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Nach dem Ad-Limina-Besuch in Rom: Deutsche Bischöfe in selbstgestellter Falle

Der Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe war ein entscheidender Wendepunkt für den Synodalen Weg. Möglicherweise hat sich sogar bereits entschieden, dass er keine Zukunft hat. Die deutschen Bischöfe haben sich selbst in eine Falle hineinmanövriert.

Das Ergebnis ihres Ad-limina-Besuchs beim Papst lässt sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

  1. Der Vatikan hat in allen entscheidenden Lehr- und Verfassungsfragen grundsätzliche Bedenken angemeldet – in den Feldern der bischöflichen Grundstruktur der Kirche, der Anthropologie und der (Sexual-)Ethik. Sie betreffen „Methode, Inhalte und Struktur des Synodalen Weges“ – also im Grunde alles. Weder ein dauernder sogenannter „Synodaler Rat“ mit Leitungskompetenz noch eine Änderung der Anthropologie und Sexualethik, in der man die traditionelle Grundposition der Geschlechterkomplementarität und der Beschränkung humaner Sexualität auf die Ehe zwischen Mann und Frau verwirft, sind in Rom zustimmungsfähig.
  2. Die Bischöfe wurden grundsätzlich darauf hingewiesen, dass es auch „Unverhandelbares“ gibt. Man darf annehmen, dass damit u.a. die Frage des Zugangs zum sakramentalen Ordo (Frauenordination) gemeint ist. Sie wurde nämlich in der gemeinsamen Erklärung des Heiligen Stuhls zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz nicht einmal erwähnt.
  3. Laut Stellungnahme des Passauer Bischofs Stephan Oster (veröffentlicht auf seinem Facebook-Profil) waren die Interventionen der Kardinäle Luis Ladaria (Glaubenskongregation) und Marc Quellet (Bischofskongregation) eindeutig und ohne irgendwelche inhaltlichen Zugeständnisse an die deutschen Positionen.
  4. Absage an Bischofsernennung durch Laienbeteiligung: Das Staatssekretariat verwies laut Presseberichten außerdem auf gravierende Einwände gegen Änderungen beim Verfahren der Bischofsbestellung, das mit dem bestehenden, deutschen Konkordatsrecht nicht zu vereinbaren sei.
  5. Bei Nichtbeachtung der Einwände droht Moratorium des Synodalen Weges: Wie schwerwiegend die Einwände im Vatikan wiegen, wird durch einen Vorgang deutlich, den sowohl die gemeinsame Erklärung als auch Bischof Oster erwähnen: Der Heilige Stuhl stellte die Möglichkeit eines Moratoriums in den Raum – das bedeutet: eine Anweisung an die Bischöfe, den Synodalen Weg auszusetzen, da zu viele Fragen offen seien. Dieses sei nur abgewendet worden, weil die deutsche Seite zugestanden habe, die römischen Einwände zu verarbeiten.
  6. Selbstverursachte Falle der deutschen Bischöfe als Folge. Damit sind die Hausaufgaben für die deutschen Bischöfe formuliert. Sie kehren nach Deutschland zurück mit der Pflicht, eine Situation zu bereinigen, die sie selbst verursacht haben. Diese Aufgabe gleicht der Quadratur des Kreises. Widersprüchliches, sich hart im Raum Stoßendes wäre nun zu vermitteln. Hinzu kommt:  Die in Rom kritisierten Texte und Beschlüsse des Synodalen Weges erschienen vielen Synodalen sogar als zu schwach – jedenfalls als unverhandelbar. Beide Seiten sprechen also von „Unverhandelbarem“.
    Es erscheint als unmögliche Mission, diese Positionen zusammen zu führen, an der man nur scheitern kann. Mit anderen Worten: Ein großer Teil der deutschen Bischöfe, besonders ihr Vorsitzender, sitzt jetzt in einer Falle, die sie sich selbst gestellt haben.
  7. Kaum Deutungsspielraum durch gemeinsame Erklärung. Bemerkenswert ist nicht zuletzt die Tatsache, dass der Heilige Stuhl den Weg einer gemeinsamen Abschluss-Erklärung mit den Deutschen Bischöfen gewählt hat. Damit ist für jedes weitere – oder gar ein inhaltlich abweichende Fazit – kaum Spielraum. So sollten wohl Kämpfe um die Deutungshoheit und mögliche Beschwichtigung von deutscher Seite über den Ernst der Lage verhindert werden, wo nun versucht wird, Zeit und Handlungsfreiheit zurückzugewinnen.
  8. Absage des zweiten Gesprächstermins verdeutlicht Missstimmung. Auch, dass der Papst die deutschen Bischöfe am Freitag bei dem bereits angekündigten, zweiten Treffen kurzfristig versetzt hat, ist aussagekräftig. Aus verschiedensten Quellen wurde deutlich, wie sehr den Papst die faktische (und im Ton teils dreiste) Missachtung seines Briefes vom 29. Juni 2019 durch die Deutschen verletzt und verärgert hat. Am Freitag erfolgte entsprechend eine Antwort des Papstes nur noch durch seine zweite administrative Ebene.

