Aus dem Buch „Summe der Tugenden und Laster“ des Dominikanerpaters Wilhelm Peraldus (+1271):
- Der Eheorden ist von Gott selber eingesetzt worden, während die anderen Orden von Menschen gestiftet wurden.
- Er wurde eingesetzt im heiligsten Ort auf Erden: dem Paradies.
- Er ist älter als alle anderen Orden.
- Er ist eingesetzt worden, als der Mensch noch im Stand der Unschuld lebte.
- Diesen Orden allein hat Gott in der Sintflut erhalten.
- Die Gottesmutter hat in diesen Orden eintreten wollen.
- Christus hat ihn geehrt, indem er ihn auf der Hochzeit zu Kana besuchte.
- Bei dieser Hochzeit hat der HERR sein erstes Wunder gewirkt.
- Dazu kommt der feierliche Segen, den die Kirche in der hl. Brautmesse den Eheleuten spendet.
- Zur Empfehlung des Ehestandes trägt noch die kostbare Frucht bei, die aus der Ehe hervorgeht: aus ihr werden Kinder geboren, die dann in der heiligen Taufe Kinder Gottes werden. Wenn jemand einen Weinberg hätte, der ihm jährlich 1000 Eimer Wein brächte, so würde er ihn sehr schätzen. Wie hoch ist daher die Ehe zu würdigen, aus der Kinder hervorgehen, von denen eines mehr wert ist als aller Wein auf Erden. Aus der Ehe werden zudem Jungfrauen hervorgebracht. Wenn aber die Jungfräulichkeit sehr liebenswert ist, dann auch die Ehe.
- Die Ehe ist eines der sieben heiligen Sakramente.
Gemälde: Evita Gründler





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Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass die Frauen sich erst in der modernen Zeit, also nach der Aufklärung, und durch den abnehmenden Einfluss der christlichen Religion emanzipiert hätten. Die Unterwerfung der Frau begann im 17. Jahrhundert gerade mit dem sinkenden Einfluss der christlichen Religion und dem weiteren Einfluss des Protestantismus mit seinen verheerenden philosophischen Irrtümern. Die Zeit der industriellen Revolution erniedrigte die Frau in ungeheurem Maße, wie wir dies aus dem anglikanischen England her wissen.
Dagegen erfreuten sich zur Zeit der christlichen Zivilisation, also mit Mittelalter, die Frauen aller Rechte, Privilegien, Ehren und Würden, die durch die industrielle Revolution und das technische Zeitalter vernichtet wurden. Diese Fakten finden sich in dem Buch von Mary Beard ‘Die Frau als Macht in der Geschichte’.
Sie schreibt u.a.:
„Wenn auch die Verantwortung für das Spinnen Weben und Kochen hauptsächlich den Frauen zufiel und das Holzfällen und Grabenausheben gewöhnlich zu den männlichen Obliegenheiten gehörte, so übernahmen doch beide Geschlechter Schulter an Schulter nicht nur die Feldarbeit, sondern auch zu einem beträchtlichen Teil sogar alle mit der Verarbeitung der Rohmaterialien zu verbrauchsfertigen Waren verbundenen Arbeiten. … Beide Geschlechter (Anm.: ob Lehnsmänner oder Freie) unter den gleichen Bedingungen und genossen gleiche Freiheit und gleiche Rechte. … die damaligen Eintragungen wiesen eine fast gleichmäßige Verteilung der mühsamen Arbeitslast auf.“ (Quelle: Mary R. Beard, Die Frau als Macht in der Geschichte, 1951, S. 245)
„Im gleichen Maße wie die Frauen sich nicht nur in der Landwirtschaft, am häuslichen Gewerbe und am Handel beteiligten und deren schwere Lasten auf sich nahmen, sondern auch bei den Leistungen des Handwerks, des Gewerbes und der Innungen und Gemeinschaften vertreten waren, hatten sie lebhaften Anteil an allen Formen des sozialen Lebens in Stadt und Land. Ihre Eigenschaften und ihre Tatkraft kamen in allerlei menschlichen Belangen zum Ausdruck, von kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen, Sport und Spiel, bis zur Diskussion religiöser und sittlicher Probleme und zur Durchführung karitativer Unternehmungen.
In Schlössern und in Bauernhäusern, auf dem Felde wie um Zunfthaus, auf dem Dorfanger und dem Friedhof, in den Straßen der Städte und der Gemeinden, in Gasthäusern und Märkten, überall suchten sie Erholung von den mit dem harten Kampf um das tägliche Brot verbundenen Strapazen, von der Last der Häuslichkeit und den Verantwortungspflichten ihrer Klasse – gleichviel, um welche soziale Schicht es sich handeln mochte.“ (Quelle: ebd., S. 262/263)
Die Frauen der damaligen Zeit waren ebenso muskulös und zäh wie die Männer. Zeitgenössische Urkunden beweisen, dass manche Frauen in ihrer Ausdrucksweise und in ihrem Betragen eine ausschweifende, wenn nicht sogar zügellose Art an den Tag legten.
