ihrer Hochschule zum bundesweiten Diversity-Tag angekündigt, selbstverständlich mit Genderstern.

Ich kann mir nicht helfen: Wenn ich von einer Vizepräsidentin für „Diversität und Internationales“ höre, denke ich an ein DDR-Milieu.

Der öffentliche Raum wird mit ideologischen Phrasen besetzt.

Selbstverständlich sollte eine Universität internationale Beziehungen pflegen und auch plural ausgerichtet sein. Aber hier geht es um etwas anderes: Der öffentliche Raum wird durch eine internationalistische, antitraditionalistische, dekonstruktivistische, weltanschaulich einseitige Ideologie besetzt. Und die Universitäten sind eine der Speerspitzen dieser ideologischen Vereinnahmung.

Nun legen Krisen Fehlentwicklungen schonungslos offen. Das gilt auch für die Coronakrise, die ein verfassungsrechtlicher Sündenfall sondergleichen war.

Eine Universität, die ohne jeden Widerstandsgeist bereitwillig eine grundrechtswidrige 2G-Regel exekutiert, hat sich selbst ins Unrecht gesetzt und akademische Glaubwürdigkeit verwirkt, noch von Diversität zu sprechen.

Professorenschaft, Hochschulleitungen, Hochschulverbände haben in ihrer Mehrheit bereitwilligst mitgemacht und sich am Geist unserer Wert- und Verfassungsordnung vergangen. Und damit dem Ansehen des akademischen Deutschlands schweren Schaden zugefügt.

Aber es geht noch um mehr:

Mit der Bologna-Universität und der Umsteuerung auf eine plumpe, bildungstheoretisch unterkomplexe Kompetenzorientierung ist nicht alles beim Alten geblieben. Der Universität ist ein substantielles Verständnis von akademischer Bildung verloren gegangen – bei gleichzeitiger Massenakademisierung, die – bei Lichte besehen –  keine ist.

Früher studierte man Rechtswissenschaft, Theologie, Medizin, Philosophie – heute „Social Media“, „Demokratie und Regieren in Europa“, „Erneuerbare Energien“.

Es geht nicht mehr um ein Gesamtverständis einer menschlichen Teilpraxis, es geht um die ideologische Zurichtung auf ein eng umgrenztes, politisch gewolltes Handlungsfeld. Es geht nicht mehr um die Befähigung, eine noch unbekannte Zukunft zu gestalten, sondern um Anpassung an aktuell für wichtig gehaltene politische Erfordernisse. Es geht nicht mehr um akademische Befähigung, Probleme selber zu erkennen, sondern um die Zurichtung auf politisch vorab bestimmte Fragen.

Ein bekannter Bildungsforscher sagte vor Jahren auf einem Bildungskongress, es sei egal, ob Schüler Goethes Erlkönig oder eine Taschenrechneranleitung lesen würden. Es gehe am Ende nur um inhaltsunabhängige „Textkompetenz“.

Das ist antitraditionalistisch, offenbart ein funktionales Menschenbild und nimmt den Einzelnen als Person nicht wahr.

Die Konfliktlinien von damals zeigen sich heute in zunehmender Schärfe: Es geht um die Grenzziehung zwischen einem substantiellen, humanistisch orientierten, personalen Bildungsverständnis und einem sozialtechnokratischen Bildungsverständis, etwa im Dienste der Diverstitätsorientierung oder des Internationalismus.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Dr. Kunze hier: https://bildung-und-ethik.com/author/axelberndkunze/

Kommentare

5 Antworten

  1. „Früher studierte man Rechtswissenschaft, Theologie, Medizin, Philosophie –
    heute „Social Media“, „Demokratie und Regieren in Europa“, „Erneuerbare Energien“.

    Es geht nicht mehr um ein Gesamtverständis einer menschlichen Teilpraxis, es geht um die ideologische Zurichtung auf ein eng umgrenztes, politisch gewolltes Handlungsfeld. Es geht nicht mehr um die Befähigung, eine noch unbekannte Zukunft zu gestalten, sondern um Anpassung an aktuell für wichtig gehaltene politische Erfordernisse. Es geht nicht mehr um akademische Befähigung, Probleme selber zu erkennen, sondern um die Zurichtung auf politisch vorab bestimmte Fragen.“

    In Ergänzung zu der hellsichtigen Analyse des Debakels im politischen Bildungsbereich von Dr. Axel Bernd Kunze möchte ich auf das soeben erschienene kleine Büchlein von Bernhard Anderl hinweisen, das den Finger in eine offene Wunde im Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland legt und zugleich Lösungen anbietet: „Konkordat, Kirche und Geld.“
    Im Klappentext heißt es:

    „Durch eine Verknüpfung günstiger politischer Umstände hat die Katholische Kirche in Deutschland in den 200 Jahren seit der Säkularisation eine privilegierte Stellung erreicht. Den hohen Einnahmen durch die staatlich eingetriebene Kirchensteuer steht ein innerer Niedergang gegenüber. Grundlage jeglicher Reform kann nur der Fall des derzeitigen Systems sein und das Suchen einer Finanzierung, die der Freiwilligkeit des Gebens durch die Gläubigen wieder Geltung verschafft. Auch für die von den Bundesländern finanzierte, aber in sich ortlose Hochschultheologie sind neue kirchliche Wege zu suchen.“

    https://www.lit-verlag.de/isbn/978-3-643-15080-6

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  3. Aus dem Volk der Dichter und Denker und dem Land der Naturwissenschaften und Technik ist längst ein Volk der Stammler und Schwätzer und ein Land der Nachahmer und Lizenznehmer geworden.
    Mit Schiller möchte man sagen: „Zurück! du rettest den Freund nicht mehr, …“ oder zeitgemäßer: „Der Zug der Deutsch*innen ist abgefahren!“.
    Rette sich wer kann!

    1. Die Regierenden stehen angesichts der sich immer mehr häufenden Probleme der Menschheit gebannt wie das Kaninchen vor der Schlange.
      Davonlaufen? Längst zu spät! Um bei Goethe zu bleiben: „Die ich rief die Geister werd´ ich nun nicht los….!“ Starr und unfähig, sich in irgendeine Richtung zu bewegen sind die Regierungen weltweit ratlos und ideenlos; warum wohl? Was könnte die Schlange denn zum Umkehren und Aufgeben bewegen? Das Kaninchen müsste wohl zum Löwen mutieren….

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