Wie ist das das alles zu bewerten?

  1. Keine Kompromisse möglich.
    Rom hat dem Synodalen Weg in deutlichster Weise die Grenzen aufgezeigt, die er längst mit vollem Bewusstsein überschritten hatte, in der Hoffnung mit Rom auf irgendeine Weise einen Kompromiss oder einen modus vivendi finden zu können. Diese Hoffnung hat sich mit Wucht zerschlagen.
  2. Unhaltbare Hoffnungen geweckt und enttäuscht. 
    Die Situation der Bischöfe und ihres Vorsitzenden ist damit denkbar schwierig. Sie haben nach der einen Seite versprochen, nach der anderen Seite beschwichtigt. Nun stehen sie vor einem Scherbenhaufen. Rom nimmt sie in die Pflicht, den Haufen nun selbst aufzuräumen. Das ist schwer – aber auch eine letzte Chance.
  3. Am Scheideweg: Evangelium oder Gegenwartskultur?
    Entscheidend wird sein: Wagen die deutschen Bischöfe und ihr Vorsitzender die Umkehr, die die Besinnung auf das Evangelium und den Glauben der Kirche einschließt, und entdecken sie sie in ihrer Tragfähigkeit gerade heute neu? Oder lassen sie sich weiter radikalisieren durch jenen Flügel, der sein eignes Heil, aber auch jenes der Kirche, in einer radikalen Anpassung an die Gegenwartskultur sucht?
    Der Kirche in Deutschland stehen heftige Auseinandersetzungen um diese Alternative bevor.
  4. Neuevangelisierung nicht als Facette, sondern als Grundprinzip. Der grundlegende Webfehler des Synodalen Weges – so hat es u.a. Walter Kardinal Kasper ausgedrückt – war die fortgesetzte Missachtung des „Brief des Papstes an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ (vom 29.06.2019) Man hatte in Deutschland offenbar nicht begriffen, dass der Papst mit seiner Forderung nach Neuevangelisierung nicht nur eine zusätzliche Facette auf dem Synodalen Weg sehen wollte, sondern ein Grundprinzip.

Hinter dem Stichwort Evangelisierung verbirgt sich eine erneuerte Sozialgestalt von Kirche. Von hier allein setzt authentische Reform an. Papst Franziskus und seine Mitarbeiter haben in den vergangenen Tagen versucht, den Tanker der Kirche in Deutschland in einem gewagten Manöver in diese Richtung umzulenken. Ob das Manöver und die Kurskorrektur gelingen, bleibt abzuwarten.

Quelle: Pressemitteilung der Initiative NEUER ANFANG

 

Kommentare

20 Antworten

  1. EIN STOPPSCHILD AUS ROM ( ? )

    „Der Vatikan hat die Kritik der Kardinäle Ladaria und Ouellet am Synodalen Weg veröffentlicht. Diese Transparenz schafft Orientierung, wo bisher nur ungläubiges Staunen über die Bischöfe war.“ Kommentar von Guido Horst, 25.11. 22
    https://www.die-tagespost.de/kirche/synodaler-weg/ein-klares-stoppschild-aus-rom-art-233934

