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Münster: Bewegende Gedenkstunde für deutsche Heimatvertriebene am 20. Juni

Von Felizitas Küble

Seit 2015 gibt es jedes Jahr in Münster am 20. Juni eine Mahnwache für die Opfer von Flucht und Vertreibung anläßlich des entsprechenden staatlichen Gedenktags am selben Tag. Er wurde im August 2014 von der CDU-geführten Bundesregierung beschlossen und ein Jahr später erstmals begangen.

Allerdings nehmen Medien und Öffentlichkeit kaum Notiz davon, schließlich geht es dabei „nur“ um die deutschen Heimatvertriebenen und ihre Nachkommen, was nicht wenigen Zeitgenossen wohl schon als „rechtslastig“ gilt.

Gestern haben wir bereits in einer Meldung mit Fotos über die Gedenkstunde in Münster berichtet und diesen  ausführlichen Artikel angekündigt: https://christlichesforum.info/heute-gedenktag-fuer-heimatvertriebene-feierstunde-mit-cdu-politikern-in-muenster/

Zu der Veranstaltung am städtischen Denkmal auf dem Servatiplatz hat auch diesmal wieder der BdV (Bund der Vertriebenen) und die OMV (Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung in der CDU) eingeladen.

Ansprachen von CDU-Politikern aus Münster 

Der CDU-Ratsherr und OMV-Vorsitzende Stefan Leschniok begrüßte die etwa 35 Teilnehmer, besonders seinen Vornamens-Vetter und Parteikollegen, den CDU-Bundestagsabgeordneten (MdB) Dr. Stefan Nacke, der eine kurze Ansprache an die Versammelten hielt.

Leschniok erwähnte die traurige Aktualität des Vertreibungsthemas auch in unserer Zeit, denn es gäbe weltweit 120 Millionen Flüchtlinge, davon seien 2/3 sogenannten Binnenflüchtlinge (also innerhalb des eigenen Landes auf der Flucht).

Teils ist dies auch in der Ukraine so (von Ost nach West), wobei der CDU-Kommunalpolitiker besonders die Ukrainerinnen begrüßte, die sich solidarischerweise an der Gedenkstunde beteiligten und mit ihrer blau-gelber Gewandung leicht zu erkennen waren.

BILD: In der Mitte ein deutscher Vertriebener aus Schlesien (Grafschaft Glatz), davor drei ukrainische Frauen

Dr. Nacke kam auch die Leitbegriffe Humanität und Ordnung zu sprechen, die seitens der CDU als Motto ihrer Migrationspolitik dienen. Zudem betonte er die Bedeutung der Heimat für die Menschen.

BdV-Chefin Möller flüchtete 1945 aus Danzig

Die BdV-Vorsitzende von Münster, Roswitha Möller, erzählte von ihrem eigenen Vertreibungsschicksal. Die 1943 in Danzig geborene Pädagogin kam 1945 mit ihrer vor den Sowjets geflüchteten Mutter als Kleinkind nach Münster.

Sie las das Grußwort des BdV-Präsidenten Dr. Bernd Fabritius vor, der die millionenfache Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Siedlungsgebieten als eine der größten Vertreibungen der Geschichte bezeichnete. Das Gedenken daran sei Teil unseres historischen Erbes: „Die Erinnerung darf nicht enden“, schrieb er.

Mariya Sharko (siehe Foto), eine der anwesenden ukrainischen Frauen, betonte den Freiheitswillen ihres Volkes und beklagte, daß durch Putins Krieg in ihrem Land viele junge Menschen sterben, „die eigentlich unsere Zukunft sind“; sie dankte den Deutschen für ihre Unterstützung und besonders für die freundliche Aufnahme ihrer Landsleute in Münster und Deutschland insgesamt. Die Rednerin betonte: „Wir haben unsere Heimat nicht aufgegeben“.

