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Peter Hahne zum Synodalen Holzweg: Brunnenfrösche quacken um die Wette

Von Peter Hahne

 

Der große Hamburger Theologe Helmut Thielicke hat es einst auf den Punkt gebracht, wenn es um Wichtigtuer und deren Selbstüberschätzung geht: „Da träumt der Brunnenfrosch vom großen Ozean.“ Leute, die einmal am ganz großen Rad drehen wollen – dabeisein bei den Mächtigen.

Solche Brunnenfrösche findet man zum Beispiel auf Parteitagen – oder in Talkshows. Man denke nur an das ganze gegenwärtige Getöse um „Klima-Koalition“, „Zukunfts-Bündnis“, „Nachhaltigkeits-Regierung“ oder „Verjüngung der Partei.“

Bei CDU und CSU hat man übrigens den Eindruck, als fehlte im Team nur noch Johannes Heesters für den Bereich „Zukunftsmusik.“

Im Windschatten der großen Politik quaken derzeit, von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, auch katholische Brunnenfrösche um die Wette. Dieses Wettquaken nennt sich Synodaler Weg, von nicht allzu wenigen Kritikern auch als Holz- oder Irrweg bezeichnet.

Dieses katholische „Wenn wir schreiten Seit an Seit….“ hat sich nun am Wochenende selbst entzaubert: „Mit uns zieht die neue Zeit“…..weg von der Bildfläche, hinein in die Bedeutungslosigkeit.

Viele Wichtigtuer haben das wichtige Treffen so eilig verlassen, dass es vorzeitig beendet werden mußte. Von den 214 „Synodalen“ waren zuletzt nicht einmal mehr 150 anwesend. Der Rest hatte bereits vor Abschluß und Abstimmung die Flucht ergriffen und das Weite gesucht.

Die FAZ bilanziert nüchtern in ihrer Titelzeile: „Ein Ende im Eklat.“ So etwas nennt man Begräbnis erster Klasse. Oder auch: Viel Lärm um nichts.

Den Bischöfen und Laien, die es „denen da in Rom“ mal so richtig zeigen wollten, die voller Ironie auf diverse Erklärungen des Papstes herabblickten und einer fortschrittlichen Kirche Beine machen wollten, nahmen dieselben selbst in die Hand: auf und davon!

Doch im Ernst: Wen interessieren die Themen in der breiten Öffentlichkeit überhaupt, die von Kirche etwas anderes erwartet als ein regierungstreues Zeitgeist-Unternehmen mit angeschlossener Spiritualitäts-Abteilung?

Zeitgleich hatten sich zum Beispiel in einer niedersächsischen Kirche zum Erntedankgottesdienst Pfarrer und Greta-Jünger im Altarraum versammelt, um mit ideologischen Klima-Sprüchen ihr ganz besonderes Hochamt zu feiern. Parallel enthüllte BILD zum soundsovielten Male, welch ein Israel- und Judenhaß in dieser Truppe steckt.

Mehr Selbst-Entzauberung als der „synodale Abbruch“ vom Wochenende geht nicht. Selbst-Demontage vom Allerfeinsten. Zurück bleiben wieder mal die Schäfchen vor Ort, denen man „Hoffnung machen wollte auf eine neue Kirche mit frischem Wind.“ Die dürfen jetzt weiter treu und brav ihre Kirchensteuern bezahlen, damit sich die elitären Brunnenfrösche bis ins Jahr 2023 weiter zum Wettquaken treffen können.

BILD: Einer der zahlreichen Buchtitel von Hahne: „Niemals aufgeben!“ (Kern-Verlag)

Dabei wäre es doch so einfach, Kirche zu erneuern: sich statt auf synodale Irrwege auf den Weg konsequenter Nachfolge zu begeben und diesen auch nicht durch „Abreise“ abzubrechen. Gebet, Gottes Wort und Gebot, Gemeinschaft der Gläubigen, das sind ein paar wichtige Wegmarken gegen das Wettgequake, das nun erstmal ein jähes Ende gefunden hat.

Das gilt übrigens für alle Konfessionen, wenn sie überleben wollen: Die Konzentration auf den Markenkern ihres Glaubens. Auf das, was sie in dieser rat-, hilf- und orientierungslos gewordenen Welt konkurrenzlos wichtig macht.

Peter Hahne ist ehem. ZDF-Moderator, Bestseller-Autor und evangelischer Theologe. – Den vollständigen Text dieses Artikels lesen Sie hier: https://www.kath.net/print/76462

 

Kommentare

15 Antworten

  1. Im Gegensatz zu sehr vielen Katholiken lebt Peter Hahne sein Christsein. Erzbischof Gänswein ruft ihm bei manchen Begegnungen zu: ‚Hahne, bist du noch immer evangelisch?‘ Das kann doch einiges über Hahne aussagen, meinen Sie nicht, Onkel Guido`?

