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Papst Benedikt, der Rosenkranz und mein Weg zur katholischen Kirche

Von Birgit Kelle

Beunruhigende Nachrichten erreichen uns alle aus Rom und sicher haben Sie es schon aus den Medien vernommen, wonach Papst Franziskus aufgerufen hat, für seinen Vorgänger Benedikt XVI. zu beten, weil seine gesundheitliche Lage dazu Anlass gibt. Die Lage sei sehr ernst, berichtet man uns aus dem engeren Umfeld des deutschen Papstes.

Jeder, der die besondere Freude haben durfte, ihm einmal persönlich begegnet zu sein, wird in diesen Tagen in Gedanken nahe bei diesem außergewöhnlichen Mann sein. „Wir wurden Papst“, wie es BILD damals ausdrückte! Wer kann sich nicht an diesen Moment erinnern, als er einst neugewählt auf diesen Balkon trat?

So viele Christen weltweit haben diesem ungewöhnlichen, klugen und warmherzigen Mann viel zu verdanken, wir Deutsche besonders.

Nicht wenige haben ihre ganz persönliche Geschichte mit ihm. Auch meinen Weg kreuzte er mehrfach entscheidend. Die Nachrichtenlage brachte die Erinnerung zurück.

Vor über 15 Jahren schenkte mir der leider verstorbene Kollege Michael Müller einen Rosenkranz. Ich war damals noch evangelisch und wir sprachen über das Christsein im Beruf des Journalisten, meine Zweifel, aber auch das Gefühl, dass ich mich trotzdem auf den Weg machen muss in die katholische Kirche.

Ich erzählte ihm auch, wie ich bei meinem allerersten Rombesuch im Journalistentross einer Pilgergruppe einst meine erste Begegnung hatte mit einem gewissen Kardinal Ratzinger, der wenige Meter von mir entfernt durch den Mittelgang der Seitenkapelle im Petersdom schritt und uns segnete. Wir hielten alle den Atem an. Er strahlte etwas aus, das ich mit Worten kaum beschreiben kann. Für einen Moment sah er mir beim Vorbeilaufen in die Augen, zeichnete das Kreuz und schritt weiter. Und ich konnte nicht anders, als mich das erste Mal in meinem Leben ebenfalls zu bekreuzigen, evangelisch hin oder her.

Der Kollege rannte los und kam mit einem weißen Perlenrosenkranz zurück, persönlich gesegnet von Papst Benedikt und ihm in Rom ausgehändigt mit dem Auftrag, er möge ihn in Deutschland weiter reichen, wo es ihm geeignet erscheine. Ich fühlte mich sicher nicht geeignet. Und ich hatte bis dahin noch nie einen Rosenkranz gebetet. Mitgenommen habe ich ihn dennoch und später heimlich in meiner Hosentasche immer dabei gehabt bei schwierigen Begegnungen.

Und nun werde ich diesen besonderen Rosenkranz wieder mitnehmen nach Rom, wenn wir in wenigen Tagen als Initiative aufbrechen zu unserer Wallfahrt, auch wenn uns allen gerade etwas bang ums Herz ist angesichts der Nachrichtenlage.

Wir könnnen nicht viel tun für Papst Benedikt, wir können aber für ihn beten.

Quelle: Newsletter der Initiative NEUER ANFANG

Kommentare

17 Antworten

  1. Frau Dr. theol. Ranke-Heinemann, die mit dem damals vernünftigen, netten Ratzinger studiert hatte wußte es besser als die Leute hier: der Typ hat schon lange nichts mehr getaugt, den Kontakt abgebrochen und Hilfe verweigert, weil sie die Jungfrauengeburt als biologische Tatsache anzweifelte. Ein Möchtegern-Inquisitor.

    Falls es jemand schriftlich braucht:
    https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/uta-ranke-heinemann-ratzinger-das-reine-latein-a-477224.html

    Ich vermisse Frau Dr. jeden Tag, der Typ kann mir gestohlen bleiben.

