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Am 21. Februar des Jahres 1173 ver­kündete Papst Alexander III. die Heiligsprechung des vormaligen englischen Reichskanzlers und Erzbischofs von Canterbury: Thomas Becket wurde zwei Jahre zuvor (am 29. Dezember 1170) von Gefolgsleuten König Heinrichs II. umgebracht.

Heinrich und Thomas waren ursprünglich politisch und persönlich eng befreundet – doch nachdem Thomas von Heinrich zum „Reichsbischof“ von Canterbury eingesetzt worden war, widersetzte er sich den Absichten des Königs, die Kirche Englands weitgehend von Rom zu lösen und der englischen Krone zu unter­werfen…

Der Machtanspruch des englischen Königs über die Kirche scheiterte im 12. Jahrhundert an der Entschiedenheit von Erzbischof Thomas und wurde erst 5 Jahrhunderte später durchgesetzt, als Oliver Cromwells das restau­rierte Königtum als staatskirchliche Ordnung errichtete.

Vieles spricht dafür, daß der durch und durch „politische“ Papst Alexander III. die historische Bedeutung des Konfliktes sofort erkannte und die ungewöhnlich schnell erfolgende Heilig­sprechung auch als Mittel dafür nutzte, die Stellung des englischen Königtums auf Dauer zu schwächen – und die der Kirche ebenso dauerhaft zu stärken.

Jedenfalls gilt Thomas Becket seitdem als Symbolfigur des ewigen Machtkampfes zwischen staatlicher/säkularer und kirchlicher/moralischer Autorität.

In dieser Funktion gewann der Märtyrer um die Mitte des  –  von Faschismus, Krieg und Kriegsfolgen geprägten –  vergangenen Jahrhundert ver­stärk­te Aktualität, als nicht nur christlich geprägte, sondern auch säkulare Denker und Künstler (am bekanntesten T.S. Eliot und Jean Anouilh) sein Leben und seinen Tod zum Gegenstand ihrer Werke machten.

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://www.summorum-pontificum.de/cont_articles/26/m02/21_S-Thomas-Becket.html

Kommentare

4 Kommentare

  1. „…des vormaligen englischen Reichskanzlers und Erzbischofs von Canterbury: Thomas Becket..“ So, dann hatten die Engländer auch mal einen Reichskanzler…
    Ich kann mich noch erinnern, dass der Gemahl der englischen Königin den damaligen Bundeskanzler Kohl mal „Reichskanzler“ nannte (der letzte deutsche war doch Hindenburg ??) .. Kohl wusste gar nicht, wie ihm geschah…. 🙂 🙂

    1. Sehr geehrter Preußenopa,

      Hindenburg war niemals Reichskanzler, er war vielmehr Reichspräsident. Der letzte deutsche Reichskanzler war Hitler.

  2. Hat nicht der Tudor-König Heinrich VIII. bereits um 1530 herum die englische Kirche von Rom gelöst und die Anglikanische Kirche gegründet? Der radikale Puritaner Oliver Cromwell hingegen hat Mitte des 17. Jahrhunderts die Monarchie abgeschafft und ließ danach König Charles I. hinrichten.

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