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Von Felizitas Küble

Am heutigen Sonntagt (27.7.) wurde dem amerikanischen Bischof Robert Barron der Josef-Pieper-Preis der gleichhnamigen Stiftung verliehen. (Pieper war ein bekannter katholischer Philosoph und Buchautor aus Münster.)

Barron ist katholischer Oberhirte aus Winona-Rochester im US-Bundesstaat Minnesota und theologisch gemäßigt-konservativ, aber für deutsche (Links-)Verhältnisse angeblich „umstritten“ (was aber im Grunde oft auf ein Qualitätsmerkmal schließen läßt).

Schon im Vorfeld wurde der lehramtstreue Würdenträger scharf kritisiert, weil er sich für die sittlichen Standpunkte der katholischen Kirche einsetzt und „dann auch noch“ positiv über Trumps Politik geäußert habe.

Dabei ging es dem Bischof hierbei nicht um Parteipolitik, sondern um die moralisch wichtigen Streitthemen Abtreibung und Gender, die von der neuen US-Regierung tatsächlich weitaus mehr im Sinne der Schöpfungsordnung Gottes „behandelt“ werden als zuvor unter Biden und Harris.

Am Vormittag wurde von linkskatholischer Seite durch Infostände und Parolen auf dem Liebfrauen-Kirchplatz gegen den katholischen Oberhirten protestiert – wenigstens geschah dies gewaltfrei. (Wir berichten noch gesondert über diese durchaus überschaubare Mini-Kundgebung.)

Allerdings haben „unbekannte“ Täter in der Nacht von Freitag auf Samstag „zugeschlagen“ – mit Sprühfarbe und beleidigenden Parolen. Die Aktion riecht in Stil und Machart stark nach der linksradikalen Antifa, die in Münster schon lange sehr aktiv ist.

Fast jedes Jahr werden im Vorfeld der Gebetszüge für das Leben die beiden Gotteshäuser übelst beschmiert, von deren Platz aus die Prozession der Beterschar startet (Aegidii-Kirche) und für die Schlußkundgebung endet (Paulus-Dom, Galen-Denkmal), wobei sich der Vandalismus z.B. durch radikalfeministische Sprüche artikuliert.

Wir haben über diese Attacken von gegnerischer Seite in den letzten Jahren mehrfach berichtet.

Natürlich hat die „reform“-katholische „Mahnwache“ auf dem Kirchplatz nichts zu tun mit den  – vermutlich linksextremen  – Schmierfinken, die schwerste Schäden an der Liebfrauenkirche – die von Münsteranern auch Überwasserkirche genannt wird – angerichtet haben.

Allerdings wurde auch von den linkskatholischen Demonstranten viel Unsinn verzapft, sei es lautstark per Megaphon oder Transparenten (z.B. das Plakat „Es ist kein Diskurs, wenn Grundrechte zur Debatte stehen“  – als ob Bischof Barron gegen „Grundrechte“ anrennen würde).

Von den wüsten Farb- und Graffiti-Attacken waren das Hauptportal des Gotteshauses betroffen (siehe Titelfoto), das sich unweit des Domes in der City befindet, zudem fast die gesamte Seitenfassade samt Schaukasten der Pfarrgemeinde (siehe weitere Bilder).

Mehrmals wurde die Parole „Fuck Trump“ geschmiert, ebenso  – besonders dummdreist –  die gegen Bischof Barron gerichtete Beleidigung „Fuck Judas“.

Ich sprach heute mit einem Mitarbeiter des Mikus-Unternehmens aus Münster (siehe Foto: Frontseite des Firmenwagens). 

Das Sicherheitspersonal der Wach- und Schließgesellschaft (ich sagte versehentlich erst „Lach- und Schießgesellschaft…“) kümmert sich nicht nur um die Bewachung von Veranstaltungen und Gebäuden, sondern auch um Organisationsservice und Verkehrsprobleme etc.

Der Angestellte, der im Wachdienst für die Preisverleihung eingesetzt war, erklärte mir, die an der Liebfrauenkirche angerichteten Schäden würden sich seiner Einschätzung nach auf mindestens 15.000 bis 20.000 Euro belaufen, möglicherweise bis zu 25.000 Euro. Es sei technisch-handwerklich äußerst schwierig, die Farbattacken vollständig zu entfernen.

Er erläuterte, dieser Vandalismus hätte verhindert werden können, wenn man die Kirche in den zwei Nächten vor dieser Veranstaltung durch Sicherheitspersonal geschützt hätte. 

Offenbar wurde hier von kirchlicher Seite naiv bis leichtfertig an der falschen Stelle gespart – ein paar hundert Euro wären dann wohl fällig gewesen, nun gehen die Reparaturkosten gleichsam ins Unermeßliche. 

Die fehlende Bewachung ist umso unverständlicher, als es – wie bereits erwähnt  –  in Münster seit Jahren zu derartigen Verwüstungen an den Fassaden von Gotteshäusern kommt.

Zudem wurden schon vor mehreren Wochen öffentlich Proteste gegen die Preisverleihung für Bischof Barron angekündigt, wie ich dem berufserfahrenen Mikus-Mitarbeiter berichtete. Er hat mir sodann ausdrücklich erlaubt, seine Ausführungen zu erwähnen, etwa hinsichtlich der immensen Schäden an der Kirchenfassade von Sankt Liebfrauen.

