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JA zu Ehe, Familie und Schöpfungsordnung

Von Christa Meves

Selbst wenn Olaf Scholz die einst von ihm beschworene staatliche „Lufthoheit über den Kinderbetten“ in der neuen Regierung zu verwirklichen sucht, wird bei gestandenen Männern niemand die Sehnsucht nach heiler, ausfüllender Vaterschaft auslöschen können. Und viele Familienväter hierzulande werden sich in zusammenhaltenden Familien weiterhin viel Mühe geben, diesem Ziel gerecht zu werden.

Aber ein wenig Fachwissen – in den letzten Jahrzehnten auf diesem Feld erfahren – könnte sinnreich sein, um dieses Ziel – trotz der zu erwartenden verstärkten Minderung der väterlichen Autorität im Trend – in heilen Familien dennoch im Auge zu behalten; denn bedauerlicherweise haben sich heute manche frischgebackenen Jungväter sogar auch in der Familie in eine übersteigerte Knechtschaft drängen lassen: etwa der barsch geforderten Beseitigung der Mülle sowie der Bereinigung schmutziger Fußböden und Klos als Tribut von der ständig überforderten, erwerbstätigen Ehefrau.

Doch ein Übermaß davon entspricht nicht dem natürlichen Wesen eines Paterfamilias. Sein Aufgabenbereich wird durch eine vorrangig gelebte kraftvolle Schutzfunktion der ihm zugehörigen schwächeren Familienangehörigen bestimmt. Deshalb hat er mehr Muskeln, deshalb wachsen ihm mit der Pubertät Bart und tiefe Stimme zu und deshalb entfalten sich im Laufe seiner Ausgestaltung diejenigen Hirnfunktionen, die für die Lebensbewältigung der Familie besonders dienlich sind.

Dazu bedarf es keines Bewusstseins darüber, es ist ihm vorgegeben. Er wird, wenn er gesund geboren ist, auf Autorität geradezu geprägt. Wenn ihm – wie in der heutigen Zeit durch den Feminismus – diese Grundwesenheit nicht zugestanden wird, breitet sich im Jungvater ein Gefühl von Unzufriedenheit, ja von Unglücklichsein aus.

Daraus erwachsen über kurz oder lang in der Familie Spannungen gefährlicher Art, zumal die Ursache selten erkannt wird, ehe sich daraus Bedenkliches entwickelt. Dabei verliert der Vater die Kinder meist mehr und mehr aus dem Blick. Sie werden ihm auf diese Weise ohne seine Absicht entfremdet bzw. er bekommt gar nicht erst die Gelegenheit, mit seinen Sprösslingen eine persönliche Beziehung aufzubauen.

Das aber bedeutet im Grunde für beide Geschlechter (für die Töchter aber nicht so elementar wie für die Söhne) ab deren vierten Lebensjahr einen Mangel, denn von dieser Zeit ab bekommt der Vater im Entfaltungsprozess des Sohnes eine direkte Vorbildfunktion.

Der Vater ist im Alltag seines kleinen Sohnes dafür vorgesehen, ihm die Richtung im Mann-Werden vorzugeben. Oft habe ich mir das von manchen sechs- bis achtjährigen Söhnchen erzählen lassen: „Ich werde mal Pilot wie Papa.“ – „Ein Schornsteinfeger werde ich, wenn ich groß bin. Papa nimmt mich schon mal mit.“ – Kürzlich hielt mir ein Achtjähriger seine Kinderbibel hin und erklärte: „Ich werde mal ein Pastor wie Papa.“

Aber leider erlebte ich nun in den vergangenen Jahrzehnten in meiner kinderpsychotherapeutischen Praxis auch immer häufiger das Gegenteil: „Nein, ein Mann will ich nicht werden – lieber so jemand wie Mama.“

Andere Kinder haben mir sogar im  vertraulichen Gespräch erzählt, wen sie als Vorbild statt des Vaters hätten – jemand wie die Leiterin vom  Kindergarten oder eine Grundschullehrerin. Solche Aussagen von Kindern in der Praxis nötigen den Therapeuten dazu, umfängliche Recherchen bei der Mutter über das Verhalten des Vaters im Familienalltag einzuholen.