    „DER PUNKT IST, DASS MAN DIE WAHRHEIT AKZEPTIEREN MUSS“

    Die Stellungnahme von KARDINAL LADARIA zum Synodalen Weg, gehalten beim interdikasteriellen Treffen mit den deutschen Bischöfen am 18. November, im Wortlaut.
    https://www.die-tagespost.de/kirche/synodaler-weg/der-punkt-ist-dass-man-die-wahrheit-akzeptieren-muss-art-233923

    EIN PROJEKT DER „VERÄNDERUNG DER KIRCHE“

    Im Wortlaut die Stellungnahme von KARDINAL MARC OUELLET zum Synodalen Weg beim interdikasteriellen Treffen mit den deutschen Bischöfen.
    https://www.die-tagespost.de/kirche/synodaler-weg/ein-projekt-der-veraenderung-der-kirche-art-233924

    ( ? ) Die Stellungnahmen der Kardinäle sind dankenswert klar in ihrer Warnung vor einem Schisma.
    Das Fragezeichen setze ich im Hinblick auf die Haltung von Papst Franziskus – wohin steuert die „Synode der Synodalität“ auf Weltebene ?
    Sind nicht mit den Kardinälen Hollerich und Grech in der Synoden – Leitung und EB Paglia mit der umgeformten „Akademie für das Leben“ sowie der Bevorzugung von P. James Martin durch den Papst die Weichen gestellt für eine grundlegende Änderung der kirchlichen Lehre ?

  2. LESENSWERT : https://neueranfang.online/der-synodale-selbstmord/

    DER SYNODALE SELBSTMORD DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND

    „Die Krise der deutschen katholischen Kirche beschäftigt weltweit journalistische Beobachter. Auf seinem Blog »The American Conservative« analysiert ROD DREHER (Autor der Bestseller »Benedikt Option«, »Live not by Lies«) den Synodalen Weg. …

    „Die »Initiative Neuer Anfang« versucht, Katholiken auf der ganzen Welt über die Geschehnisse in ihrem Land zu informieren, zum Teil in der Hoffnung, dass sich der Betrug und die Korruption nicht über Deutschlands Grenzen hinaus ausbreiten.
    – Die maßgebliche Lehre der Kirche negiert
    – Zeitgeist wichtiger als Heiliger Geist
    …worum es hier geht: Es ist die ungeschönte Behauptung, dass der Geist des aktuellen Zeitgeschehens wichtiger ist als der Heilige Geist, wie er durch die Heilige Schrift und die autoritative Tradition zum Ausdruck kommt. …
    – Was ist Wahrheit?
    Die deutschen Bischöfe leugnen Wahrheit. Sie versuchen, einen Raum für den radikalen theologischen Dissens innerhalb der katholischen Kirche zu eröffnen….
    Die Synode bringt das Verlangen zum Ausdruck, das Priestertum von einem sakramentalen Modell zu einem protestantischen Predigermodell umzudefinieren. Die Hauptaufgabe der Priester soll also die Verkündigung des Wortes sein, und nicht die Feier der Messe. …
    – Sex und Lügen
    Zu behaupten, die katholische Sexuallehre zwinge Priester dazu, Kinder und Minderjährige, insbesondere Jungen, zu belästigen und zu missbrauchen! Das ist obszön, einfach obszön. …
    – Gefühl sticht Wahrheit
    Aber selbst wenn es wahr wäre, dass Homosexualität kein Risikofaktor für sexuellen Missbrauch ist, würde das logischerweise keineswegs bedeuten, dass die katholische Kirche ihre Lehre über Sexualität ändern muss….(Synodenteilnehmer) versuchen…,mit dieser trügerischen Logik den Bruch mit der katholischen Lehre zu erzwingen.“

    – Kein Redebedarf zu Inkarnation und Trinität ( zu : Kard. MARX im Stern Interview )
    „Der Kardinal beklagt sich, dass der Interviewer ihn über andere christlichen Lehrinhalte befragen will, gibt dann aber auch zu, dass an einer Diskussion über Inkarnation und andere Themen »kein Redebedarf« besteht. Damit hat er zwar Recht, aber zugleich gilt auch etwas anderes. Wenn der Kardinal Recht damit hat, dass eine 2000jährige, tief in der Heiligen Schrift und dem biblischen Menschenbild verankerte Morallehre der Kirche durch Mehrheitsvotum der Bischöfe umgestoßen werden kann, wen soll es dann noch interessieren, was Bischöfe über die Menschwerdung oder zu irgendeinem anderen Thema zu sagen haben? Sie hätten damit lediglich den Anspruch der katholischen Kirche auf Lehrautorität ad absurdum geführt.
    Es scheint mir klar zu sein, dass sich die institutionelle deutsche Katholische Kirche im Schisma befindet. “

