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Lastenausgleich für Heimatvertriebene war Grundpfeiler für Deutschlands Erfolg

Der Deutsche Bundestag hat vor 70 Jahren das Lastenausgleichsgesetz beschlossen, das am 1. September 1952 in Kraft trat.
Dazu erklärt Christoph de Vries,
Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag:

„Der Lastenausgleich auf Initiative der damaligen unionsgeführten Bundesregierung ist mit einem Volumen von ca. 65 Milliarden Euro eine der größten Solidaritätsaktionen in der deutschen Geschichte. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Deutsche angesichts von Flucht, Vertreibung und Kriegssachschäden völlig mittellos und hatten anfangs kaum eine Zukunftsperspektive. 

Obwohl Millionen Vertriebene, Flüchtlinge und anderen Kriegsgeschädigte die Hauptlast der Kriegsfolgen zu tragen hatten, war auch die Situation der übrigen Bevölkerung überwiegend trostlos.

Deshalb war es umso beachtlicher, dass gesamtgesellschaftlich die Bereitschaft bestand, denjenigen zu helfen, denen es noch schlechter ging. Dieser Solidargedanke des Lastenausgleichs ist ein maßgeblicher Grundpfeiler für die friedvolle, wirtschaftlich und gesellschaftlich erfolgreiche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland gewesen.

Daher ist das in Bayreuth als Teil des Bundesarchivs eingerichtete Lastenausgleichsarchiv von nationaler Bedeutung. Seine Aufgabe bleibt bestehen, den im Rahmen des Lastenausgleichs erfassten Gesamtschaden sowie das Vertreibungs- und Aussiedlerschicksal zu dokumentieren.“

Hintergrund: Das Lastenausgleichsgesetz (LAG) ist das Kerngesetz des Lastenausgleichs, der sich nach Inkrafttreten zahlreicher weiterer ergänzender gesetzlicher Regelungen zu einem umfassenden Eingliederungs- und Entschädigungsprogramm entwickelte.

Für Millionen von Deutschen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges und dessen Folgen aus ihrer Heimat flüchten mussten oder vertrieben wurden, die ausgebombt wurden oder sonstige Vermögensschäden erlitten haben, war das Lastenausgleichsgesetz eine wirksame Hilfe zur Existenzsicherung und zur wirtschaftlichen Wiedereingliederung.

Laut Präambel des LAG bedeutete jedoch die Gewährung und Annahme von Leistungen keinen Verzicht auf die Geltendmachung von Ansprüchen und Rückgabe des von den Vertriebenen zurückgelassenen Vermögens.

Kommentare

4 Antworten

  1. Das Lastenausgleichsgesetz diente dem Zusammenhalt der deutschen Bevölkerung mit den Vertriebenen aus dem Elsaß, Böhmen, Polen und Schlesien, wo nach den Kriegen geopolitisch die Völker neu aufgeteilt wurden und mit der Abgabe vom deutschen Schlesien und Pommern die Reparationslasten ausgeglichen wurden.
    Auch fand es Anwendung bei innerhalb des geteilten Deutschlands Geflüchteten, die alles in ihrer Heimat verloren haben, deutschen Heimat. Zunehmend wird dieses Lastenausgleichsgesetz im Sinne der Globalisierung von Politikern ohne Heimatliebe Zweck entfremdet und missbraucht.
    Ein Staat, dessen Staatskasse sich im Größenwahn dem Ende neigt, pocht auf 30 Jahre Bewährung und die Bürokraten auf der Spur, den letzten Pfennig zu kassieren, obwohl dieser Besitz längst weg ist und wer das nicht beweisen kann, hat schlechte Karten. Grundbuch-Schwärzungen waren einst große Mode und man brauchte in der Sammelstelle Barby Geduld.
    Auch hier zeigt sich die Klüngelwirtschaft, wo Menschen, die rechtmäßig Grundbesitz in der DDR erwarben, plötzlich von Eigentümern verjagt wurden nach der Wiedervereinigung. Auch hier arbeitet die Bürokratie unsauber. Immerhin diente das Lastenausgleichsgesetz dazu, aus der deutschen Heimat Vertriebenen einen Neustart zu ermöglichen.

  2. Zur Wahrheit gehört auch: Ich war in der Kölner Lindenburg, durch die Bombenangriffe verschüttet. Wurde gerettet, und kam mit dem Lazarettzug, nur nit dem Nachthemd bekleidet, in das damals annektierte Sudetenland. Als Reichsdeutsche, 17 Jahre alt und Vollwaise, wurde ich mit dem ersten Treck auf den Heimweg geschickt.
    Mein Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ich zum damaligen Zeitpunkt noch k e i n e n eigenen Haushalt hatte. Stimmt, aber als Vollwaise war jedes Besitzteil für mich von besonderem Wert!

  3. Voraussetzung für den Umfang der Leistung und ihren Erfolg war aber auch die soziale Marktwirtschaft, die als Symbolfigur Ludwig Erhard gegen den Widerstand der Linken und CDU-Linker (!) einführte und eine politische Kultur, die bürgerliche Tugenden förderte und nicht das Gegenteil. Dem CDU-Abgeordnete de Vries ist zu sagen, daß die geschilderte Politik weitgehend das Gegenteil war von heutiger CDU/CSU- Politik!

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