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BILD: Foto aus dem Lichtbilder-Vortrag von Frau Berg

Von Felizitas Küble

Kürzlich fand ich in meiner nächstgelegenen Sparkasse am Termin-Aushang ein Einladungsblatt der Evangelischen Friedenskirchengemeinde in Münster-Gremmendorf, das für den 21. Februar 2024 zu einem Vortrag in ihr Gemeindehaus einluden (siehe Abbildung).

Mir schwante schon Bedenkliches, als ich den Titel der Veranstaltung las: „Leben in Palästina – Alltag unter Besatzung“.

„Da weiß man ja früh genug Bescheid“, dachte ich mir, „es wird wohl eine Veranstaltung gegen Israel als „Besatzungsmacht“, mit einer einseitigen Darstellung zu Lasten des jüdischen Staates ist also zu rechnen.“

Ein Grund mehr, an dem „Info-Abend“, wie er sich nannte, teilzunehmen, um ggf. ein paar Stühle geradezurücken.

Genau dies erwies sich tatsächlich als höchst angesagt, zumal ich die einzige in dem vollbesetzten Gemeindesaal war, die kritische Fragen an die Rednerin Christiane Berg stellte. Die meisten Besucher waren ältere Damen, deren Wortmeldungen zwischen Verblüffung und Entsetzen über die „menschenrechtsfeindliche“ Regierung Israels angesiedelt waren.

Die Referentin (siehe Foto), eine junge Lehrerin aus Münster, sprach über ihre Teilnahme an einem EAPPI-Programm des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK); sie war drei Monate in den South Hebron Hills  stationiert. Dieses sog. „C-Gebiet“ liegt südlich von Hebron in der Westbank. EAPPI kooperiert eng mit der UNO, den „Rest“ kann  man sich denken…

Ihre Vortragsweise war zwar rhetorisch und sprachlich weitgehend sachlich, allerdings inhaltlich sehr gewöhnungsbedürtig. Wen wundert das bei dieser eindeutig pro-palästinensichen EAPPI-Agenda, das seine Aufgabe einseitig darin sieht,israelische Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren“.

EAPPI-Programm mit Täuschungsmethoden inklusive?

Das jüdisches Audiator-Portal in der Schweiz kritisierte bereits am 22.8.2018, EAPPI beruhe methodisch auf einer Täuschung der israelischen Behörden: https://www.audiatur-online.ch/2018/08/22/eappi-freiwillige-schlimmer-als-gedacht/

Torsten Lambeck schreibt dazu:
„So nutzt in diesem Jahr auch mindestens ein Pfarrer der EKD Westfalen die Feriensaison, um – finanziert u.a. von Brot für die Welt und Pax Christi – drei Monate als „Tourist“ in Israel zu verbringen und dabei als EAPPI-Aktivist in Hebron nach eigener Darstellung „Kinder“ vor „Siedlern“ zu schützen.

Die damit einhergehende Täuschung der israelischen Behörden räumte der Geistliche im Interview der „Neue Westfälische“ schon im Vorhinein unverblümt ein. Die Organisation würde sich „ganz anders angreifbar machen“, wenn ihre Freiwilligen den Zweck ihrer Reise wahrheitsgemäss deklarierten. Inwiefern demgegenüber gerade das Verschleiern der tatsächlichen Beweggründe ihrer Einreise angreifbar ist, scheint der Zeitung nicht aufzufallen.“

Zum hier erwähnten Stichwort Pax Christi: Diese linkskatholische Organisation agitiert seit Jahrzehnten gegen Israel. Wir beklagten das in mehreren Artikel – und dies bereits vor über 11 Jahren – siehe hier: https://christlichesforum.info/?s=pax+christi+israel+

Auch Frau Berg  – um zur Referentin des Gemeinde-Abends zurückzukommen  – „nahm für Pax Christi als Freiwillige am Begleitprogramm teil“, wie es im Einladungsflugblatt heißt.

