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Münster: ehem. OBs und Oberstadtdirektoren schalten sich in die Hindenburgplatz-Debatte ein

Von Detlev Suhr

Einige ehemalige Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren in Münster plädieren jetzt für den Namen „Schlossplatz“, obwohl die Schlossplatz-Befürworter derzeit den Ruf der Stadt durch flächendeckendes Plakatieren von Hitler-Portraits und das Niederreißen von Pro-Hindenburgplatz-Plakaten irreparabel beschädigen.
Besonders absurd wirkt das Plädoyer angesichts der Tatsache, daß es zur Amtszeit der betreffenden Politiker selbstverständlich keine Umbenennung des Hindenburgplatzes gegeben hat.

Über alle Maßen peinlich ist, dass sich in der Vergangenheit zwei dieser Schlossplatz-Befürworter ganz dezidiert gegen eine Umbenennung des Hindenburgplatzes ausgesprochen haben:
 OB Dr. Twenhöven, Schreiben vom 11.2.1987:
„Jede Zeit bringt in Straßenbenennungen bestimmte Grundeinstellungen zum Ausdruck. Diese naturgemäß zeitgebundenen Sichtweisen werden von späteren Generationen zwar nicht immer geteilt, was jedoch nicht dazu führen muß, daß Straßen und Plätze dann wieder umbenannt werden. Hier handelt es sich um historische Belege, die tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind. In einer Zeit, die von einer schleichenden Geschichtslosigkeit geprägt ist, gilt es gerade diese Wurzeln zu pflegen.“ (Quelle: Stadtarchiv Münster)

OStD Dr. Pünder, Schreiben vom 28.8.1997:
„Hindenburg war kein Nationalsozialist. 1932 war er mit 53 % der Stimmen – von Links bis zur politischen Mitte – gegen Hitler (36,8 %) und Thälmann (10,2 %) zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Im Falle einer Umbenennnung des Hindenburgplatzes müßten konsequenterweise auch andere Straßen und Plätze, deren Namensgebungen auf zeitbezogenen Einstellungen und Bewertungen beruhen, in die Diskussion kommen. Es kann nicht sinnvoll sein, historische Belege – und um solche geht es hier -, die zum Teil tief im Bewußtsein der Bevölkerung verwurzelt sind, bei jeder Veränderung der historischen Sichtweise zu löschen. Maßnahmen dieser Art könnten als Ausdruck einer schleichenden Geschichtslosigkeit verstanden werden.“ (Quelle: Stadtarchiv Münster)
Für diese Herren gilt wohl ganz besonders der bekannte Ausspruch: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern.“
Quelle: www.kul-tours.de/muenster-hindenburg.htm

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