    1. Erzbischof Gänswein schwätzt auch von der spirituellen Teilnahme von Joseph Ratzinger am Papstamt warum sollte mich das beeindrucken, was Mgr von sich gibt?

          1. Guten Tag,
            seine Äußerungen über eine „kontemplative Teilhabe“ seien mißverstanden worden, erklärte Erzbischof Gänswein, es gäbe eindeutig nur einen einzigen rechtmäßigen Papst: https://www.katholisch.de/artikel/9542-franziskus-benedikt-xvi-ist-nicht-zweiter-papst
            Hier im Artikel von Peter Hahne geht es um den Synodalen Weg und nicht um Benedikt und entsprechende Gänswein-Aussagen, Sie sind bei anderen doch so kritiklustig, wenn diese nicht strikt beim Artikel-Thema bleiben, aber Sie selber lenken ständig mit Seitenhieben nach hier und dort genau davon ab.
            Freundlichen Gruß!
            Felizitas Küble

  2. „So berechtigt die Kritik auch sein mag an sich ist ein potestant nicht geeignet eine innerkatholische Angelegenheit zu beurteilen“

    Das dürfte unter die Rubrik „struktureller Rassismus“ fallen oder wollen Sie, lieber Onkel, jemanden aus der Diskussion ausschliessen? Im übrigen war der Synodale Weg eine rein protestantische Veranstaltung mit dem falschen Etikett, wo „Katholisch“ drauf steht.

    1. Guten Tag,
      Sie unterlassen es aber in Zukunft, einen christlichen Evangelikalen in Zusammenhang zu setzen mit Salafisten und okkultem Heidentum!
      Wo Sie doch sonst so gerne Ihre linke Toleranz präsentieren!
      Aber konservative Persönlichkeiten – ob katholisch oder evangelikal – werden von Ihnen gerne mit arrogantem Spott bedacht – und das nichtmal intelligent, sondern ausgesprochen banal. öde und platt.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

  3. Liebe Frau Küble,
    wäre es möglich, dass Sie auf die homepage neueranfang.online/manifest hinweisen? Dort wäre es dringend geboten, mit zu unterzeichnen, wenn man den 9 Thesen des Reform-Manifests für eine spirituelle Kirchenerneuerung und eine ehrliche Aufklärung der Missbrauchsfälle zustimmen kann. Beate Beckmann-Zöller

  4. Ja, der Artikel von Peter Hahne spricht mir als Katholikin aus dem Herzen. Dieser sog. Onkel Guido schreibt wahrscheinlich ohne Kenntnis der Zusammenhänge und Hintergründe einfach aus Langeweile und gefällt sich selbst dabei am Besten. Schönen Tag, Onkel Guido. Hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben!

  5. Guten Tag,
    Sie belieben zu scherzen? Mit dieser Logik wären Sie nämlich als Katholik auch „nicht geeignet“, den Text eines evangelischen Theologen – und das ist Hahne – zu beurteilen. Sodann äußern Sie sich ständig zur deutschen Politik, obwohl Sie in Wien leben. Sie sehen also, wie „sinnvoll“ Ihr Einwand ist.
    Freundlichen Gruß
    Felizitas Küble

    1. Es wäre mir neu dass Sie von mir Artikel zur deutschen Politik veröffentlicht haben.
      Ich schreibe Lesermeinungen auch zu Ihren Neuen Säulenheiligen Hahne (was tut man nicht alles, wenn es in der eigenen Konfession an Rückhalt fehlt)

      1. Guten Tag,
        ich habe von Ihnen hunderte von Leserkommentaren veröffentlicht (darunter sehr viele zur deutschen Politik), darum geht es – und nicht um die Text-Form (ob Artikel oder Kommentar). Auch zu Hahne können Sie sich hier seit Monaten räuspern, also kein Grund zum Jammern.
        Übrigens geht es nicht darum, daß es in der eigenen Konfession angeblich an Rückhalt fehlt, vielmehr praktizieren wir auch zu anderen Themen seit jeher eine konservative Ökumene, ob Ihnen das gefällt oder nicht.
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

          1. Guten Tag,
            Peter Hahne ist stärker in der katholischen Tradition verankert als der Synodale Irrweg, den er kritisiert, immerhin nimmt er die Gebote Gottes und die Heilige Schrift zum Maßstab, was man von diesem Gremium nicht behaupten kann. Dort gilt in erster Linie der Zeitgeist als Fundament, nicht der Heilige Geist.
            Übrigens besteht auf glaubenstreuer katholischer Seite ohnehin kein Grund zur „Verzweiflung“, wir haben die Verheißung Christi, daß ER uns zur Seite steht heute und morgen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
            Mit Ihrem Wortgedrechsel drehe ich mich aber nicht mehr weiter im Kreise.
            Freundlichen Gruß
            Felizitas Küble

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