Dabei ergab sich bei diesen Fällen oft, dass mir ein wachsendes uneinfühlsames Verhalten von diesen Vätern durch die Aussagen ihrer Ehefrauen bekannt wurde. Manchmal kam dann sogar unter Tränen heraus, wie oft der Vater die Familie durch unvorhergesehene Wutausbrüche in Schrecken versetze. Auch von Randalieren und Bedrohen im Status der Betrunkenheit wurde nun nicht selten berichtet. Oder es wurde von Abweisungen oder gar von Gewalt besonders gegen die kleinen Söhne gesprochen.

Aber gleichzeitig schränken diese Mütter immer ihr Elend ein: Diese Väter seien dennoch bemühte Versorger der Familie. Ihnen sei aber auf die Dauer ein liebevolles, empathisches Verhalten der ihnen anvertrauten Familie nicht durchgängig gelungen, obgleich beim Ehemann Bemühen um Mitarbeit vorhanden sei …

Es ergibt sich also: Die verschlechterte Stimmung in der Familie ist eine langfristige Folge davon, dass ein eigentlich in natürlicher Weise bemühter Vater lange Zeit in unangemessener Herabwürdigung zu leben hatte, sodass sich daraus eine innere Unausgeglichenheit entwickelte.

Das hat mich bewogen, eine Reihe von Beratungsstunden zunächst mit der meist sehr einsichtigen Mutter über die Unbekömmlichkeit ihrer Kommandomanier gegenüber dem Ehemann durchzuführen, dann aber langfristig sogar mit diesen Vätern selbst. Ich mache dem jeweils betroffenen Vater klar, dass er, der sich doch eine glückliche Familie wünschte, auch eine gesunde Entfaltung seiner Kinder wolle.

Jeder kleine Sohn brauche deshalb spätestens ab fünf eine nahe Beziehung zum Vater, sodass es für seinen Sohn gefährlich werden würde, wenn der Vater ihm nicht als positives Vorbild begegnet, wie er das doch eigentlich selbst wolle.

Nachdem dem Vater der Grund für des Jungen Unzufriedenheit mit seinem Geschlecht einsichtig geworden war, pflege ich ihm entsprechende Freizeitbeschäftigungen mit diesem ihm entfremdeten Sohn vorzuschlagen. Das ist nicht immer leicht erreichbar, aber da in fast allen Betrieben der Samstag ein Feiertag ist, lässt sich – auch im Hinblick auf die Situation der anderen Familienmitglieder – eine solche längerfristige Beschäftigung des Vaters mit seinem Sohn realisieren.

Da muss mehr als einmal erklärt werden, dass eingewöhnte gegenseitige Bewertungen von nahen Familienmitgliedern sich nicht von einem Tag auf den anderen ändern lassen; denn sie sind ja durch häufige Erfahrungen mit dem Vater entstanden. Sie können infolgedessen auch nur durch vielfältige gegenteilige Maßnahmen gelöscht werden. Es bedarf also eines geduldigen Durchhaltens und auch mancher origineller Veränderungen in den Inhalten der Beschäftigung.

Auf jeden Fall sollte versucht werden, eine gemeinsame Freizeitbeschäftigung zu erreichen, die beiden Akteuren Freude macht und sie zusammenschweißt. Das häufige Zusammensein für ein paar Stunden ist Voraussetzung im veränderten Umgang miteinander. Gegenseitige Wertschätzung sollte den Zielpunkt bilden. Dabei lässt sich dann bei beiden zunehmende Begeisterung über ihren Jour fixe beobachten.