Leschniok dankte für diese und andere Wortmeldungen der Ukrainerinnen. Angesichts des völkerrechtswidrigen Angriffs auf die Ukraine stehe das Thema Gewalt, Flucht und Vertreibung weiter aktuell auf der politischen Tagesordnung. Putin benötige ein klares „Stopzeichen“, wobei man nicht das ganze russische Volk für dessen Politik verantwortlich machen dürfe.

Roswitha Möller verlas das bewegende Grußwort eines jungen Südkoreaners namens Jo Yong Sin, der sich zweimal jährlich mit deutschen Heimatvertriebenen in Münster treffe. Er floh selber von der Steinzeit-Diktatur in Nordkorea in den freiheitlichen Süden des Landes.

Er schrieb weiter, seine Landsleute und die deutschen Vertriebenen würde viele gemeinsame Werte miteinander teilen. Eine anwesende Ukrainerin erinnerte daran, daß sich Putin gerade in Nordkorea aufhalte und dort mit dem kommunistischen Regime verhandle.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Kommentare

6 Antworten

  1. das Problem ist, dass sich die Vertriebenenverbände vor allem in den 50er und 60er Jahren Zuwenig kritisch gegenüber der Rolle ihrer Funktionäre in der Nazizeit waren das Problem hat sich biologisch erledigt aber das hängt den Vertriebenen leider nach

  2. Hier zeigt sich wieder einmal auch bei der Ukrainekrise, dass wir alle relevanten Aspekte und Perspektiven berücksichtigen müssen, wenn wir objektiv und nicht unmenschlich sein wollen.

    Wir sollten bemüht sein, das ganze Bild zu sehen und uns jeweils in die Schuhe der anderen zu versetzen.

    Wir sollten zwischen den Fassaden der Demokratie und Menschlichkeit und den Hintergründen unterscheiden lernen.

    https://www.youtube.com/watch?v=RSrF-T86aW8
    Setzen 6! Heute gibt es nur noch schlechte Lösungen. Krone-Schmalz‘ Expertise ist nicht zu toppen.

    Russland – und wie weiter? Prof. Krone-Schmalz
    https://www.youtube.com/watch?v=Ii5akrtwVPI

    https://www.youtube.com/watch?v=v817o8bAPgw
    Krone-Schmalz enthüllt die Wahrheit über das Verhältnis zwischen Europa und Russland

    https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-klaus-von-dohnanyi-spd-ex-buergermeister-hh-zu-ukrainekrise-dlf-fa676f9c-100.html
    Die Erweiterung der Nato nach 1990 war ein Fehler

    https://www.youtube.com/watch?v=UkO2fJUbres
    Klaus von Dohnanyi – Über Frieden, Vernunft und Sahra Wagenknecht

    https://www.youtube.com/watch?v=YuMfGaKzQxU
    Der Ukraine-Krieg könnte zur Urkatastrophe des 21. Jahrhunderts werden

  3. 12 – 14 Millionen Flüchtlinge im Westen nach dem 2.Weltkrieg und keine angestiegene Kriminalität. Das ist der Unterschied zu heute. Ein Dank an die Vertriebenen.

    1. Woher weiß man das so genau? Ich glaube kaum, dass in diesem Chaos genaues Statistiken geführt wurden. Tatsache ist dass es nach dem Krieg „drunter und drüber“ ging.

      Ich habe damals nicht gelebt, aber aus Erzählungen weiß ich, das Diebstahl („organisieren“) damals damals an der Tagesordnung war. Auch gibt es immer wieder Mal Berichte, das Männer das allgemeine Chaos ausgenutzt haben, um Frauen zu vergewaltigen. Es war allgemein eine unsichere Zeit, ob es durch den Zustrom der Flüchtlinge noch schlimmer geworden ist, bleibt wohl Spekulation.

  4. Das heutige „Vertriebensein“ dürfte wohl kaum mit dem eher unkomfortablen „Vertriebensein“ vor 80 Jahren gleichsetzbar sein.

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