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Leipziger Universitäts-Kirche durch linke Fanatiker verhunzt

1968: „DDR“-Sprengung des Gotteshauses  –  Heute: unvollendete Trennwand-Kirche 

In der Tageszeitung „Die Welt“ vom 2.12.2011 beschwert sich Dankwart Guratzsch in einem ausführlichen Artikel unter dem Titel „Ein Gotteshaus? Oh Gott! Versteckt es!“ darüber, daß  – so die Einleitung   –  “ linke Fundamentalisten und bürokratische Zauderer den Wiederaufbau der Leipziger Paulinerkirche verhunzten“.

Die altehrwürdige Paulinerkirche im Universitäts-Bereich war ein sinnenfälliges Symbol für das friedliche Nebeneinander und Miteinander von Glaube und Wissenschaft.  Zudem schreibt der Autor: „Die in Festungsmauern gehüllte Kirche der Universität steht wie ein Fels über dem Getümmel, ein Sinnzeichen, das die Stürme von Jahrhunderten überdauert hat.“

Doch SED-Chef Erich Honecker, ein sozialistischer Sohn der Stadt Leipzig, ließ die traditionsreiche Kirche am 30. Mai 1968 sprengen und in einen Trümmerhaufen verwandeln. Hierzu schreibt die „Welt“: „Der Dialog von Religion und Wissenschaft war beendet. Der Schutt wurde eiligst an kaum noch auffindbaren Orten verscharrt. Trotzdem retteten Beherzte in letzter Minute 80 Prozent der Ausstattung. Bis heute lagern sie in Depots.“

Mit dem Neubau des Universitätsgebäudes wurde auch die Wiedererrichtung der Paulinerkirche in Angriff genommen: „Mit seinem Entwurf für den Wiederaufbau hatte der holländische Architekt Erick van Egeraat fast so etwas wie die Quadratur des Kreises geliefert. Das neue Hauptgebäude der Universität „umarmt“ gleichsam die Kirche, nimmt sie förmlich mit unter sein Dach. Die Kirche wiederum wird zum Mittelrisalit und Hauptgiebel des Neubaus – Glaube und Wissen scheinen geschwisterlich versöhnt.“

Soweit schön und gut, müßte man meinen, das alte SED-Unrecht mit der Zerstörung der Kirche wurde nunmehr wieder gutgemacht. Doch Pustekuchen!

Der WELT-Redakteur schreibt weiter: „Aber aus der versöhnlichen Lösung erwuchs neuer Streit, als der Architekt seine Pläne auf einseitiges Insistieren der Universitätsleitung hin änderte. Plötzlich sollte die Kirche keine Kirche mehr sein, weil  –  so hatten linke Fundamentalisten gewarnt  –  der Universität von dem Kirchengebäude eine „Zwangschristianisierung“ drohe“.

Nun müßte man meinen, daß derart tiefrote Kampfparolen links liegen gelassen werden, doch nix da:

„Mit Entsetzen nahmen Theologen, Musiker und Mitglieder des Paulinervereins wahr, dass die Steinsäulen abgesägt, das Steingewölbe in Gips und Plaste ausgeführt und der Altarraum mit einer Plexiglaswand vom Hauptschiff abgetrennt werden sollten. Für den Wiedereinbau wichtiger Ausstattungsstücke wie der barocken Kanzel war damit kein Platz mehr.“

Der frühere sächsische Landesbischof Johannes Hempel schrieb an den Ministerpräsidenten, es werde ein „halbsäkularer Mehrzweckbau, aber keine Kirche“ errichtet. Somit werde der „bewusste böse Traditionsabbruch“ des kommunistischen Systems „in der heutigen demokratischen Gesellschaft bewusst und dauerhaft erneuert“.

Fünf Professoren für Mathematik und Informatik beklagten: „Die Errichtung einer Trennwand, ganz gleich aus welchem Material und ganz gleich wie beweglich, stellt eine Bestätigung und Erneuerung des Bruches mit einer 560-jährigen Tradition dar, einer Tradition, zu der nur wenige Universitäten Vergleichbares vorweisen können.“

Das Wort der wackeren Wissenschaftler scheint kein Gehör zu finden, wie die WELT weiter berichtet:  „Der Bau stagnierte und ruht bis heute.“  – Dazu kommt noch folgendes Detail: „Schon jetzt sickert durch, dass mit der Trennwandlösung nicht nur eine widersinnige, sondern auch die teuerste Variante gewählt wurde – kein gutes Omen für die Bewertung durch den Landesrechnungshof.“

Den vollständigen WELT-Artikel lesen Sie hier:

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13746536/Ein-Gotteshaus-Oh-Gott-Versteckt-es.html

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