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Mit großer Freude und Zustimmung hat die Initiative Neuer Anfang die römische Erklärung zur Würde des Menschen aufgenommen. Als päpstlich approbierter und zur Veröffentlichung angeordneter Text des Glaubensdikasteriums ist die Erklärung Teil des ordentlichen Lehramts des Papstes und besitzt deshalb entsprechende Verbindlichkeit.

Papst Franziskus war darüber hinaus an der Entstehung des Textes direkt beteiligt. Natur Mensch Umwelt

In seinem Grundlegungsteil arbeitet der Text die zentrale Achse einer christlichen Anthropologie heraus: Die Person und ihre Würde. Die starke Formel von der „unendlichen Würde“ entnimmt sie unmittelbar einer Ansprache von Papst Johannes Paul II. bei seinem Deutschlandbesuch 1980.

Dieses zentrale Element christlicher Anthropologie entwickelt sich jedoch aus der Selbsterfahrung des Menschen vor dem Ruf und dem Antlitz des Gottes der biblischen Offenbarung, entfaltet sich mit Hilfe des Begriffs der Person, dessen Ursprung in den antiken christlichen Debatten über den dreifaltigen Gott und über Jesus Christus liegt und verbindet sich spätestens seit dem Hochmittelalter auch systematisch mit dem Begriff der Würde als Ausdruck der ethischen Bestimmung des Menschen zur Entfaltung seiner geschöpflichen Freiheit.

Menschenwürde im Licht der Offenbarung Gottes

Dies alles findet lange vor Kant statt, findet bei ihm aber noch einmal eine gewichtige Gestalt. An diese absolut zentrale Linie knüpft die Erklärung an und entfaltet sie souverän. Sie führt sie dabei fort bis in den christlich-jüdischen Personalismus des 20. Jhdts.

Tatsächlich hat die Selbsterfahrung des Menschen in der jüdisch-christlichen Offenbarung zugleich eine philosophische Entdeckungsgeschichte freigesetzt.

Deshalb ist die Erklärung überzeugt, dass die Wirklichkeit der Würde des Menschen auch der philosophischen Erschließung zugänglich ist und damit nicht etwa das politisch-gesellschaftliche irrelevante Sondergut einer religiösen Minderheit darstellt.

Dies ist angesichts der Debatten in unseren Gesellschaften, nicht allein in den USA über Frankreich bis nach Deutschland, sondern weltweit von größter Bedeutung.

Ablehnung von Abtreibung und Transgender

Für diese gesellschaftlich-politischen Debatten sind besonders wichtig:

  • Wirklich jeder Mensch vom Embryo bis zum Sterbenden ist Person und damit Träger unbedingt zu achtender Würde, die sich in elementaren Menschenrechte ausfaltet. In dieser Konzeption des Verhältnisses von Menschenwürde und Menschenrechten ist der Text verbunden mit der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (bei deren Entstehung ein Denker wie Jacques Maritain, der im Text bei den Personalisten ausdrücklich genannt wird, wesentlich mitgewirkt hat), aber auch mit dem deutschen Grundgesetz.
  • Abgewiesen wird ein – in der Tat in sich widersprüchliches – Verständnis von Person, das Person und Würde an bestimmte aktuelle z.B. kognitive Leistungen bindet, so dass etwa ein schwer hirngeschädigter Mensch im Wachkoma nicht mehr als Person mit unbedingt zu achtender Würde und unverbrüchlichen Menschenrechten gilt, sondern nur noch als „human vegetable“ (wie es in der angelsächsischen Bioethikdisussion öfter genannt worden ist).
  • Der Text wehrt sich nicht gegen eine Entfaltung und Vertiefung der ursprünglichen Konzeption von Menschenwürde und Menschenrechte, sehr wohl aber gegen die Forderung nach ihrer „Erweiterung“ – etwa wenn ein sog. „Menschenrecht auf Abtreibung“ gefordert wird (Frankreich, EU-Parlament), die ihre Substanz grundstürzend verändert, ja zerstört.
  • Von dieser sehr klaren und dichten Entwicklung der Grundlagen kann der Text dann ein ganzes Spektrum von schwerwiegenden Verletzungen der Menschenwürde zu Bewusstsein bringen von Abtreibung und Armut bis zur Transgenderproblematik. Hier geht es nicht so sehr um eine in diesem schmalen Rahmen nicht zu leistende Tiefenschärfe, sondern schlicht um die Weckung von Aufmerksamkeit gerade für die Vielfalt von Bereichen, in denen es um die Würde des Menschen und ihre Verletzung geht. Für die kirchliche Diskussion in Deutschland um den Synodalen Weg besonders wichtig ist dabei die sehr skeptische Sicht der Gendertheorie und ihres Umfelds.

„Dignitas infinita“ wird deshalb insgesamt zu einem Lackmustest für das christliche Bild vom Menschen. Wer hier zustimmt, stellt sich in die maßgebliche und verbindliche Hauptlinie christlicher Anthropologie.

