Top-Beiträge

Links

GOTT hat den Propheten Jesaja „schon im Mutterleib“ zum Dienst berufen

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jesaja 49,3.5-6.

Der HERR sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
Jetzt hat der HERR gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle.
So wurde ich in den Augen des HERRN geehrt und mein Gott war meine Stärke.
Und ER sprach:
Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil sich erstreckt bis an das Ende der Erde.

Kommentare

3 Antworten

  1. Ich denke, es gibt bei allen Texten der Heiligen Schriften immer mehrere wichtige Punkte, eigentlich nirgends so einfach „falsche Fährten“.
    Ich finde es wirklich beeindruckend, dass immer wieder so unkompliziert und nicht prüde „vom Mutterleib an“ oder „schon im Mutterleib“ gesprochen wird dort. Auch die Heimsuchung Mariens bei ihrer Base, wo eigentlich zwei ungeborene Kinder die Hauptakteure sind, spricht für das biblische Menschenbild Bände.
    Wenn Jesaja/als Prototyp Israels/ hier ausdrücklich „vom Mutterleib an“ zum Licht der Völker bestimmt ist, was ja wirklich die Hauptaussage der Textstelle wohl ist, dann trifft das auch im Kleinen für jeden einzelnen, heute sich entwickelnden Menschen im Mutterleib zu: Gott hat ihn zu etwas bestimmt! Er hat einen Traum mit ihm, er liebt dieses Kind bereits, Gott ist also der Eigentümer dieser Kinder! Und so hat die Stelle durchaus einen starken Bezug zur Würde und dem Lebensrecht der Ungeborenen, und gerade in unserer Lebensschutzsituation in der Welt ist das Illustrationsbild des ungeborenen Kindes sehr sinnvoll!
    Wenn wir alle eine Berufung vom Mutterleib an haben, dann ist es unsere Pflicht, auch den stimmlosen, den bedrohten, den von vorgeburtlicher Diagnostik ausgesonderten ungeborenen Kindern eine Stimme in der Öffentlichkeit zugeben.
    Daher herzliche Einladung zum nächsten Münchner Marsch fürs Leben am Samstag, den 25. März 2023, 13 Uhr Königsplatz! Wer, wenn nicht wir Christen! Wann, wenn nicht jetzt – bei diesen verheerenden Vorhaben der Ampelregierung, was den Lebensschutz der ungeborenen Kinder betrifft und auch das Recht auf Gebet und Demo an den Tötungseinrichtungen angeht!

    1. „… dann ist es unsere Pflicht, auch den stimmlosen, den bedrohten, den von vorgeburtlicher Diagnostik ausgesonderten ungeborenen Kindern eine Stimme in der Öffentlichkeit zugeben.
      Daher herzliche Einladung zum nächsten Münchner Marsch fürs Leben am Samstag, den 25. März 2023, 13 Uhr Königsplatz! …“ ( Frau Dr. Christina Agerer-Kirchhoff)

      Sehr geehrte Frau Dr. Christina Agerer-Kirchhoff,
      danke für Ihre Ausführungen. Ihre Auslegung „Jesaja als Prototyp Israel“ und dann übertragen, auf jeden Gläubigen, der berufen ist, sich zu der Aufgabe sammeln zu lassen Volk Gottes – Kirche – zu werden und zu sein und so – wie die Vision im Jesajatext – Licht für die Nicht-juden und Nicht-christen zu sein … liegt ja nahe. Der Text spricht verhüllt, so dass man in der aus dem Text sprechenden Einzelperson sowohl den zu seinem Volk gesandten Propheten „Deuterojesaja“ vermuten kann, als auch die Größe „Israel“, die zusammen mit „Jakob“ genannt ist. Außerdem gibt es die bekannte Berufungsgeschichte des Propheten Jeremias, die als Beleg für ersteres gelten könnte. Diese Schwierigkeit lässt sich auch in der atl. Wissenschaft nicht beiseite schieben. Sie ist verzwickter als man meint.
      Von einem „Knecht“ ist hier im sog. „2. Gottesknechtslied“ die Rede, aber es wird nicht eindeutig gesagt, wer er ist. – Der Katholik wird sich an die Karfreitags-Liturgie erinnern, in der das
      „4. Gottesknechtslied“ gleich zu Beginn vorgetragen wird – bezogen auf Christus, dessen „Passion“ so sehr dem Lebens-Schicksal dessen gleicht, dass man damit in frühester Zeit das Schicksal Jesu als paradox messianisch, d.h. als die Erfüllung der Worte des Propheten Deuterojesaja – der kurz vor der Zeit des Perserkönigs Kyros mit seinem Edikt (538) an die Überlebenden des Exils und die Heimkehrwilligen lebte – deutete: d.h. Jesus von Nazareth erwies sich als das „Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird und seinen Mund nicht auftut … (Jes 53,7 …) …