    https://neueranfang.online/der-synodale-selbstmord/

    1. AMPEL STELLT LSBT – AKTIONSPLAN VOR
      DEUTSCHLAND, VIELFALT ÜBER ALLES –
      Zeit, die Nationalhymne umzuschreiben…

      https://demofueralle.de/2022/11/24/neuer-lsbt-aktionsplan-so-will-die-regierung-das-ganze-land-indoktrinieren/

      Hedwig von Bevernfoerde schreibt:
      „Im Koalitionsvertrag wurde er bereits angekündigt: Nun hat Sven Lehmann, der „Queerbeauftragte“ der Bundesregierung, vor wenigen Tagen den „bundesweiten Aktionsplan für Akzeptanz und Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“ präsentiert.
      Unter dem Motto „Queer leben“ fordert dieser Maßnahmenkatalog eine tiefgreifende und langfristige Umwälzung unserer Gesellschaft:

      flächendeckende LSBT-Schulungen und „Sensibilisierung“ von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, in Unternehmen sowie in pädagogischen und medizinischen Einrichtungen,
      zahlreiche Forschungsprojekte sowie Ausbau und Förderung von LSBT-Gruppen und -Beratungsstrukturen,
      die Aufnahme von „Gendermedizin“ in die Approbationsordnung für Ärzte,
      die Kostenübernahme bei Geschlechts-OPs durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV),
      „diskriminierungsfreie“ Kostenübernahme von künstlichen Befruchtungen auch bei lesbischen Paaren durch die GKV (= Grundlage für anschließend „notwendige“ Legalisierung von Eizellspende und Leihmutterschaft für Männerpaare),
      gesetzliches Totalverbot von Konversionstherapien sogar für Erwachsene, die eine solche ausdrücklich wünschen,
      die Erweiterung des Strafrechts um „gegen die sexuelle Orientierung gerichtete“ Tatmotive,
      die Einführung eines „Gesetzes gegen digitale Gewalt“ wegen angeblicher „Hassrede“ gegen LSBT im Netz,
      die Ausrichtung der Außen- und Entwicklungspolitik auf LSBT-Themen.
      Auch der Arbeitsplatz, die Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, Sportvereine, der ländliche Raum und die Kirche bleiben nicht verschont. Das gesamte Land soll auf Regenbogenkurs gebracht und Kritik daran kriminalisiert werden.“

      https://www.bmfsfj.de/resource/blob/205126/857cb513dde6ed0dca6759ab1283f95b/aktionsplan-queer-leben-data.pdf

      UND DIE KATHOLISCHE „SYNODAL“- REFORMBEWEGTE KIRCHE MACHT MIT !

      Mit der Reform des Arbeitsrechtes öffnet sich die Kirche als Arbeitgeber jetzt jeder erdenklichen Vielfalt .
      Die Synodenpapiere zeigen keine Abgrenzung zur Gendertheorie, sondern scheinen diese – theologisch verbrämt – zu übernehmen.
      In vorauseilendem Gehorsam will man sogar mit staatlichen Antidiskriminierungsstellen „zusammenarbeiten“, unfassbar !

      ( Zitate aus den Synodenpapieren entnommen dem oben verlinkten Artikel
      von Rod Dreher, https://neueranfang.online/der-synodale-selbstmord/ )

      (Handlungstext „Enttabuisierung“, Nr. 3.): »Wer diskriminierende Haltungen zeigt, kann keine Verantwortungs- und Leitungspositionen innehaben. Um die Sensibilisierung zu unterstützen, arbeitet die katholische Kirche in Deutschland mit kirchlichen, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Antidiskriminierungsstellen zusammen.«