  2. Gedankentiefe in seinen Schriften und Demut sind, wie ich meine, das Hauptmerkmal dieses überragenden Theologen. All das, was den selbstgefälligen liberalen Bibelexegeten und dem linksliberalen Zeitgeist in hohem Maße abgeht.
    Mit seinen Bemühungen um die Aussöhnung von Glaube und Vernunft wird Benedikt XVI. in die Kirchengeschichte eingehen. Auch wenn es im Universitätsbetrieb seit langem verpönt ist, sich die Ansichten Benedikts zu eigen zu machen, ja selbst auch nur seine Bücher zu lesen. Wer das tut und sich dazu bekennt, wird als konservativ abqualifiziert und begibt sich jeder Chance auf ein Doktorat und wird zu keinen Vorträgen eingeladen. Aber die Zeiten ändern sich!

  3. Ich bedaure sehr, dass ich so spät zur KK gefunden habe…
    Und weder Johannes Paul II. erlebt habe noch Papst Benedikt XVI., und hier in meiner Heimatstadt Ulm ohnehin keinen gesunden Katholizismus erlebe…weder eine vernünftige Hl. Messe noch Beichte bei einem Pfarrer, bei dem man sicher sein kann, ich kann ja nicht dauernd nur irgendwen „ausprobieren“ , das geht auch zeitlich gar nicht…ins Umland ohne Auto ist auch nicht so einfach…also: Bücher.
    Ich bete selbstverständlich für ihn, habe ein bisschen etwas gelesen und werde das peu a peu vertiefen… aber es ist wundervoll, dass es diese Päpste gegeben hat…mit all ihren Schwerpunkten, Ecken und Kanten…und ihrer Liebe zu den Menschen, aber vor allem zu Jesus Christus, unserem Herrn und Licht.

  4. Papst Benedikt hat so viel Gutes für die katholische Kirche getan.
    Ich habe seinen Rücktritt bis heute nicht verstanden.
    Er war es, der ein Brückenbauer zwischen modern und traditionell war.
    F. kann mit der traditionellen Liturgie ja kaum was anfangen und gab dem sogar wieder einen Rückschlag.
    Was Benedikt zusammen führen wollte, scheitert bei F.

    1. Liebe dorrotee, auch die Kirche wurde über das staatliche Konkordat unterwandert und umgebaut. Wenn ich…. würde ich sagen, die roten Socken haben die Macht ergriffen, wo es sicher einige ehrliche Seelen geben mag, die Gott finden wollen.
      Benedict hat versucht, die europäische christliche Herde wie Johannes Paul II. zusammen zu halten, gewisse Seilschaften mit geopolitischen Interessen und käuflichen Kirchendienern haben das unterbunden. Warum ist das Buch darüber nie erschienen, weil Verlage den Konflikt scheuten?
      Der Franzi, der sich als globaler Weltenretter feiern lassen will, die christliche Welt im Sinne der globalen Auftraggeber und Finanzoligarchen in Unordnung bringt, der seine eigene Herde aufgibt dafür, hat jetzt ein Problem.
      Johannes Paul II hätte nicht für 10 Minuten Straßenbahn in Krakau diese umlackieren lassen, auch kein anderer Papst hätte sich außerhalb des Vatikans eine teure Unterkunft finanzieren lassen.
      Papst und Gegenpapst, irgendwo wurde es auch prophezeit.