Meistens bewähren sich sehr typische männliche Beschäftigungen, da sich häufig auch ergibt, dass die Jungen ähnliche Begabungen mitbringen, wie die Väter sie haben, die Freude an Technik z. B., die Lust zu konstruieren, das Bedürfnis, die eigenen Fähigkeiten direkt auszuprobieren.

Da gibt es einen breiten Rahmen an männlichen Betätigungsmöglichkeiten, z. B. in der Vorbereitung von Wanderzielen in den Ferien, die Idee einer ein wenig abenteuerlichen Fahrt in einem Boot auf einem Kleinfluss und endlich und immer wieder: Fußball, Fußball, Fußball, was dann schließlich gekrönt wird mit einer gemeinsamen Fahrt zum Anschauen eines Fußballspiels von Bedeutung.

Ich habe in diesem Bereich mit solchen Methoden, die alle therapeutischer Hartnäckigkeit bedürfen, beglückende Veränderungen im Familienklima erlebt. Und sie bestehen keineswegs nur darin, dass das Kind dann nicht nur seine Ausflüchte in ein anderes Geschlecht aufgibt, sondern dass jetzt ein Junge erlebt wird, dessen Augen leuchten und dessen schulische Leistungen sich ständig verbessern.

Quintessenz: Ein Erfolg dieser Art entspricht der Schöpfungsordnung. Und erfreulicherweise lässt sich das nun auch durch die Hormonforschung über die Unterschiedlichkeit der Geschlechter wissenschaftlich beweisen; denn so weiß es zutreffend die Heilige Schrift:

Als Mann und als Frau schuf Gott den Menschen – in fruchtbarer, sich ergänzender Unterschiedlichkeit und in sich gegenseitig achtender Gemeinsamkeit.

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

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Kommentare

3 Antworten

  1. Teilweise hat Frau Meves sicherlich recht, und ich erlebe das (leider) auch zum Teil in meiner eigenen Familie.

    Jedoch ist Christa Meves‘ Weltsicht nach meiner Einschätzung zu stark festgelegt, sowohl was die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau als auch was deren Charaktereigenschaften anbelangt.

    In einer Familie muss der Mann nicht unbedingt der (Haupt-)Ernährer und die Frau die dienende Hausfrau sein. Vor allem heutzutage, wo Frauen meist eine gleich gute Ausbildung wie Männer haben, ist das ungerecht. Wichtig ist, das Hausarbeit und Kindererziehung auch innerhalb der Familie genauso hoch geschätzt werden wie Lohnerwerb und beide Partner die nötige Wertschätzung von dem jeweils anderen erfahren.

    Auch ist die nicht jeder Mann der geborene Organisator und Führer, nicht jeder findet Interesse an Technik, Abenteuer und Fußball. Manchmal scheint mir, dass die „Konservativen“ festlegen, was als männlich (bzw. weiblich) zu gelten hat, und wer diesen Klischee nicht entspricht, gilt als abnorm.
    Und vor allem sind die Söhne nicht immer wie die Väter. Mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt, aber es zeichnet sich schon ab, dass er in mancher Hinsicht ganz anders ist als ich.

    Nicht zuletzt ist dieser Artikel eine Blaupause für eine Macho-Ideologie: die Frau ist von der Natur (respective Schöpfungsordnung) aus darin als Hausfrau und Mutter festgelegt, dem Mann sind so niedrige Arbeiten wir das Wegbringen des Mülls (bzw. der „Mülle“, was immer das sein mag) nicht zuzumuten. Das ist nur ungerecht und bestimmt nicht im Sinne Gottes.

  2. oh ich bin sicher die alte Dame hat recht, wenn moralische Zugangsweisen sich ändern kämpfe die Gegner immer mit Zähnen und Klauen mit mäßigen Erfolgt in den letzten Jahrzehnten aber so lange Sie das i Rahmen der demokratischen Ordnung tun ist das sehr gut da es den Diskurs belebt

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