Die Westfälischen Nachrichten schrieben am 4.6.2019 folgendes über ihr Wirken gegen „Besatzung und Terror“:
„Während ihres Sabbatjahrs war die Lehrerin….als Menschenrechtsbeobachterin… in Palästina and Israel (EAPPI) im Westjordanland…eingesetzt. Mit der 53-jährigen sprach unser Redakteur…über Besatzung, Terror und den Alltag von Palästinensern und Israelis.“

Ihr Lichtbildervortrag soll vermutlich eine Art Vorgeplänkel zum baldigen Weltfrauentag sein, der ohnehin weitgehend anti-israelisch gestrickt ist.

Israel hat den Gaza-Streifen komplett geräumt

Eine der über den jüdischen Staat empörten Damen sprach von der „Besatzungsmacht“ gegen die Palästinenser. Darauf entgegnete ich, Israel habe sich doch längst aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen und sogar die eigenen Siedler von dort –  meist gegen deren Willen  –  zwangs-evakuiert, um dafür „Land gegen Frieden“ zu erhalten, wobei freilich das Gegenteil eintrat, nämlich eine mehrfache Terror-Intifada mit Selbstmordattentaten gegen israelische Zivilisten, nicht selten explodierten dabei Schulbusse voller Kinder.

Zudem stellte ich fest, auch mit Kritik am „Besatzungs“-Titel des Vortrags, daß „Palästinenserpräsident“ Abbas doch vor zehn Jahren den „Staat Palästina“ gegründet habe, der von etwa zwei Dritteln der UNO-Staaten anerkannt worden sei.

Die Referentin beklagte, Israel kontrolliere aber nach wie vor viele ländliche „C-Gebiete“ im Westjordanland  – allerdings: Dies war doch im Oslo-Abkommen so vereinbart. Sie äußerte sich sodann über Schikanen und Gewalttaten israelischer Siedler und Soldaten gegen palästinensische Dorfbewohner.

In einer Lichtbild-Text auf der Leinwand mit dem Titel „Vertreibung der Menschen durch“ steht an erster Stelle: „Siedergewalt“, danach folgt „Zerstörung der Häuser und Infrastuktur“ (siehe Abbildung).

„Zerstörung einer Grundschule“ ohne Grund?

Besonders ausführlich empörte sie sich – und nicht minder viele der Zuschauer  – über das Plattmachen einer  – von der EU mitfinanzierten  –  kleinen Grundschule durch die israelische Armee.

Da ich mir nicht vorstellen konnte, daß Israel diese Zerstörung nur aus Jux und Dollerei oder gar Bösartigkeit schlechthin durchführte, fragte ich Frau Bergs, was der Anlaß hierfür gewesen sei. – Deren knappe Antwort: Keiner. – Ich hakte nach: „Welche Begründung hat die israelische Regierung dafür geliefert.“ – Ihre schmal-lippige Antwort: Keine.

Ach ja?

Nach der Veranstaltung fand ich im Internet einen Artikel  – noch dazu von der Rednerin selber verfaßt   –  über ihre Zeit im Berdorf Khallet Athaba und den Abriß der Grundschule, wobei sie hier immerhin den israelischen Vorwurf erwähnt, das Gebäude sei illegal (ohne Baugenehmigung) errichtet worden.

Warum durften wir das denn nicht an diesem Vortragsabend erfahren?  – Gehört es nicht zur Fairneß, den Standpunkt beider Streitparteien darzustellen?

GEW auf pro-palästinensischem Kurs?

Interessanterweise wurde ihr Praktikums-Bericht von der linksgerichten GEW-Gewerkschaft in NRW veröffentlicht: https://www.gew-nrw.de/neuigkeiten/detail/die-geschichte-einer-schule-im-westjordanland

Als die Lehrerin mit Hilfe von x-Bildern und „kreativen“ Grafiken die von Israel errichtete Mauer kritisierte, meldete ich mich mit dem Einwand, der jüdische Staat wollte damit seine Bürger vor Terrorakten schützen, immerhin habe es mehrere islamistische Intifadas gegeben.

Sodann beanstandete ich, daß sie mit keinem Wort die Palästinenserführung kritisiert habe, sich z.B. über die allgegenwärtige Korruption dort und im Gazastreifen komplett ausschwieg.
Ich erwähnte, daß schon  PLO-Chef Arafat einst seine Millionensummen auf Schweizer Konten bunkerte, daß Hamas-Führer steinreich in den arabischen Emiraten leben, während die eigene Bevölkerung darbt etc.

