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Der Verein „D.A.V.I.D. – Gegen Mobbing in der Evangelischen Kirche e.V.“ hat sich am 8. Januar 2026 in einem Offenen Brief an diverse Pfarrvertretungen der zwanzig EKD-Gliedkirchen gewandt. Diese Initiative leitet der ev. Pastor Ralf Krüger aus Meppen, sein Stellvertreter ist Pfarrer em. Dr. Hans-Gerd Krabbe (siehe Foto).

Wir dokumentieren das Schreiben hier vollständig: 

Betr.: den Körperschaftsstatus der Kirchengemeinden im Raum der EKD 

Bezug: der Artikel von Andreas Dreyer in:
›Deutsches Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt‹, 12/2025, 687-689

Sehr geehrte Mitglieder
in den Vorständen der Pfarrvereine, Pfarrvertretungen, Pastorenausschüsse,

den o.a. Artikel von Pastor Andreas Dreyer (Landesbergen) verstehen die beiden Vorsitzenden des Vereins DAVID – gegen Mobbing in der evangelischen Kirche e.v., Pastor i.R. Ralf Krüger (Vors.) und Pfarrer em. Dr. Hans-Gerd Krabbe (stellv. Vors.), in Absprache mit den anderen Vorstandsmitgliedern als Weckruf, dem sich niemand entziehen sollte.

Dreyer deutet einschneidende Konsequenzen an, wenn seitens der Landeskirchen der vom Staat gewährte Status als ›Körperschaft des öffentlichen Rechts‹ (›KdöR‹) für die Kirchengemeinden aufgegeben wird und stattdessen der neue Status als ›Körperschaft des kirchlichen Rechts‹ (KdkR‹) eingeführt werden soll. Davor lässt sich nur eindringlich warnen!

Eine Entscheidung, wie sie nun in der Protestantischen Kirche der Pfalz getroffen wurde, bringt ›das Schifflein Kirche‹ erheblich ins Wanken und fördert »die Selbstsäkularisierung der Kirche« (Wolfgang Huber) in eine ekklesiologisch bedenkliche Entwicklung auf allen Ebenen! Dreyer: »der Körperschaftsstatus der Gemeinden und der auf Kirche wie Staat bezogene Subsidaritätsgedanke sollten als unverhandelbar angesehen werden …« (688).

Wir schreiben diesen Brief aus großer Sorge um die Zukunft der Kirche und die Kirche der Zukunft, wenn denn die institutionalisierte Kirche von oben nach unten hierarchisch durchregiert werden soll / wenn die Kirchengemeinden ihre Eigenständigkeit in wesentlichen Inhalten verlieren / wenn Fragen nach Personal, Immobilien, Finanzen andernorts entschieden und den Kirchengemeinden vorgesetzt werden.

Wer wird sich unter diesen Vorzeichen noch für den Pfarrberuf entscheiden, wer das Ehrenamt eines Kirchengemeinderates übernehmen?

Wir bitten Sie in den Pfarrvereinen, Pfarrvertretungen, Pastorenausschüssen darum, sich der Sache anzunehmen und Stellung zu beziehen: in Ihrer jeweiligen Landeskirche, in öffentlichen Verlautbarungen. Es scheint höchste Zeit zu sein!

Mit freundlichen Grüßen!
D.a.v.i.d. e.V.

Kommentare

9 Antworten

  1. Die unerläuterte Wiedergabe des Offenen Briefes irritiert. Es handelt sich um ein Spezialthema, das (und dessen Interessengruppen) man ohne Einarbeitung leicht missverstehen kann. Und was hat ein Anti-Mobbing-Verein mit kirchlichen Rechtsfragen zu tun?

    Hintergrund: Die Evangelische Kirche der Pfalz besteht aus rund 400 Körperschaften, da jede Gemeinde eine KdöR ist, dazu noch die Dekanate usw.

    Künftig soll es nur noch etwa 5 Körperschaften geben, um den Verwaltungsaufwand in einer schrumpfenden Kirche zu vereinfachen. Manche sehen darin eine nicht hinnehmbare Schwächung der Autonomie der Gemeinden.

    Es geht in der Debatte also überhaupt nicht um die Abschaffung des KdöR-Status von Gemeinden, Landeskirchen oder der EKD selbst, sondern um die Zusammenfassung aller Gemeinden eines Kirchenbezirks zu einer KdöR. Auch bisher waren die Gemeinden nicht völlig autonom, sondern standen in einer vielfältigen Aufgaben- und Verantwortungsverflechtung mit den übergeordneten KdöR.

    (Eine abgelehnte Alternative wäre die Zusammenlegung von Gemeinden à la „Pastorale Räume“ gewesen.)