  5. Nun, Papst Benedict stand als Letzter seiner Art für das Christentum wie kein anderer nach ihm. Obwohl ich Fan von Johannes Paul II war, es ist traurig, wenn ein christlicher Hirte, der seine christliche Herde behütet hat vor einem kranken Zeitgeist, von uns geht.
    Überhaupt scheint es zu stimmen, was im Matthäus-Evangelium überliefert wurde: Hütet Euch vor Pharisäern und falschen Propheten, denn so wie die Kirchen, aktuell an Pfründen hängend, sich als politische Staatsanhänger von dem Glauben verabschieden, gab es noch nie. Auch der EKD fiel es relativ spät ein, statt Sieg für die Ukraine zu brüllen, an die vielen für geopolitische Kriegsspiele geopferten Menschen zu denken und das, was ihre Pflicht wäre, für den Frieden zu denken. Ideologisch gekauft, mit Pfründen gelöhnt.
    Franziskus denkt nur daran, Muslimen den Hof für seine in 2015 gepriesene Welteinheitsreligion zu machen; seine christliche Herde zu schützen, diesen Eindruck hatte ich nicht.

    1. Ich stimme Ihnen zu.
      Gebetet für den Frieden in der Ukraine wurde nur am Anfang des Krieges. Nun hört man manchmal die eine oder andere Fürbitte.
      Eine Initiative „Deutschland betet“ musste sich gründen, welche besonders für den Frieden zwischen Russland und Ukraine jeden Mittwoch um 18 Uhr betet.
      Gerne wurde diese Initiative in vielen Pfarreien nicht gesehen, weil diese zuvor gegen die Impfpflicht und für Solidarität zwischen Geimpften und Ungeimpften gebetet hat.
      Man hatte Sorgen, zu den Impfgegnern zu gehören. Lieber nehmen diese Pfarreien Spaltung untereinander in Kauf.

      Beten wir beharrlich jeden Mittwoch für den Frieden. Ich bin sicher, es wird was bewirken.

  6. Ich hoffe für den alten Herrn, dass er nicht lange leiden muss ich hab gestern von einem Ruthenischen Priester aus Rom gehört, die Organe beginnen langsam zu versagen

  7. Es sind nicht nur beunruhigenden Nachrichten aus Rom sondern auch tröstliche. Wenn jemand ein solch hohes Alter erreicht, ist es nicht nur Last sondern auch Gnade.
    „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
    wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
    Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
    das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
    und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“

  8. Danke, Mk, für Ihren Kommentar.
    So sehe ich das auch, ich habe mich dieser Bruderschaft auch schon länger angeschlossen.
    Ja, vor allem für Gewaltopfer gilt es zu beten, aber auch für die Täter.
    Wir haben einen heiligen, gerechten, sowohl zornigen aber auch barmherzigen Gott.
    Dieses „Sowohl als auch“ verschwindet aus dem Leben vieler Gläubigen.
    Leider.
    Sehe bedenklich.

  9. AUFRUF ZU EINEM ALLGEMEINEN WEIHNACHTS-WAFFENSTILLSTAND!
    21.12.2022
    Eine Gruppe politischer und gesellschaftlicher Führungspersönlichkeiten aus aller Welt verfaßte am 19.12. einen Offenen Brief an Papst Franziskus, in dem sie sein Angebot unterstützen, den Vatikan für sofortige Verhandlungen zwischen Rußland und der Ukraine über eine diplomatische Beilegung des Krieges zu nutzen.

    weiterlesen »

    https://www.bueso.de/aufruf-allgemeinen-weihnachts-waffenstillstand

  10. Für mich war Benedikt DER PAPST.
    Kein anderer kam oder kommt ihm gleich.

    Ja, ich habe auch schon für ihn gebetet.
    Und ich hoffe sehr, das er nicht so lange und schwer
    leiden muss.
    Und das seine zahlreichen Feinde endlich ihre giftigen
    Münder halten.

  11. Ich habe mich vor langer Zeit schon der Josefs-Bruderschaft für die Sterbenden im Kloster St. Trudpert angeschlossen und bete morgens und abends das kurze Bruderschaftsgebet. Der emeritierte Papst kann doch „gut“ sterben, versehen mit allen Gnadenmitteln unserer Kirche. Lasst uns vermehrt beten für die, die unverhofft, unversehen, gewaltsam und in großen Schmerzen sterben müssen. Wie mögen die Opfer auf ukrainischer und auch russischer Seite wohl ihre letzten Minuten hier erleben?

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