Zudem wies ich zweimal darauf hin, daß seit 2006 keine Wahlen mehr in Gaza und der Westbank stattfanden, was sie nicht zu kommentieren gewillt war.

Immerhin hat Frau Bergs erwähnt, daß es einige israelische Friedens-Initiativen an der Basis gäbe, teils auch helfende Hände für Palästinenser im C-Gebiet.

Allerdings äußerte sie sich über den jüdischen Staat insgesamt sehr negativ. So bezeichnete sie den „Sechstagekrieg“ von 1967 wörtlich als „Angriffskrieg“. Die von Israel vorgebrachte Generalmobilmachung umliegender Staaten sei fragwürdig und umstritten.

Die Lehrerin für Geschichte sollte eigentlich folgendes wissen:

Der ägyptische Regierungschef Nasser ließ vorher seine Armee im Sinaigebiet einmarschieren und verlangte den Abzug der UNO-Blauhelme, die eine Art Pufferzone zur israelischen Grenze bildeten. Er sperrte die Straße von Tiran, die zu Israels einzigem Meerzugang im Süden führte. Durch Nassers Beistandsabkommen mit Syrien und Jordanien fühlte der jüdische Staat sich mit Recht umzingelt und zog daher seine Reservisten ein. Man nennt dies einen Präventivschlag oder vorbeugenden Verteidigungskrieg.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

Kommentare

9 Kommentare

  1. Die Website „Mena watch“ hilft bei allen Fragestellungen zum Thema Israel. Frau Berg wäre u. a. auch dieser Blog zu empfehlen.

  2. Man sollte nicht vergessen, dass sich Pax Christi auch für die Menschen in Berg-Karabach eingesetzt hat. In einem Nebensatz vom 29.09.2023 zum „Internationalen Tag der Gewaltfreiheit am 2. Oktober“ ist nämlich auch von einer Solidarität „mit den Menschen in Berg-Karabach“ die Rede. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Menschen in Berg-Karabach Muslime. Am 2. Oktober gab es keine Christen mehr in Berg-Karabach. Man darf also Pax Christi nicht vorwerfen, dass sie gar nichts zur Vertreibung Hunderttausender Christen aus ihren Stammländern gesagt hätten. Das sagt nämlich auch etwas aus. Der Nebensatz ist, so müssen wir schließen, ein Aufruf zur Gewaltlosigkeit gegenüber ihren Nachfolgern, den Muslimen gewesen.

    1. Daran kann jeder erkennen, dass auch das Schlechte, oder Böese,
      in dem Fall Pax Christi auch hin und wieder was gutes tut.

      Wer aber gegen die Juden und auch noch Israel ist, der ist auch gegen Gottt.