Erschwerend kommt übrigens hinzu, daß auch die Christusfigur vor dem Franz-Hitze-Haus verunstaltet worden ist – in diesem kirchlichen Bildungszentrum des Bistums Münster fand gestern (26.7.) ein Symposion mit Bischof Barron statt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster; sie betreibt ehrenamtlich dieses CHRISTLICHE FORUM

  

Kommentare

17 Kommentare

  1. Vielen Dank, liebe Frau Küble, für Ihren treffenden Beitrag! Die Schmierereien sind ein Skandal, und ich bin froh, dass sie diese Seite des Protestes so gut recherchiert dokumentiert haben. Das sollte die Initiatoren der „Mahnwache“ alarmieren!

    Als Teilnehmerin bin ich noch ganz erfüllt bin von der wunderbaren Tagung.
    Die Störer fielen viel weniger ins Gewicht, als z.B. „Kirche und Leben“ zu suggerieren versucht. Im Franz-Hitze-Haus gab es einen einzigen Mann, der zweimal rufen konnte „Barron raus“, bevor er selbst hinausgedrängt wurde. Das unterbrach nur kurz die Aufmerksamkeit der Referenten und der Zuhörer.
    Während des Gottesdienstes drang dank der vielen Münsteraner Glocken, des brausenden Orgelspiels und des begeisterten Gesanges der Gläubigen kaum ein Protestschrei in die Kirche. Es war eine würdige und schön gestaltete Liturgie, die uns in Freude mitfeiern ließ.
    Von den Protestlern wurden wir ansonsten auf dem Weg zur Preisverleihung nicht behelligt, die kleinen verärgerten Sprechchöre waren eher eine Randerscheinung.
    Ich empfehle jedem, die wunderbare Laudatio von Bischof Stefan Oster nachzuhören: eine klare – und entlarvende – Analyse mit aufbauender Perspektive!
    Die Tagung war ein Geschenk und großer Erfolg!

    1. Lieber Herr Konrad Kugler, ich sehe die Sachlage wie Sie, würde aber auch noch beifügen „keine Katholiken, Verbrecher und Schmierfinken.
      Die katholische Kirche sollte Strafantrag gegen diese Antidemokraten stellen.

  2. Wenn das bei einer Moschee passiert wäre, würde sofort der Staatsschutz ermitteln. Aber es ist ja „nur“ eine Kirche..
    Wehret den Anfängen!!!

  3. Hass und Hetze gehen auf. Nirgends wird sie zB gegen AfD so sehr geschürt wie auf den Kanzeln der Kirchensteuer-Kirchen, wie von Leuten wie Bätzig, Merz, Söder, Marx etc pp —- alles, was nicht Söder-queer oder Merz-Woke ist, gilt als rechtsradikal.

  4. Polemik, Vulgarität, Straftaten sollten (müssen !) unbedingt verschwinden aus der Auseinandersetzung um Prof. Pieper und Bischof Barron. Eine ernsthafte Lektüre ihrer Schriften sollte bei Interesse an beiden an deren Stelle treten. Das muß Kritik nicht verhindern: Frühe politische Äußerungen Piepers können dazu Anlaß sein (für mich etwa sein zumindest damaliger Antiliberalismus) wie auch Äußerungen des Bischofs zur Heilslehre. Man lese auch Äußerungen des ausgezeichneten katholischen Juristen Prof. Rüthers über Pieper in seinem Buch über Widerstand. Ich selbst plane die Memoiren Piepers zu kaufen, weil ich gern wüßte, was er sagt über seinen Lehrer J. Plenge, der linken und rechten Antiliberalismus so sehr verband.

  5. es ist erschütternd, und tragisch zu nennen, daß sogar Priester sich an den üblen Protesten gegen einen amerikanischen Bischof beteiligt haben; so ein Franziskaner und ein Weltpriester; Pfarrer in der Stadt. Es wurde lautstark gegen „Ausgrenzung“ protestiert; dabei merken die sogenannten Demonstranten anscheinend nicht, daß sie selbst durch Sprüche und Plakate ausgrenzen und beleidigen; nämlich alle diejenigen, deren Anwesenheit dankbare Übereinstimmung mit Bischof Robert Barron dokumentiert hat.

    1. Sicherlich dürfte sich doch auch der CDU-Star und langjährige ZDF-Verantwortliche Polenz eingereiht haben, oder…

    2. Wenn ich auch vermutete, dass der Kapuzinerpater (der sogar der Abt des Klosters ist) eher links steht, so bin ich doch geschockt, dass er so unverfroren ist und mit den sogenannten Linkskatholiken vor den Augen seiner Priesterbrüder (ja, sogar des Bistumsadministrators) so eine Aktion durchführt. Einfach unfassbar… beten wir, dass der Heilige Geist ihm Erkenntnis schenkt.
      Die Hl. Messe an sich war aber sehr würdig und man hat die Störer kaum gehört: https://www.youtube.com/watch?v=ctgDx9132vE
      @Felizitas: Interessant, ich habe auch mit dem Securitymann darüber gesprochen, dass die Organisatoren oder das Bistum besser in den Nächten davor die Kirche hätten bewachen lassen können. Zumal ich aus vertrauenswürdiger Quelle weiß, dass Antonius Hamers schon mit dem Vandalismus gerechnet hat.

        1. Meine P R I V A T – Meinung :

          Ich halte vor allem Kapuziner und Jesuiten wegen ihrer Dummheit seit 40 Jahren mit für die gefährlichsten Leute in der katholischen Kirche !!!

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