Kommt es zu einer „Reform der Reform“?

Ein führender Kurienkardinal aus Rom hat vorgeschlagen, dass Papst Leo XIV. die Tür für die traditionelle Liturgie „öffnen“ sollte.

Kurt Koch, seit 2010 Präfekt der Vatikanbehörde zur Förderung der christlichen Einheit, sagte am 5. August 2025 auf Kath.net:
„Persönlich würde ich es begrüßen, wenn wir hier einen guten Weg nach vorn finden könnten. Papst Benedikt XVI. hat einen hilfreichen Weg gezeigt, indem er sagte, dass etwas, das seit Jahrhunderten praktiziert wird, nicht einfach verboten werden kann.“

Doch diese liturgische Versöhnung wurde unter Papst Franziskus quasi über den Haufen geworfen. Kardinal Koch meint dazu: „Es wäre durchaus wünschenswert, die nun verschlossene Tür wieder zu öffnen.“

Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto unten), einer der profiliertesten Verteidiger des überlieferten Ritus, nannte die Einschränkungen von Papst Franziskus eine „schwere und revolutionäre Aktion“.

Der amerikanische Würdenträger hat danach bestätigt, dass er mit Papst Leo über die Zukunft der „alten Messe“ gesprochen hat und daher auf eine Rückkehr zur freizügigen Linie von Papst Benedikt hofft.

Kardinal Koch deutete zuvor an, dass eine Synthese des Novus Ordo („neue Messe“) und des lateinischen Ritus entstehen könnte. 

In einem Interview mit Vatican-News empfahl er schon vor fünf Jahren, dass „in Zukunft eine Versöhnung der beiden Formen stattfinden wird, so dass wir irgendwann nur einen gemeinsamen Ritus als Synthese anstelle von zwei verschiedenen Meßformen haben werden“.

Für diese  – auch von Papst Benedikt gewünschte  – „Reform der Reform“ (eine Kombination von alter und neuer Meßform) würde sich der „nachkonziliare“ Ritus von 1965 besonders eignen.

Die derzeit bi-liturgische Situation (zwei Meßformen nebeneinander) ist insgesamt  – weltkirchlich gesehen – eher unbefriedigend. Es geht ja schließlich darum, daß nicht nur Liebhaber der Latein-Messe, sondern alle Gläubigen wieder eine Liturgie feiern können, die das reiche Erbe der Tradition und Frömmigkeit von zwei Jahrtausenden in sich aufnimmt, also Altes und Neues (das jeweils Beste daraus) vereinigt.

Wir haben dies unlängst ausführlich begründet: https://christlichesforum.info/reform-der-reform-warum-das-65er-messbuch-ein-idealer-kompromiss-waere/

Der katholische Theologe Dr. Peter Kwasniewski erklärte gegenüber der Lebensrechtlerseite LifesiteNews, Leo sei „sensibel für die Sprache der Symbolik und Schönheit ist, und vor allem für den normativen Wert der Tradition“.  Dies wurde schon mit seiner Würdigung der ostkirchlichen Liturgie, ihrer Feierlichkeit und Tiefe deutlich.