      Aber: Hier in Jesaja 49, 3ff sind mit „Knecht“ die durch das Exil in alle Winde verstreuten Nord- und Südstämme gemeint, die aufhörten als Volk zu existieren und denen dennoch zugesprochen wird: dass sie neu aufgesammelt und heimgeführt würden mit einem noch größeren Auftrag, als bisher gesehen: Sammelpunkt – Licht für die Völker! zu sein … . – Vgl. der Evangelist Matthäus wird in der Geschichte von den Weisen aus dem Osten erzählen: Die Völker strömen sozusagen herbei, wie es nicht nur an einer Stelle im AT verheißen steht, und suchen und finden im „Davidsohn“, in seiner Stadt, die ersehnte wahre Friedens-Lösung für alle Welt!!

      Entschuldigen Sie bitte meine langen Ausführungen. Aber was ich am Schluss schrieb,
      würde auch für heute gelten: Die Christen (und am besten Juden und Christen gemeinsam) müssten gemeinschaftlich ihre Anthropologie so vorleben, dass auch das gepostete Emblem sowohl auf das von Ewigkeit bereitgehaltene und gehütete Volk Gottes ISRAEL passen würde und darin selbstverständlich das zu hütende Leben eines jeden von Gott als „geschaffen“ erkannten Menschenkindes mit gemeint wäre.
      Vorleben!

      Ihren Aufruf an dieser Stelle, sich politisch einzusetzen für das Leben, kann ich verstehen und nachvollziehen. Der Christ … ist eben zugleich ein politisches Wesen.
      Aber wir sollten verstehen:
      Die jüdisch-christliche Anthropologie musste in langen Jahren unaufhörlich im Versagen und wieder Aufstehen lernen!!, nicht zu sagen: das Leben – der Bauch gehört mir, sondern Gott hat uns mit dem erwählten Volk Israel aus der Sklaverei und Unfreiheit Ägyptens herausgeholt und am Sinai wahre Gebote gegeben. Und: Er hat uns „erschaffen“, damit die gesamte übrige Welt daran ablesen kann, dass sie auch von diesem lebendigen Geschichts-Gott von Ewigkeit her geplant und in die Welt gesetzt wurde …

      Sag das Einer auf einer Demo! Selbst wenn er das Zeug, den Mut und die Kraft dazu hätte.
      Aber wieso auch, die Biblische Verheißung – als bereits erfüllte – gilt!

      Mit Dank und herzlichen Grüßen, Ihr Johannes Loose, München

  2. „GOTT hat den Propheten Jesaja „schon im Mutterleib“ zum Dienst berufen“

    Die gutgemeinte Hervorhebung „schon im Mutterleib“ und dazu der abgebildete von Menschenhänden ehrfürchtig umfasste Fötus führt auf eine falsche Fährte der Auslegung.

    Gleich der erste Satz in der Textauswahl signalisiert, worum es vornehmlich geht: „Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.“

    Das Volk ISRAEL ist das Subjekt der Aussage. An diesem Volk soll sich, wenn es umgekehrt ist von seinen falschen Vorstellungen und Sünden, die HERRLICHKEIT GOTTES erweisen.

    Das seinem Volk eindringlich als gegenwärtig zu erwartende Tat Gottes zu verkünden, ist der Prophet berufen. Das ist seine dienende Aufgabe am Volk Gottes von Anfang an!

    Sie hat wiederum einzig das Ziel, das im letzten Satz der Textauswahl formuliert ist: „Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil sich erstreckt bis an das Ende der Erde.“

    Dafür lebt der Prophet und für so ein Leben für und bei Gott soll sich jeder „sammeln“ lassen. Das ist die eigentliche Berufung eines Menschen schon vom Mutterleib an!!: „damit mein Heil sich erstreckt bis an das Ende der Erde“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Kategorien

Aktuelle Beiträge

Archiv

Archive

Artikel-Kalender

Februar 2023
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728  

Blog Stats

323847
Total views : 7956817

Aktuelle Informationen und Beiträge abonnieren!

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, wenn Sie kostenlos über neu erschienene Blog-Beiträge informiert werden möchten.