      57-64): »Dazu gehört unabdingbar, die unterschiedlichen theologischen Positionen unter der Perspektive der Geschlechtergerechtigkeit zu reflektieren, dabei in einen engen Austausch mit den Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften und Humanwissenschaften zu treten und deren gendertheoretische Reflexionen konstruktiv aufzugreifen. In diesem Zusammenhang ist auch zu bedenken, dass es Menschen in der Römisch-katholischen Kirche gibt, die ihre geschlechtliche Identität nicht in der Unterscheidung von Mann und Frau angemessen aufgehoben erfahren.«

      (187-191): »Geschlechtergerechtigkeit ist gegeben, wenn jede Person im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit bzw. -identität gleiche Rechte und gleiche Chancen der Teilhabe an Gütern und des Zugangs zu Positionen hat und dadurch ein selbstbestimmtes Leben führen kann.«

      (223): »Geschlecht ist daher – im Sinne von Gender – mehrdimensional zu sehen.«

  3. Der Patron der Schweiz, der hl. Nikolaus von der Flüe, 20 Jahre ohne Stoffwechsel – vom 50. bis zum 70. Geburtstag – sagte auf die Frage des ihn prüfenden Weihbischofs von Konstanz, was die wichtigste Pflicht des Christen sei, „der Gehorsam“ und er versuchte, was er dann nicht konnte, ein Stück Brot zu essen – beim besten Willen nicht! Die deutschen Bischöfe aber meinen in der Mehrheit, der Gehorsam in der Lehre sei aufgehoben! Sonderbar – sie sollten es eigentlich besser wissen. Der Hl. Geist, der ja bei der Abfassung der endgültigen Lehre (s. Katechismus) mitgewirkt hat, wird wohl dem Papst die passende Antwort eingeben. „Reformation“ hat schon Luther versucht – das ging schief – etwa 360 kleinere und größere protestantische Splitter entstanden. Jeder von denen meint, er habe die absolute Wahrheit – ein Unding! Jetzt wollen die deutschen Bischöfe das Gleiche nochmal tun … Gott verhüte das. Ulrich Bonse

  4. Bei dem Thema der Mitwirkung von Laien bei Bischofsernennungen bin ich unsicher. Soweit ich weiß, waren in der frühen Zeit bei der Wahl des Bischofs von Rom Klerus und Volk beteiligt. Bei der Wahl des Ambrosius von Mailand waren auch nicht nur Kleriker beteiligt, soweit ich mich erinnere. Wenn es früher mal so Tradition war, warum sollte es dann heute unmöglich sein?

    1. Guten Tag,
      Sie haben recht, aber bedenken Sie folgendes:
      Damals war der Bischof zumeist Oberhaupt einer Stadt und ihres Umfeldes, nicht einer breitflächtigen Diözese.
      Sodann war es die Zeit während und nach der Christenverfolgung, als es sich bei den Schäflein um echte Gläubige handelte, denen man bestimmt mehr Urteilsvermögen zutrauen durfte als den heutigen Katholiken, größtenteils Karteileichen.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Evangelisch-Konservative Kirchen dulden weder beharrlich Laue noch reuelose grobe Sünder (soweit bekannt) noch beharrlich an Irrlehren Festhaltende. Sehr häufig kennen sie zudem als gottgewollte kirchliche Organisation auch nur Ortsgemeinden, die mit anderen freiwillig zusammenarbeiten, nicht breitflächig von Gemeindeleitern zu betreuende Gebiete. Jede Untersuchung bestätigt die weitgehende Richtigkeit der These, daß nach üblichen Maßstäben betont konservative christliche Konfessionen auch weit eher demokratische(re) sind als die beiden Großkirchen der BRD sind…

      2. Stimmt. Am Ende wären aber vielleicht auch andere Vorgehensweisen möglich: Die Dekanatsräte könnten Wahlmänner / Frauen benennen und diese an der anstehenden Wahl beteiligen; was ist mit Generaloberinnen oder Oberen, die in der betreffenden Diözese ihr Mutterhaus haben, Äbte von Abteien, die könnten doch auch je nach dem zugezogen werden. Eine breitere Mitwirkung von Menschen außerhalb des Domkapitels ist schon machbar, denke ich. Das Konkordat bestimmt es anders, gell. Wie läuft eigentlich eine Wahl zum Generaloberen ab? Wählen da alle Ordensschwerstern und Ordensmänner oder nur die zum Kapitel versammelten?
        Wie kommt es, dass sich niemand mehr an den Beschluss des Konzils von Nicäa hält, dass ein Bischof nicht von einem Bischofssitz auf einen anderen wechseln darf? Manches von dem, was wir heute als Tradition ansehen, ist am Ende noch gar nicht so alt und traditionell.

