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Von Felizitas Küble

Am heutigen 27. September 2025 pilgerten rund 30 Gläubige in das malerische Städtchen Telgte unweit von Münster. Die Katholiken stammten aus der Gottesdienstgemeinde St. Aegidii in Münster, in der die überlieferte Liturgie („alte Messe“) zelebriert wird.

Die Marienstatue in Telgte, dem größten Wallfahrtsort des Münsterlandes, zeigt die Madonna mit ihrem verstorbenen Sohn auf dem Schoß. Man nennt diese Kunstwerke „Marienklage“ und spricht von der „trauernden Gottesmutter“ und dem „Schmerzensmann“.

Die seit jeher vielverehrte Darstellung in Telgte stammt aus dem 14. Jahrhundert, ist also rund 700 Jahre alt.
Das spätmittelalterliche Andachtsbild wird oft als „Pieta“ (= Mitleid) bezeichnet.

Vor allem in südlichen Gefilden ist auch der Name „Vesperbild“ geläufig, was sich auf das nachmittägliche Tagzeitengebet des Breviers bezieht.

Um 11 Uhr feierte Pfarrer Robert Schmäing eine altrituelle hl. Messe in der Gnadenkapelle neben der Pfarrkirche St. Clemens (siehe Titelbild).

Er predigte über die Leidensbereitschaft Mariens im Dienst für ihren göttlichen Sohn und sein Heilswerk, worin sie in Treue bis unter seinem Kreuz aushielt. Heute leben wir in einer Wohlstandsgesellschaft mit Komfortzone, während Christen anderswo in vielen Teilen der Welt verfolgt werden. 

Nach dieser Eucharistiefeier im traditionellen Ritus gab es noch rege Gespräche unter den Wallfahrern (siehe 2. Foto: Pfarrer Schmäing mit Gläubigen auf dem Kapellenplatz). Einige Pilger gingen danach in ein Gasthaus, andere ins nahegelegene Religio-Museum und nicht wenige machten sich auf den Weg über die Telgter Brücke zu einem großen Zelt. 

Dort war das Thema Christenverfolgung auf direkte Art präsent, denn viele betroffene Katholiken aus Syrien, Irak, Libanon und sonstigen arabischen Ländern, die im Münsterland Zuflucht fanden, feierten um 11,30 Uhr gemeinsam eine heilige Messe, wobei ein syrischer Chor mitwirkte.

Ich sprach dort mit einem freundlichen Familienvater aus dem Irak, der mit Frau und Kindern nach Telgte gekommen war und schon viel Schweres durchgemacht hat.

Um 14 Uhr hielt Stefan Stein, Öffentlichkeits-Referent von „Kirche in Not“, einen informativen Vortrag über die Arbeit seines päpstlichen Hilfswerks. Vorher und nachher konnten sich die Besucher aus einem reichhaltigen Info-Tisch mit ausgezeichnetem Broschüren, Gebetszetteln und Zeitschriften eindecken, die sich größtenteils mit der Christenverfolgung in aller Welt befaßten; es gab aber auch Infozettel z.B. über den hl. Carlo Acutis oder „brennende“ Glaubensfragen.

 

  

Kommentare

11 Antworten

  1. Kann das stimmen: „Schmerzensmann“? Kann Jesus Schmerzen empfinden, wo wir beten: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, Amen

    1. Guten Tag,
      was hat das eine mit dem anderen zu tun?
      Natürlich kann Christus als GOTT keine Schmerzen empfinden, aber damals hei seinem Leidensweg sehr wohl in seiner menschlichen Natur.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. In Verbindung mit einer solchen Abbildung habe ich noch nie die Bezeichnung Schmerzensmann gehört. Bei Darstellungen des leidenden Christus ja, aber nicht nach seinem Sterben. Hier gibt es einige Wallfahrtsorte mit solch einem Gnadenbild. Hier heißen sie alle schmerzhafte Mutter von Martental, Bornhofen, Klausen, Marienstatt usw. Mag sein, dass es in Westfalen anders ist.

      2. Guten Tag! Guten Abend! Wir gingen „immer“, im Zusammenhang mit Kierkegaard, davon aus, daß Jesus überhaupt nicht dargestellt werden kann. So wäre folglich in jedem Bild von Jesus, soferne es Kunst ist, und nicht eine abzulehnende Darstellung, jemand vor uns, der Jesus ähnlich geworden ist. SO IST ES VIELLEICHT NICHT UNZULÄSSIG, WENN ICH MIT ETWAS FORTFAHRE, DAS MIT DEM FRÜHER TANGIERTEN „nichts zu tun“ HAT. In unserem ausgebauten Dachgeschoß mit seiner schönen Aussicht steht auf einem Tisch eine Skulptur, die meine Beachtung wohl nicht gefunden hätte, wie vieles das meine Frau, durch ihr spätes Kunstgeschichtestudium aufmerksam geworden, anschaffte: „CHRISTUS IN DER RAST“, oder, mir schien das neu, ein „Zahnwehchristus“, https://www.youtube.com/watch?v=1oGspNxRn9o . Unsere kunstgeschichtliche Erklärung für die Entstehung des Typus ist: der Typus stellt P i u s I X . dar. Die ungeheure Bedrängnis seines Pontifikats {wir durften Gäste insbesondere auch in Udine sein) bedurfte der Rast beim Tragen des Kreuzes, wie in dem Video erklärt würde, die ihm die Fortführung des Pontifikats durch sein Dogma von „1854“, zu unserem Kalendertag „8. Dezember“, ermöglichte. Wenn das ganz anachronistisch scheint: Kunst ist ja prophetisch, bezieht sich auf Zukunft die aus Vergangenheit kommt. Dr. phil. Siegfried Paul Posch

  2. Da entbehrt die staunende Überraschung des Bischofs von Dresden-Meißen angesichts der Erwachsenentaufen nicht einer gewissen Komik:
    Wie kommt das nur, wir haben doch gar nichts gemacht ..?

    „Wenn ich die Lebensgeschichten und die Wege der Erwachsenen sehe, die um die Taufe bitten, kann ich nur staunen. Hier ist Gott am Werk!“

    https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/predigt-von-bischof-heinrich-timmerevers-in-der-bonifatiusvesper-zur-herbst-vollversammlung-der-deutschen-bischofskonferenz-am-24-september-2025-in-fulda

  3. PS: Erstaunlicherweise ist Telgte eine Hochburg der Grünen, die hier vor 14 Tagen fast genauso so stark waren wie die CDU und mit der SPD fast schon 50 % erhielten… Hoffen wir, daß die CDU heute in Telgte und im viel größeren Münster wenigstens die Stadtspitze (Bürgermeister/Ob) gegen die Grünen erreicht.

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