Frauen in Gilden und Zünften
Fulton Sheen hat als Weihbischof von New York in seinem Buch ‘Du bist gebenedeit unter den Weibern’ aus dem Jahr 1954 die von Mary Bread zusammengetragenen Fakten über die Frau im Mittelalter zusammengefasst:
„In diesem Buch führt sie aus, dass im Mittelalter 72 von 85 englischen Gilden Frauen als dem Manne gleichgestellte Mitglieder führten, ja, dass diese sogar Barbiere und Matrosen waren. Sie redeten wahrscheinlich ebenso freimütig wie die Männer, denn eine der Regeln der Zünfte lautete, dass weder ‘die Schwestern noch die Brüder’ liederliche und widerspenstige Wortstreite führen dürfen. In Paris waren 15 Zünfte ausschließlich für Frauen, während 80 der Pariser Zünfte gemischten Geschlechtes waren. Die Idee, dass die Frauen erst in unserem modernen Zeitalter in den Berufen anerkannt wurden, ist historisch vollkommen falsch.“ (Fulton Sheen, Kap. XV., S. 195/156)
Bis zum 17. Jahrhundert beschäftigten sich die Frauen in England mit dem Gewerbe. „Tatsächlich waren so viele verheiratete Frauen im Handel tätig, dass ein Gesetz erlassen wurde, nach dem die Ehemänner nicht für die Schulden ihrer Gattinnen aufkommen mussten. Zwischen 1553 und 1640 wurden 10 Prozent der Bücherverlage in England von Frauen geführt. … Im Mittelalter waren die Frauen ebenso gebildet wie die Männer und erst im 17. Jahrhundert wurden sie von der Bildung ausgeschlossen. Alle Tätigkeiten und Freiheiten der Frauen wurden dann in der Zeit der technischen Revolution eingeschränkt, als die Maschinen die Produktion übernahmen und die Männer in die Fabriken eintraten. Dann gingen die legalen Rechte der Frauen verloren; …“ (Beard, ebd., S. 196)
Gelehrte Frauen im Mittelalter
Zahlreiche mittelalterliche Dokumente beweisen, dass Frauen aller Bevölkerungsschichten auf irgendwelche Weise eine Erziehung genossen, geistige Interessen verfolgten, lasen, schrieben, ihre Meinungen äußerten und nicht nur untereinander, sondern auch mit gelehrten Männern in schriftlichem Gedankenaustausch standen. Mary Beard gibt als Beweis das folgende Beispiel an:
“Unter den Dokumenten von Coultons ‘Life in the Middle Ages’ (‘Das Leben im Mittelalter’) befindet sich eine Anzahl Briefe zwischen Christina von Stommeln (einer 1242 geborenen Bauerntochter) und dem Dominikanerpater Peter von Schweden, sowie einem Pariser Studenten Bruder Maurice. Diese Korrespondenz befasste sich hauptsächlich mit religiösen Erlebnissen. Aber sie vermittelt doch zwei auffallende Eindrücke bezüglich der Rolle der Frau im geistigen Leben des Mittelalters: Christine war eine intelligente Frau mit echter Begabung für literarische Ausdrucksmöglichkeiten und es scheint als ganz selbstverständlich hingenommen worden zu sein, dass sie in einem ausführlichen Briefwechsel mit zwei geistigen Studien treibenden Klerikern stand.” (Beard, ebd., S. 276/277)
Wie wir in dem Buch weiter erfahren können, besuchten im 14. Jahrhundert Mädchen ganz selbstverständlich Schulen und Lehranstalten. Zwar erreichte die Anzahl der Frauen, die sich der Gelehrsamkeit widmeten, nicht diejenige der Männer. Dies hatte aber nichts mit der Begabung der Frauen zu tun. Im 15. und frühen 16. Jahrhundert bewiesen z. B. viele italienische Frauen „die höchste technische Kompetenz im Studium, in der Wiedergabe und in der Darlegung der wieder aufgenommenen humanistischen Materie.“ Unter ihnen befand sich zum Beispiel Isotta Nogarola. Sie konnte „sich in Bezug auf Gelehrsamkeit neben den berühmtesten ihrer männlichen Kollegen behaupten. Ihre Leistungen wurden überall anerkannt und ernteten lebhaften Beifall.“ (ebd., S. 280)
Während der Renaissancezeit hielten in fast jedem bedeutenden geistigen Zentrum Italiens Frauen Vorlesungen über Literatur und Philosophie. Sie studierten Medizin und Naturwissenschaften.
Frauenbildung in katholischen Kreisen
Professor Mausbach bestätigt diese Fakten:
„Schon die geistig hervorragenden Frauen des Mittelalters haben ihre Tätigkeit nicht auf Frömmigkeit und religiöse Bildung beschränkt, sondern auch die Pflege weltlicher Kunst und Wissenschaft in Angriff genommen, zum Teil sogar, wie Hildegard von Bingen und Katharina von Siena, weitreichenden Einfluss auf bürgerliche und kirchlich-politische Verhältnisse ausgeübt; andere Frauen waren im ärztlichen Beruf, einzelne als Lehrer an Hochschulen tätig.
Die Renaissance und die späteren Jahrhunderte zeigen gerade in Italien gelehrte Frauen, wie Vittoria Colonna, Helene Cornaro, Gaëtana Agnesi u.a., die zum Teil Lehrstühle an päpstlichen Universitäten erhielten. Für die Frauenbildung im Allgemeinen noch bedeutender wirkten die seit Angela Merici († 1540), der Stifterin der Ursulinen, zahlreich aufgeblühten Schulorden, die weit früher eine höhere Frauenbildung in katholische Kreise hineintrugen, als dies in protestantischen Gegenden der Fall war.“ (Quelle, Mausbach, a.a.O., S. 192)
https://weltgeschehen.info/frauen-in-oeffentlichen-aemtern/
Es war auch das Christentum, welches überhaupt erst die Freiwilligkeit der Ehe und die notwendige Zustimmung der Frau dazu einführte, siehe auch Judith Reisman aus dne USA dazu.