  5. Danke an die Initiative Neuer Anfang für diese hervorragende, klare Zusammenfassung der aktuellen Lage nach dem Besuch der Bischöfe in Rom.

    Die Sache hat also nur eine kleine Zukunft noch, wenn die Interventionen und Eingaben bzw. Bedenken des Heiligen Stuhls bei der Abfassung der Texte für die nächste Vollversammlung des Irrweges berücksichtigt werden. Soll er kein Irrweg bleiben. Ansonsten muss die Veröffentlichung dieser Texte verboten werden, sollten sie dennoch in Frankfurt verabschiedet werden ohne die von Rom angeregten Änderungen. Andernfalls ist Spaltung, Flickenteppich, Ausgrenzung und offener , permanenter Streit in den Bistümern an der Tagesordnung.
    Dann aber kann man keine faulen Tricks mehr anwenden – manche notorisch Ungehorsamen werden das aber wieder tun wie damals Kardinal Marx, der die Texte der Deutschen zur Wiederverheirateten-Kommunion einfach als „pastorale Handreichungen für die Pfarreien“ mit angeblichem Segen des Papstes veröffentlichte. Leider aber haben sich viel zu viele Bischöfe im deutschsprachigen Raum zum Salto-mortale Tanz auf dem Trampolin des Zeitgeistes zusammen mit Medien und mancherlei Laien und vor allem auch Laiinnen verführen lassen. Und die Frage ist jetzt tatsächlich, wie kommen sie, ausgepowert und mit reichlich verschwitztem und sogar zerfetztem Bischofsgewand da wieder herunter? Es ist wirklich schwer, endlich zu erkennen, dass man durch eine Gehirnwäsche gegangen ist, die seit Jahren medial und gezielt von einer millionenschweren Regenbogen-Lobby erfolgt ist und die ihre teils sogar völlig abwegigen, ansonsten aber rein säkularen Früchte zeitigt.

  6. die Konservativen werden jammern die Dikussionen sollen beendet werden und die Forderungen eingestellt was nicht geschehen wird vor Ende der Bischofssynode sind ändert sich da gar nix und die engagierten in den Pfarreien werden mehr Druck machen
    erstaunlich war nur eines wirklich dass die Bischöfe den Vorschlag der Kurie abgelehnt haben den Synodalen Dialog zu unterbrechen eines ist auch klar das Pseudo Dogma „es geht um die Einheit wurde zu Grabe getragen“ es würde mich nicht wundern wenn konservative Bischöfe in Pfarren ausgebuht werden oder bestreikt werden es ist nicht aus es geht richtig los

    1. Ach Herr Kovacs,
      neulich sah ich in unserer Kirche, die auch nur noch – dank Corona-Ausschluß – von der Hälfte der Vormaligen besucht wird, eine beginnende Konterrevolution. Eine auffallend große Gruppe junger Gläubiger, die knieend in den Mund kommunizierten.
      Die erste Revolution ereignete sich 1517 und wurde täuschend Reformation genannt. Vieles davon wurde ins Konzil hinein erwartet und kam als Geist des Konzils zur Macht. Die Erfolge sind glorreich. Schon 1972 war die Zahl der Messbesucher auf die Hälfte geschrumpft. Bereits 1968 nahm das ZDK den Kampf gegen Humanae Vitae auf und spielte so den 68er Moralversauern in die Hände. Und so haben wir heute einen Zustand, bei dem ein Drittel der zur Bestandserhaltung notwendigen Kinder verhütet oder abgetrieben wird.
      Die ersten Signale werden sichtbar. Niemand wird [ohne das Zeichen des Tieres] kaufen oder verkaufen können. (Apokalypse des Johannes vor gut 1900 Jahren geschrieben) Bargeldabschaffung und ID-Chip o. ä.

      1. Konrad Kugler: Post non ergo propter hoc. Und schon in den 50-er Jahren, also vor dem Konzil, sagte der spätere Papst Benedikt XVI. die Entwicklung voraus, die später eintrat.

