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IRAN: Zwei Studenten zu 16 Jahren Haft verurteilt und gefoltert

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert die Verurteilung von Ali Younesi und Amirhossein Moradi aufs Schärfste.

Die Studenten der Teheraner Sharif-Universität wurden am 25. April 2022 vom Revolutionsgericht Teheran wegen „Korruption auf Erden, Verschwörung und Propaganda gegen das Regime“ zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die zwei jungen Leute waren im April 2020 vom iranischen Geheimdienst verhaftet und ins Evin-Gefängnis gebracht worden. Dort saßen sie zwei Monate in Einzelhaft und wurden wiederholt gefoltert, um falsche Geständnisse zu erzwingen.

Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, erklärt dazu:

„Ali Younesi und Amirhossein Moradi hatten keine Chance auf einen fairen Prozess. Die Urteilsverkündung zehn Monate nach dem Gerichtsverfahren ist eine Machtdemonstration und bewusste Verzögerung des iranischen Regimes. Sie ist eine Drohung an kritische Intellektuelle im Iran. Angeklagte werden gefoltert und danach der Willkür einer von Revolutionsrichtern verübten Gesinnungsjustiz ausgesetzt.“

Urteil erst nach zehn Monaten
Die Studenten verbrachten 15 Monate ohne Anklageschrift in Untersuchungshaft und erfuhren erst wenige Tage vor Prozessbeginn am 3. Juli 2021, weshalb sie vor Gericht standen. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, terroristische Aktionen durchgeführt zu haben. Die IGFM berichtet, dass auch ihre Anwälte bis zu diesem Zeitpunkt keine Akteneinsicht nehmen durften. Die Familien der Angeklagten hatten die Anschuldigungen vehement als erfunden zurückgewiesen.

Mit Gewaltverbrechern eingesperrt
Ali Younesi studierte Computer Engineering und Amirhossein Moradi Physik, beide gelten als hochbegabt. Younesi gewann Gold bei der Internationalen Astronomie- und Astrophysik-Olympiade 2018 in China, Moradi Silber bei der Nationalen Astronomie-Olympiade des Iran 2017. In der Haft wurden sie gezwungen, auf dem Boden zu schlafen und waren zeitweise gemeinsam mit Gewaltverbrechern eingesperrt. Familienbesuche erlaubt das Gefängnispersonal lediglich alle zwei Wochen. Sie dürfen nur einen Telefonanruf pro Woche tätigen und ihnen wird eine angemessene medizinische Versorgung verweigert. Younesi hatte sich im Juni 2020 im Gefängnis mit dem Coronavirus infiziert.

Die IGFM fordert das iranische Regime auf, Amirhossein Moradi und Ali Younesi sofort freizulassen.

Die in Frankfurt ansässige IGFM setzt sich seit der Verhaftung zusammen mit der Landtagsabgeordneten Gabi Rolland, die deren politische Patenschaft übernommen hat, für die Freilassung der Studenten ein.

Weitere Infos zur Menschenrechtssituation im Iran

Kommentare

Eine Antwort

  1. Im Iran herrscht genau das Regime, dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Jubiläum der gewaltsamen Machtergreifung gratuliert hatte. Und zwar „im Namen des deutschen Volkes“. Das ist – gerade in Anbetracht des grausigen Schicksals dieser beiden jungen Männer – eine absolute Ungeheuerlichkeit.

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