Die Steyler Missionare (SVD) engagieren sich im Bundesstaat Maharashtra im mittleren Westen Indiens für die Stammesvölker und bekämpfen dort insbesondere die Kinderheirat.
Wie Pater John Singarayar (SVD) erklärt, hat die ordenseigene „Janseva Society“ kürzlich eine einmonatige Tür-zu-Tür-Aufklärungsaktion abgeschlossen, insbesondere in Gebieten, in denen alte Bräuche oft Vorrang vor gesetzlichen Bestimmungen haben, wonach das Heiratsalter von Frauen bei 18 Jahren liegt und das von Männern bei 21 Jahren.
Die von den katholischen Missionaren erhobenen Zahlen sind besorgniserregend: 
Eine kürzlich in über zwanzig Siedlungen der Katkari-Ureinwohner durchgeführte Untersuchung ergab, dass 111 Jungen und 81 Mädchen in 258 Familien vor Erreichen des gesetzlichen Mindestalters geheiratet haben.
Die Katkari-Stammesangehörigen leben in großer Armut, die durch Landmangel und erzwungene Arbeitsmigration noch verschärft wird. Die Schulbildung der Kinder ist lückenhaft und wird oft abgebrochen, wodurch die Jugendlichen in eine prekäre Lage geraten und die Familien unter diesen Umständen eine frühe Heirat als unvermeidlich betrachten.
Dabei wirkt sich auch das hinduistische Kastensystem negativ aus:
„Wir haben Katkari-Siedlungen gefunden, die in Dörfern liegen, in denen Menschen höherer Kasten leben, wo Katkari-Kinder ausgegrenzt werden und sich unerwünscht fühlen“, erklärte Pater Singarayar: „Mit zwölf oder dreizehn Jahren haben die meisten Kinder die Schule komplett abgebrochen. Dann beginnt die eigentliche Gefährdung.“ 
Die Steyler Missionare setzen nicht auf moralinsaure Verurteilung, sondern auf eine hilfreiche Begleitung der Betroffenen:
„Wir kommen nicht als Fremde, um den Menschen zu sagen, was sie tun sollen“, sagt Manisha Kapare, eine Katkari-Frau und Koordinatorin der Aktion: „Wir setzen uns zu den Familien, hören uns ihre Schwierigkeiten an und helfen ihnen, die Zusammenhänge zwischen Früh-Ehen und dem Leid, das sie bereits kennen, zu erkennen: Mädchen, die bei der Geburt sterben, Kinder, die nicht überleben, junge Paare, die in Armut gefangen sind.“
Die Resonanz war sehr positiv. Mehrere Ältere in den Dörfern verpflichteten sich, Kinderheiraten zu verhindern. Drei Familien verschoben die bereits geplanten Hochzeiten. Mädchen, die nie nach ihrer Zukunft gefragt worden waren, begannen, ihre Hoffnung auf eine Fortsetzung ihres Bildungswegs zu erwähnen.
Quelle: Fidesdienst




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2 Kommentare
Aber wo fängt das an, wo hört das auf, wenn wir die ganze Welt änden wollen??
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele??
Alles hat einen Ursprung und den daraus folgenden Zweck.
Jeder Eingriff zerstört das harmonische Gefüge.
Welche Folgen daraus entstehen, sehen wir jetzt in Europa.