    M. E. überzeichnet der Originalartikel von Andreas Dreyer erheblich, ohne neue Sachargumente zu liefern, und erscheint angesichts von Dreyers Ämtern in der „Pfarrerlobby“ auch deutlich interessegeleitet:

    „Wer wird künftig noch das Amt eines/r Presbyters(in) anstreben, wenn ein solches in der Kirchenhierarchie nichts mehr zu vermelden hat? Wer noch zeit- und kostenintensiv auf ein Pfarramt hinarbeiten, wenn doch die tradierte Berufsautonomie nur noch auf dem Papier existiert? Wer sich noch ehrenamtlich als Rechnungsführer um Finanzfragen kümmern, wenn doch andere über Ausgaben und Zuweisungen entscheiden?“
    https://www.pfarrerverband.de/pfarrerblatt/aktuelle-beitraege?tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Baction%5D=show&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5Bcontroller%5D=Item&tx_pvpfarrerblatt_pi1%5BitemId%5D=6099&cHash=8112657e0c24fe9afad7ab3f056f2671

    Lassen sich Presbyter (Kirchenvorstände) wählen, weil sie auch mal „Bestimmer in der Kirchenhierarchie“ sein wollen? Wird man Pfarrer vor allem, um dann in beamtenähnlichem Status „sein eigener Herr“ im „Königreich der eigenen Gemeinde“ zu sein? Und welche Aufgaben, Verantwortungen oder Rechte würden zwingend und „weitgehend“ von den Gemeinden auf die Bezirksebene übertragen?

    Bei den Freikirchen gibt es übrigens verschiedene Modelle – von rechtlich autarken Ortsgemeinden, die mehr oder weniger lose in einem Bund (KdöR) zusammenarbeiten bis hin zu Freikirchen, die nur ein Verein mit rechtlich unselbständigen Gemeinden sind.

    Die von Dreyer in den Anmerkungen unter dem Text angeführten Links helfen zum Verständnis, vor allem https://www.evkirchepfalz.de/media/internet/05_Kennenlernen/Prio-Prozess/Fragen___Antworten_zur_Koerperschaft_von_Gemeinden.pdf

  2. Ergänzend zum Thema Mobbing:

    Die Realität, rechtswidriges Handeln! Ich bin Mitglied der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin und hatte zweckgebundene Spenden entrichtet. Nachdem ich rechtswidrige Handlungen in dieser Gemeinde festgestellt hatte (auch vom kirchlichen Verwaltungsgericht: Gemeinsames Verwaltungsgericht der Union Evangelischer Kirchen in der EKD…, bestätigt), verlangte ich einen Nachweis über die Ausgaben meiner zweckgebundenen Spenden. Dieser Nachweis wurde mir verweigert (Schreiben vom 1. Juli 2003, Tgb-Nr.: 085/2003/Ku). Das ist ein Beispiel für das Finanzgebaren der Kirche!

    Meine Devise lautet: Nicht austreten, sondern auftreten! Die Bibel fordert zum Ermahnen auf (2. Timotheus 4, 2)!

    Auch habe ich mehrere Prozesse  erfolgreich vor dem Gemeinsamen Verwaltungsgericht der Union Evangelischer Kirchen in der EKD geführt. Da ich auch Jura studiert hatte, ließ ich mich nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten.

  3. Viel wichtiger ist, was inhaltlich, verkündigungsmäßig, in den Kirchen der EKD geboten wird! Ob die Menschen (noch) finden, was sie suchen, in ihrer Kirche! Daran, nicht am Steuerstatus, entscheidet sich die Fortexistenz der EKD.

    1. 100 % RICHTIG !!!!!!!!

      S E L B I G E S gilt auch für die “ vermeintlich katholische “ ANGELEGENHEIT … !!!
      > Für DIE braucht man “ absolut end-lose “ Kolonnen 1a-top-E X O R Z I S T E N !!!!!!!!

  4. Liebe Frau Küble, möchte Sie mal fragen, ob Sie Dr. Reinhard Deichgräber gekannt haben, 1936 geboren, der vor einigen Jahren verstorben ist. Ich habe mir, weil ich durch Zufall auf ihn aufmerksam wurde -durch ein 4-Auen-Gespräch in bibel-tv mit dem Moderator Severin-, Bücher von ihm besorgt. Ein hochinteressanter, kluger Mann, Bibellehrer, der vor Allem in Hermannsburg tätig war. Ausbilder vieler, vieler Theologen, ein wunderbarer Mensch!

      1. Sein Schüler war der begnadete Evangelist Klaus vollmer, der leider ein moralisch trauriges Ende nahm. Beide haben die studentische Jugend großartig geprägt

        1. War Klaus Vollmer wirklich sein Schüler – oder war es umgekehrt? Vollmer war 6 Jahre älter als Deichgräber… Ich finde den Namen von Klaus Vollmer einige Male erwähnt im Buch „Reinhard Deichgräber – Lehrer, Bruder, Weggefährte“, francke, eine Festschrift zu seinem 80.Geburtstag mit vielen Beiträgen seiner Schüler, Weggenossen…Sehr, sehr lesenswert.
          Ich hab es antiquarisch für ein paar Euro erstanden… Leider ist das gebundene Buch von 256 Seiten ohne Namensverzeichnis, sodass ich das ganze Buch noch einmal durchschauen müsste nach dem Namen „Klaus Vollmer“.. Ich werde mal sehen, ob ich mir die Mühe mache. Als CVJMer hatte ich den Namen „Klaus Vollmer“ noch im Hinterkopf. Meinte, mal was über ihn (negativ?) gelesen zu haben, vor vielen Jahren.

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