Von Alexander Hepp
„Wir machen eine Wallfahrt zur lieben Muttergottes nach Bergatreute“ – Dieses Wort ist früher oft von Menschen gesagt worden, die sich in ihren Sorgen und Nöten neue Zuversicht und Glaubensstärkung in der oberschwäbischen Pfarrgemeinde mit der vielverehrten Ikone „Maria vom Blut“ erhofften.
Das altehrwürdige Madonnenbild im Hochalter der barocken Dorfkirche stammt ursprünglich aus Re in den Bergen Oberitaliens. 
Auch diesmal wird – wie alle Jahre am 2. Juli – das Fest Maria Heimsuchung wieder in farbenfroher Pracht gefeiert – und das bereits zum 338. Mal.
Diese bewährte Tradition wird auch in diesem Jahr durch einen besonderen Festgast unterstrichen: Wallfahrtspfarrer P. Hubert Veeser SDS ist in Bergatreute kein Unbekannter. Seine heimatlichen Wurzeln liegen im nahe gelegenen Holdenreute bei Kißlegg.
Dort – auf seinem elterlichen Hof – war es genau dieses Bergatreuter Gnadenbild, das seit Kindheitstagen über dem Hauseingang hing und später in die Ortskapelle gelangte.
Seit Juni 2022 ist Pater Hubert in der bayerischen Wallfahrtskirche Maria Steinbach als Seelsorger tätig und war zuvor zehn Jahre Provinzial des Salvatorianerordens. 
Die Festmesse in Bergatreute beginnt am Dienstag um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus und wird musikalisch durch den Kirchenchor Bergatreute unter Leitung von Caroline Forderer mitgestaltet. Die liturgische Feier wird zusätzlich auf den Kirchplatz übertragen.
Foto: Titelbild des wissenschaftlich fundierten Werkes „Maria vom Blut“ (Autor: Alexander Hepp) aus dem Fe-Verlag
Die anschließende Prozession durch Ort und Flur mit der Marienikone bildet ein beeindruckendes Zeugnis gelebter Volksfrömmigkeit. Beim schön geschmückten Feldaltar am Pfaffenberg wird eine kurze Gebetsstation gehalten.
Begleitet wird der Bittgang durch die Musikkapelle Bergatreute sowie Fahnenabordnungen kirchlicher Bruderschaften und örtlicher Vereinigungen. Die Erstkommunionkinder sind an diesem Tag nochmal in ihrer festlichen Kleidung in der ersten Reihe zu sehen.
Zur Rückkehr in die Kirche wird Pater Hubert den sakramentalen Schlusssegen erteilen und mit den Gläubigen das feierliche TE DEUM (Großer Gott, wir loben Dich) singen.
Danach lädt die Kirchengemeinde beim Pfarrgemeindehaus zum Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen ein.
Ab 12.30 Uhr ist zusätzlich das kleine Wallfahrtsmuseum in der nördlichen Sakristei der Kirche geöffnet: dort können sich Interessierte anhand einiger schöner Exponate über die Entstehung der Bergatreuter Wallfahrt (1686) sowie die Herkunft der fulminanten Schmuzer-Kanzel aus der Klosterkirche Weingarten (1762) unter sachkundiger Führung informieren.
Das gemeinsame Rosenkranzgebet um 17.25 Uhr und die feierliche Marienandacht (18 Uhr) werden von Gemeindepfarrer Klaus Stegmaier und Diakon Franz Fluhr geleitet; sie beschließen damit den traditionellen Wallfahrtstag in Bergatreute.
Fotos: Alexander Hepp





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3 Antworten
Es geht wohl um Jungfrau Maria, die Mutter Jesu. Denn Gott hat keine Mutter.
Guten Tag,
Christus ist GOTT (und Mensch zugleich) und ER hat eine Mutter, wobei seine menschliche und seine göttliche Natur sowohl „unvermischt“ wie auch „unzertrennt“ sind (siehe Definition des Konzils von Chalcedon, ausdrücklich auch von Luther anerkannt).
Wegen der Gottheit Christi erklärte das frühchristliche Konzil von Ephesus Maria zu „Gottesgebärerin“ bzw. Gottesmutter.
Zudem begrüßte Elisabeth laut Lukas-Evangelium die selige Jungfrau Maria als „Mutter meines HERRN“ – und HERR ist im AT und NT immer GOTT selbst.
Sie haben aber sprachlich insofern recht:
Der volkstümliche Ausdruck „Muttergottes“ könnte von ferne wie „Muttergottheit“ klingen, daher lautet der amtliche kirchliche Titel stets „Gottesmutter“, um diesem Mißverständnis zu wehren, das allerdings schon reichlich an den Haaren herbeigezogen wäre.
Freundlichen Gruß
Felizitas Küble
Klaus Holz: Die übliche evangelisch-konservative Lehre ist, Frau Küble recht zu geben. Aber Sie können ja Gegenargumente nennen.