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Nigeria: Christen werden mit Bomben und Terror vertrieben

Panik, Angst und Trauer, so beschreiben einheimische Mitarbeiter des Hilfswerkes Open Doors in Nigeria die Atmosphäre nach den zahlreichen Anschlägen der radikal-islamischen Terrorgruppe „Boko Haram“.
Ihr blutiger Kampf gegen die Regierung, Sicherheitskräfte und insbesondere Christen hinterläßt eine Blutspur, die sich durch den Norden des Landes zieht.
Viele Familien trauern um Angehörige; Verletzte liegen in Krankenhäusern, Häuser und Gebäude liegen in Trümmern. Mehrere christliche Gemeinden haben ihre Versammlungsstätten verloren.
Unter Christen ist die Stimmung äußerst angespannt: „Wir gehen davon aus, dass der Massenexodus Richtung Süden nun begonnen hat“, erklärte ein Team-Mitglied von Open Doors. Seit Jahren unterstützt das evangelikale Hilfswerk „Open Doors“ Christen und Kirchen im islamisch geprägten Norden des westafrikanischen Landes.
Aufgrund der Gefahrenlage wurden nun einige Dienste wie Schulungen und Nothilfe-Projekte in betroffenen Städten ausgesetzt. So mußten Ende des vorigen Jahres theologische Seminare gestoppt werden. Unter anderem in Maiduguri. Dort hatten „Boko Haram“-Kämpfer innerhalb von drei Tagen zehn Bomben an verschiedenen Plätzen der Stadt gezündet. Zwei Seminarteilnehmer wurden niedergeschossen, als sie in ihr Haus zurückkehrt waren. Einer von ihnen war Pastor einer örtlichen „Church of Christ in Nigeria“ (COCIN).
„Doch trotz der Gefahr haben uns die Teilnehmer gebeten, die Schulungen fortzusetzen. Sie wollen ihre theologische Ausbildung abschließen“, so ein Mitarbeiter.
Christenfreier Norden
Das vergangene Jahr war ein Jahr des Terrors für die nigerianischen Christen. Auf dem aktuellen Weltverfolgungs-Index (WVI) von „Open Doors“ rückte das Land von Platz 23 auf den 13. Negativ-Rang vor. Mindestens 300 Christen wurden im Berichtszeitraum zum WVI aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses ermordet. Die Dunkelziffer könnte zwischen 1000 und 1500 liegen.
Die Islamistengruppe „Boko Haram“ will ganz Nigeria mittels der Scharia zu einem streng islamischen „Gottesstaat“ machen. Anfang dieses Jahres hatte die Terrorgruppe, deren Name in etwa „Moderne Erziehung ist Sünde“ bedeutet, im Norden lebende Christen ultimativ aufgefordert, die Region zu verlassen. Muslime aus dem Süden sollten in den Norden zurückkehren.
„Boko Haram“ lehnt jeden „westlichen“ Lebensstil und vor allem das Christentum strikt ab.  Bereits nach Ablauf des Ultimatums Anfang Januar kam es zur Ermordung von mehr als 50 Christen in Gombe, Adamawa, Maiduguri (Borno) und Tafawa Balewa (Bauchi). In den nördlichen Staaten Kaduna, Niger, Kano und Zamfara wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Anschlagsserie fortgesetzt
An diesem Wochenende hatte die radikale Gruppe erneut zugeschlagen und ein Bild hinterlassen, das von Zerstörungswut und Haß gegen die eigenen Landsleute zeugt. In einem Bekennerschreiben bezeichnete der Führer der „Boko Haram“ die Anschläge als Vergeltungsmaßnahmen nach den jüngsten Verhaftungen einiger ihrer Mitglieder.
Noch immer werden Menschen aus den zerstörten Gebäuden geborgen. Während die Anschläge an Weihnachten vor allem Christen und Kirchen galten, sprengten Autobomben und Selbstmordattentäter in Kano, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, Polizeistationen und öffentliche Einrichtungen in die Luft. Einige der Angreifer sollen Polizeiuniformen getragen haben.
Die Gruppe ist gut organisiert und soll über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, ihren Kampf fortzuführen. Anhänger sollen offenbar bereits kommunale Verwaltungen und Sicherheitskräfte unterwandert und auch Verbindungen zu Al Kaida in den nordafrikanischen Maghrebstaaten unterhalten.
Quelle: Hilfswerk Open Doors

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