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Kommunistisches Vietnam: Aids-Keule gegen Kritiker

Auf Anordnung der Regierung in Hanoi ist die bekannte regimekritische Bloggerin Bui Thi Minh Hang ohne Gerichtsurteil in ein Sonderstraflager eingewiesen worden.
Laut Beschluss des Volkskomitees soll Frau Hang dort zwei Jahre lang „umerzogen“ werden, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
Sie leidet an mehreren Hautkrankheiten und läuft zusätzlich Gefahr, mit HIV infiziert zu werden, da sie mit AIDS-Kranken im fortgeschrittenen Stadium untergebracht ist. In den Produktionshallen des Straflagers stellen die Insassen Nähnadeln her.
Mit scharfer Kritik reagierte die IGFM auf die willkürlich angeordnete Inhaftierung der Regimekritikerin und ihre für Leib und Leben gefährliche Haftbedingungen. Da Frau Hangs Strafmaßnahme nicht auf einer gerichtlichen Grundlage beruht, kann sie immer wieder verlängert werden.
Bui Thi Minh Hang wurde am 27. November 2011 in Ho Chi Minh Stadt (Saigon) verhaftet, als sie vor der katholischen Kathedrale gegen Versammlungsverbot und leere Lippenbekenntnisse der kommunistischen Diktatur demonstrierte. Seitdem fehlte jegliches Lebenszeichen von ihr.
Erst jetzt wurde bekannt, daß die 47-jährige Regimekritikerin nach Festnahme sofort nach Nordvietnam in die Hauptstadt Hanoi transportiert wurde. Das Hanoier Volkskomitee ordnete eine zweijährige „Umerziehung“ von Frau Hang in einem Sonderstraflager für HIV-infizierte Straftäterinnen in der nordvietnamesischen Provinz Vinh Phuc an, rund 1900 km von ihrer südvietnamesischen Heimatstadt Vung Tau entfernt.
Die Ansteckungsgefahr durch HIV-Übertragung über Verletzungen während des Arbeitsvorgangs ist besonders groß, weil Frau Hang in Zusammenarbeit mit anderen Häftlingen Nähnadeln fertigt. Ihre Bitte, sie in Einzelhaft einzuweisen, um die Ansteckungsgefahr zu mindern, wurde von der Lageradministration zurückgewiesen. Daraufhin trat Frau Hang in Hungerstreik, der als Vorwand verwendet, den Besuch ihres Sohnes zu untersagen.
Frau Hangs Verhaftung Ende November 2011 war bereits die vierte in vier Monaten, wobei die drei vorangegangenen wegen ihrer öffentlichen Protestaktionen gegen Chinas aggressives Verhalten im Südchinesischen Meer stattfanden. So auch am 16. Oktober 2011, als ihr das Tragen eines Strohhuts mit Anti-China-Slogans im Hanoier Stadtzentrum drei Tage Polizeigewahrsam einbrachten.
Mit beharrlichen Hungerstreiks kämpfte sie sich regelmäßig frei und wurde von der Bloggerwelt zu „Vietnams Frau des Jahres 2011“ ausgerufen.
Auf die gezielte Unterbringung politischer Gefangener mit AIDS-kranken Häftlingen in Vietnam hatte bereits der mennonitische Pastor Nguyen Quang nach seiner Inhaftierung 2005 aufmerksam gemacht. Der IGFM sind mehrere Fälle von politischen Gefangenen bekannt, die während der Haft HIV infiziert und AIDS krank wurden.
Besonders verwerflich ist für die IGFM die Tatsache, dass einige vietnamesische Straflager diese Maßnahme gezielt einsetzen, um den Willen der Gefangenen zu brechen.
Weitere Infos zur Menschenrechtslage in Vietnam unter: http://www.igfm.de/Vietnam.543.0.html

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