  3. Als Geschichtslehrer kann ich meiner Fachkollegin einmal die wohl immer noch gültigen Sätze von Golda Meir vorausschicken:
    „Wenn die Araber die Waffen niederlegen, herrscht Frieden. Wenn die Israelis die Waffen niederlegen, gibt es Israel nicht mehr.“
    Zu den Fakten zählt auch, dass Jahr für Jahr Abermillionen an Hilfen nach Gaza von der EU hineingepumpt werden. Deutschland beteiligt sich hierbei ganz maßgeblich. Der Verbleib und die Verwendung dieser Gelder werden nicht kontrolliert.
    Frau Berg müsste sich in diesem Zusammenhang die Frage gefallen lassen, warum in Gaza stets an sehr vielen Dingen des täglichen Bedarfs teils großer Mangel herrscht. Gleichzeitig fehlen jedoch nie die Mittel, Raketen mit israelischem Gebiet als Ziel in den Himmel steigen zu lassen.
    Die Hamas richtet ganz gezielt Waffenlager und Kommandozentralen bevorzugt unter Krankenhäusern, Schulen und anderen Zielen in Tunneln ein.
    Wer immer die Hamas militärisch überhaupt treffen möchte, ist von der Hamas selber genötigt, die von ihr in perfider Taktik errichteten menschlichen Schutzschilde anzugreifen.
    Wie krank müssen Hamas-Terroristen sein, solch eine unmenschliche Taktik mit den eigenen Leuten als potenziellem Ziel einzusetzen?
    Die Hamas hat eindeutig das Ziel, Israel auszuradieren und ist in dieser Sache vollends unnachgiebig.
    Der Hamas muss der aktuell erreichte Friedensprozess Israels und dessen Verständigung mit seinen arabischen Nachbarn einer dicker Dorn im Auge sein. So war es etwa in den Vereinigten Emiraten problemlos möglich, mit der Kippa auf dem Kopf durch die Straßen zu gehen und etwa in einem koscheren Restaurant mit Freunden speisen zu gehen.
    Eine weitergehende Verständigung Israels mit seinen arabischen Nachbarn würde das „Geschäftsmodell“ der Hamas zerstören: Den Krieg gegen Israel.
    Als barbarische Schlächter in Israel einzufallen und dabei zahlreiche Menschen zu entführen, verfolgt sicher auch den – ebenfalls perfiden – Zweck, Verständigungsprozesse in Richtung Frieden möglichst nachhaltig zu stören.
    Frau Berg kann sich gerne bei mir zu ein paar Nachhilfestunden melden.
    Mann ist ja immer kollegial und hilft gerne aus, wenn der ideologische Betrachtungskorridor wieder etwas geweitet werden möchte.
    Schließlich ist Frau Bergs ja auch als Lehrerin zu einem ausgewogenen Unterricht verpflichtet.
    Oder stehen in unseren Schulen auch schon links-rot-grün-woke Ideologen am Ruder und hechten blindlings dem fatal intoleranten Zeitgeist nach?

    1. ich kann mich nur darüber wundern, dass christen nicht fähig sind, Unrecht zu erkennen, gegen Menschen hetzen, die das Elend der Palästinenser hautnah erlebt haben .
      ich denke, diese Christen sollten doch ganz einfach mal einige Wochen in der Westbank verbringen.
      ich selbst bin kein Pax Christi Mitglied, habe allerdings ein halbes Jahr in einem kleinen Dorf zwischen Jenin und Nablus in einer christlichen Familie gelebt , mit Franzosen, Niederländern, Belgiern und Italienern ( eine kleine Gruppe, organisiert vom Medical relief Center in Ramallah)
      in diesem Dorf gab es keinerlei Probleme zwischen Muslimen und Christen, nein, die israelischen Siedler, und das Militär haben nicht nur Schrecken verbreitet, nein, uralte Olivenbäume wurden plattgemacht, nachts wurde in Häuser eingebrochen und Mobiliar zertrümmert und das hamloseste war, wenn sie „nur“ den Jugendlichen, die tagsüber geschuftet haben um ihr Dorf schön zu machen die Identitätskarte abgenommen haben.
      ich denke mit Wehmut an diese Menschen zurück und bin leider total machtlos zu helfen.
      lesen sie bitte auch mal bei Wikipedia über die Gründung des Likud nach und vielleicht wussten sie noch nicht, dass darin dieses unselige „from the….) steht.

  4. Das Johannes-Evangelium warnt vor „denen, die das Kommen des Herrn im Fleische nicht anerkennen“, – Bibel ist eben nicht gleich Bibel, in das Neue Testament sind auch neue Erfahrungen eingegangen.

  5. Auch hier zeigt sich wieder der Unterschied zwischen so vielen in der Ev.Kirche und so vielen im Evangelikalismus (konservative(re)n Protestanten) , die so pro-Israel sind. Der spätere Gründer-Präsident des Weltverbandes Evangelisch-Konservativer predigte Tage vor der sog. Reichskristallnacht (massenhafter Terror gegen Juden in Deutschland Ende 1938 ) über: „Warum Juden freundlich zu Christen sein sollen“ . Er verurteilte den NS-Terror gegen Juden und sagte weiteren voraus. Er dankte den Juden, daß sie der Welt weigehend die Bibel gaben- und den Kapitalismus! Wir sollten den Juden das Evangelium geben. Der so stark evangelikal geprägte Bibelgürtel der USA gilt als Israels Sicherheitsgurt. (The bible is Israel ´s safety belt).

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