Aus Sorge um diese Anthropologie hat sich der „Neue Anfang“ gegründet. Unsere Freude über das Dokument ist deshalb besonders groß.

Wer hier ablehnend ist, hat das Menschenbild des historischen Christentums und damit die verbindliche christliche Tradition verlassen. Dies sollte für uns alle, besonders aber auch die Protagonisten des Synodalen Wegs eine Einladung zur Besinnung sein, denn die Anthropologie von „Dignitas infinita“ und die Anthropologie in den Dokumenten des Synodalen Weges sind nicht nur in Einzelfragen, sondern grundsätzlich unvereinbar.

 

Kommentare

5 Kommentare

  1. Jordan Peterson warnt vor Naivität von Katholiken gegenüber LGBT

    https://www.kath.net/news/82583 Jordan Peterson warnt vor Naivität von Katholiken gegenüber LGBT Die Agenda sei eine „Antithese zur katholischen Lehre, so als ob sie extra für diesen Zweck geschaffen sei“, meint der kanadische Autor. Linz (kath.net/pk) Der bekannte kanadische Psychologe und Autor Jordan Peterson warnt, dass LGBT-Aktivisten die katholische Kirche zerstören wollen. In Kanada hätten katholische Schulen deren Agenda bereits integriert, und jene, die sich dagegen wehrten, würden schikaniert, sagte er der Agentur LifeSiteNews. Die Agenda „könnte keine stärkere Antithese zur katholischen Lehre sein“, analysiert Peterson. „So als ob sie extra für diesen Zweck geschaffen sei.“ Peterson gehört nicht der katholischen Kirche an, er wertschätzt jedoch den Katholizismus mit den ihm verbundenen Werten. Der Psychologe appelliert an Katholiken, für ihren Glauben zu kämpfen. Die LGBT-Agenda wolle grundsätzlich jegliche Traditionen „zerstören“, sagte er. Dafür benutze sie ein Spektrum an manipulativen Verhaltensweisen und Unterdrückung. Wer als Katholik zu blauäugig oder träge sei, das zu begreifen, verhalte sich wie ein „nützlicher Idiot“, der zu seinem eigenen Untergang beitrage, warnt Peterson. Auslöser für Petersons deutliche Worte war eine Stellungnahme der Vereinigung katholischer Lehrer in Ontario, die sich für die LGBT-Agenda an Schulen stark machten. Sie hatten damit auf ein Statement des Premierministers von Ontario, Doug Ford, geantwortet, der sich gegen die Indoktrinierung von Schülern durch die LGBT-Agenda ausgesprochen hatte.

  2. „Hier geht es nicht so sehr um eine in diesem schmalen Rahmen nicht zu leistende Tiefenschärfe, sondern schlicht um die Weckung von Aufmerksamkeit gerade für die Vielfalt von Bereichen, in denen es um die Würde des Menschen und ihre Verletzung geht.“

    Kann das übersetzt werden?

  3. Jordan Peterson warnt vor Naivität von Katholiken gegenüber LGBT

    https://www.kath.net/news/82583 Jordan Peterson warnt vor Naivität von Katholiken gegenüber LGBT Die Agenda sei eine „Antithese zur katholischen Lehre, so als ob sie extra für diesen Zweck geschaffen sei“, meint der kanadische Autor. Linz (kath.net/pk) Der bekannte kanadische Psychologe und Autor Jordan Peterson warnt, dass LGBT-Aktivisten die katholische Kirche zerstören wollen. In Kanada hätten katholische Schulen deren Agenda bereits integriert, und jene, die sich dagegen wehrten, würden schikaniert, sagte er der Agentur LifeSiteNews. Die Agenda „könnte keine stärkere Antithese zur katholischen Lehre sein“, analysiert Peterson. „So als ob sie extra für diesen Zweck geschaffen sei.“ Peterson gehört nicht der katholischen Kirche an, er wertschätzt jedoch den Katholizismus mit den ihm verbundenen Werten. Der Psychologe appelliert an Katholiken, für ihren Glauben zu kämpfen. Die LGBT-Agenda wolle grundsätzlich jegliche Traditionen „zerstören“, sagte er. Dafür benutze sie ein Spektrum an manipulativen Verhaltensweisen und Unterdrückung. Wer als Katholik zu blauäugig oder träge sei, das zu begreifen, verhalte sich wie ein „nützlicher Idiot“, der zu seinem eigenen Untergang beitrage, warnt Peterson. Auslöser für Petersons deutliche Worte war eine Stellungnahme der Vereinigung katholischer Lehrer in Ontario, die sich für die LGBT-Agenda an Schulen stark machten. Sie hatten damit auf ein Statement des Premierministers von Ontario, Doug Ford, geantwortet, der sich gegen die Indoktrinierung von Schülern durch die LGBT-Agenda ausgesprochen hatte.

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