    2. Wie geht es weiter? Beide Großkirchen sind gespalten, vereinfacht gesagt, in Aktive und Laue, in Linke(re) und Konservative(re)? Konservative(re) Protestanten haben recht einfache Alternativen: Freie Gemeinden. Linke Katholiken können zu den Altkatholiken wechseln, rechte zu den Piusbrüdern. Die große Masse der Lauen beider Großkirchen zahlt und bekommt dafür Lebenswendenfeiern und etwas Heimeligkeit Heilig Abend, baut sich im übrigen ihre selbstgemachte Restreligiösität. Gar nicht so wenige treten aus. Aber über 40 Millionen in Deutschlandsind noch „drin“, ermöglichen neben üppigen staatlichen Privilegien /Subventionen einen großen Apparat. Wie für manches außerhalb der Kirchen in der BRD gilt auch für Großkirchen: Der Staat federt ab und verlängert ab das Abbröckeln, den Wandel, den Abbau mit großen bis riesigen Kosten.

  7. Die Einwände Roms sind nicht neu. Sie haben die deutschen Kirchenfunktionäre auf ihrem Weg in die Kirchenspaltung zwei Jahre lang nicht interessiert und es deutet nichts darauf hin, daß sie sich künftig darum scheren werden.

  8. Nun bleib abzuwarten, ob die „synodalen“ deutschen Bischöfe ihren Scherbenhaufen tatsächlich beseitigen.
    In fast allen Gemeinden und Bistümern herrscht Ungehorsam. Rom interessiert die meisten vom synodalen Weg gar nicht.
    Ich denke, es wird über Jahre so weiter gehen mit dem Vorhertreiben der Bischöfe durch die Laien. Wie man es von den Deutschen gewohnt ist.
    Und wenn es keine Zuwendung zu Rom von den Bischöfen gibt, hinterlassen diese ein schweres Erbe an die nachkommenden Bischöfe.

  9. Shalom. Es ist das Zeitalter der Inquisition, Sevilla im 16. Jahrhundert. Soeben sind hundert Häretiker qualvoll hingerichtet worden, als Jesus Christus erscheint. Obwohl er kein Wort spricht, wird er von allen, die ihn sehen, erkannt. Als ein blinder Greis bittet: „Herr, heile mich, damit ich Dich schaue!“, lässt ihn Jesus sehend werden. Als ein totes Kind im Sarg in den Dom getragen wird und die trauernde Mutter ihn darum bittet, vollbringt Jesus ein zweites Wunder und erweckt das Kind wieder zum Leben.
    Dies wird vom Kardinal-Großinquisitor bemerkt, der fast 90-jährig und mit grober Mönchskutte bekleidet Jesus aus der Ferne beobachtet. Er befiehlt seinen Wachen, Jesus zu ergreifen. Das Volk ist so unterwürfig und gehorsam, dass es die Verhaftung geschehen lässt, und Jesus wird in ein Verlies im Gebäude des Heiligen Tribunals gebracht.
    In der Nacht tritt der Großinquisitor in das Verlies und beschuldigt Jesus in einem langen Monolog, dass er kein Recht habe, auf die Erde zurückzukommen und „die Ordnung zu stören“, welche die römisch-katholische Kirche in über tausend Jahren errichtet habe. Dafür werde er ihn am nächsten Morgen als „schlimmsten aller Ketzer“ zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilen.
    ——
    Ich lese immer wieder , dass die Kirche sich mit sich selbst beschäftigt. Ich denke nicht, dass man Jesus heute verhaften würde oder gar hinrichten . Jedoch würde man fragen ob er das Recht hat zu Behandeln , da er weder Heilpraktiker noch Arzt ist und mit der Pharmaindustrie gäbe es Ärger wenn er als nicht Apotheker Spucke und Sand anrührt was nur einem Apotheker zusteht diese 2 Komponente zu vermischen.
    Es gibt auch viele Theologen die nicht an die Heilung durch Jesus Christus glauben und es als Placebo einordnen.
    Bei all den Diskussionen die ich mitbekommen habe geht es immer um eine interne Ordnung die Gläubige spaltet, nie um was würde Jesus Christus sagen oder machen ?

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