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Kommunistisches Nordkorea: 200.000 politische Häftlinge gequält

Die kommunistische Diktatur in Nordkorea treibt den Ausbau von Zwangsarbeitslagern systematisch voran. Dies zeige die Auswertung von Satellitenbildern, berichtete die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bei einer Pressekonferenz am 27. Oktober 2011 in Berlin.

IGFM-Pressesprecher Martin Lessenthin bezeichnete Nordkorea als abgeriegeltes Land, in dem ein brutales System der Unterdrückung herrsche. Schätzungsweise 200.000 Gefangene würden aus politischen Gründen gequält und gefoltert.

Zudem bahne sich eine Hungerkatastrophe an, für die die staatliche Mißwirtschaft verantwortlich sei. Die Unterernährung des Volkes sei ein Dauerproblem, obwohl sich das Land prinzipiell selbst versorgen könne.

Lessenthin: „Die Menschen in Nordkorea sind zu Geiseln der Kim-Dynastie und des Militärs geworden.“

Immer mehr Menschen versuchten daher zu fliehen. Während das Nachbarland Thailand im Jahr 2004 nur 40 nordkoreanische Asylsuchende registrierte, seien es 2010 bereits 2.482 gewesen.

Lessenthin forderte China auf, Flüchtlinge aus Nordkorea aufzunehmen und ihnen die Ausreise in Drittstaaten wie Südkorea zu ermöglichen, anstatt sie zu denunzieren und nach Nordkorea abzuschieben. Zudem müsse die internationale Gemeinschaft humanitäre Hilfe leisten. Dabei sei es notwendig, die Verteilung von Hilfsgütern zu überwachen.

Gefangener mit Eisenstäben gefoltert

Der Südkoreaner Oh Kil Nam, Opfer und Zeuge der Verschleppung seiner Familienangehörigen, berichtete, daß seine Frau und seine zwei Töchter seit 25 Jahren in einem Lager gefangengehalten werden und Zwangsarbeit leisten müssen. Ihm selbst sei die Flucht gelungen.

Der ehemalige Gulag-Gefangene und Präsident der Organisation „Free the North Korean Gulag“ (Befreit den nordkoreanischen Gulag), Kim Tae Jin, schilderte, daß er Christ wurde, nachdem er 1986 nach China geflohen sei. 1988 sei er von der chinesischen Polizei gefaßt und nach Nordkorea ausgeliefert worden. In der Haft sei er mit Eisenstäben geschlagen worden. Zu den Schikanen habe auch der Entzug von Schlaf, Nahrung und Kleidung gehört. 1992 wurde er aus der Haft entlassen, fünf Jahre später gelang ihm die Flucht aus Nordkorea.

Schlimmste Christenverfolgung

Nordkorea gilt als das Land mit der schlimmsten Christenverfolgung. Erlaubt ist nur der Kult um den „Ewigen Präsidenten“ Kim Il-Sung (1912-1994) und Diktator Kim Jong-Il (70 J.).

Nach Schätzungen werden bis zu 70.000 Christen in über 30 Arbeits- und Straflagern gefangengehalten, weil sie als Staatsfeinde gelten. Von den 24 Millionen Einwohnern sind offiziellen Angaben zufolge etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken, die zu vier staatlich anerkannten Kirchengemeinden gehören. Mindestens 200.000 versammeln sich im Untergrund.

Erika Steinbach (CDU):  Kommunistische Systeme lange verharmlost

Die Menschenrechts-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, erklärte, kommunistische Systeme wie DDR, Sowjetunion oder Kuba seien in Deutschland lange mit großer Milde betrachtet worden. Nordkorea gehöre zu den repressivsten Diktaturen der Welt. Besuchern würden „potemkinsche Dörfer“ gezeigt. Zudem halte sich Nordkorea nicht an internationale Abkommen.

Quelle: Nachrichtenagentur IDEA

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