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Zum Internationalen Tag der Geschwister betont der Verband kinderreicher Familien Deutschland (KRFD) die wichtige Bedeutung von Geschwisterbeziehungen für die Entwicklung von Kindern und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Aktuelle Studien zeigen, dass Kinder mit Geschwistern häufig ausgeprägtere soziale Kompetenzen entwickeln. Sie lernen früh, Konflikte auszutragen, Rücksicht zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen. Gerade das tägliche Miteinander mit all seinen Reibungen und Versöhnungen stärkt Empathie, Teamfähigkeit und Resilienz.

Auch die Zahlen unterstreichen die Relevanz: Rund 70 Prozent der Kinder in Deutschland wachsen mit mindestens einem Geschwisterkind auf. Der größte Teil lebt mit einem Geschwisterkind (44 %) zusammen. Und 26 % wachsen mit zwei oder mehr Geschwistern auf (vgl. Destatis 2025).

Das heißt, dass jedes vierte Kind in einer kinderreichen Familie aufwächst.

„Für ein Viertel der Kinder und Jugendlichen ist dieses Familienleben Normalität“, sagt Dr. Elisabeth Müller, Vorsitzende des KRFD. „Geschwister sind die erste Schule des sozialen Miteinanders. Hier entsteht das, was unsere Gesellschaft trägt und auch dringend braucht“, so die Vorsitzende.

Zur Wahrheit gehört auch, dass rund 30 Prozent der Kinder ohne Geschwister aufwachsen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Sie reichen von bewussten Entscheidungen für ein Einzelkind über gesundheitliche und partnerschaftliche Faktoren bis hin zu strukturellen Rahmenbedingungen.

Unsicherheit hat auch politische Ursachen

Besonders auffällig ist dabei ein gesellschaftlicher Trend: Eltern entscheiden sich immer später für Kinder – und bleiben dann häufig bei einem. Diese Entscheidung wird von vielen Familien unmittelbar mit finanziellen Zwängen und einer zunehmenden Unsicherheit über die Zukunft in Verbindung gebracht:

Wie entwickeln sich Mieten, Lebenshaltungskosten, Erwerbsbiografien? Kann ich mir ein zweites Kind leisten – und wenn ja, wann? Diese Unsicherheit ist real, und sie hat politische Ursachen.

Der Verband blickt vor diesem Hintergrund mit Sorge auf die gegenwärtige Entwicklung.

Die aktuellen politischen Diskussionen um die Abschaffung von Familienmitversicherungen und Ehegattensplitting tragen nicht dazu bei, dass Familien an Planungssicherheit und Wahlfreiheit gewinnen – im Gegenteil: Sie verstärken genau jene Unsicherheit, die Familien davon abhält, sich für mehr Kinder zu entscheiden.

Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Anforderungen an Familien fehle es weiterhin an spürbaren Entlastungen.

„Familien leisten täglich Enormes. Dass ihre Situation politisch oft nur am Rande mitgedacht wird, ist schwer nachvollziehbar. Familien wünschen sich mehrere Kinder, doch die Rahmenbedingungen passen nicht zum Alltag von Mehrkindfamilien“, so Dr. Müller.

Kommentare

3 Kommentare

  1. Machen wir uns nichts vor: Merz und Söder ruhen erst, wenn sie alles traditionelle zerstört haben, wie Familie. Ehe, Kinder

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