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Pseudomystische „Familie Mariens“: Pater Sigl durch den Vatikan amtsenthoben

Kürzlich wurde der jahrzehntelange Leiter der „Familie Mariens“, Pater Gebhard Paul Maria Sigl, vom Vatikan abgesetzt. Dabei geht es offenbar auch um geistlichen Mißbrauch, wie er in charismatischen bzw. erscheinungsfixierten Gemeinschaften nicht selten ist, sondern geradezu als system-immanent betrachtet werden kann, denn es fehlt eine besonnene und bodenständige Spiritualität.

Hinter dieser „Familie Mariens“ (früher verbunden mit dem Titel „der Miterlöserin“) steht ein enger Kreis von Anhängern der vatikanisch nicht anerkannten „Marienerscheinungen“ von Amsterdam.

Wir haben sowohl über diese falschmystischen Phänomene wie auch über Pater Sigls Auftritte seit langem kritisch berichtet – siehe hier unsere 20 Artikel in einer Auflistung: https://christlichesforum.info/category/irrgeistige-erscheinungen/amsterdam-frau-aller-voelker/

Auch die italienische kath. Webseite „Adista-News“ befaßt sich mit den irrgeistigen Vorgängen in dieser Gemeinschaft und dem übergriffigen Führungsstil Pater Sigls. 

Wir zitieren hieraus einige Abschnitte:

„Tiefgreifende theologische und spirituelle Abweichungen und ein subtil tyrannischer Führungsstil, der den Mitgliedern der Familie Mariens 30 Jahre lang vom  geistlichen Leiter Pater G. Sigl (nun von seinem Amt abgesetzt) aufgezwungen wurde, haben deren persönliche und gemeinschaftliche Erfahrungen tiefgreifend beeinflusst und tun dies noch immer; das bestätigen die Zeugen, die wir kontaktiert haben, indem sie psychologische und spirituelle Traumata offenbaren, die ihr Leben weiterhin schwer bestimmen, selbst wenn sie es geschafft haben, sich wieder aufzubauen.

„Die Probleme der Gemeinschaft sind mit der Person von Pater Gebhard Paul Maria Sigl verbunden“, begann der Zeuge A.. „Er ist ein Mann mit enormer charismatischer Kraft und einer außergewöhnlichen Überzeugungskraft, dank derer es ihm gelingt, Menschen zu überzeugen, einer religiösen Berufung zu folgen, insbesondere junge Frauen mit einem starken Wunsch, sich Gott ganz zur Verfügung zu stellen.

Doch anstatt einen Weg der Berufungsfindung zu beschreiten, teilte er selbst den potenziellen Kandidaten mit absoluter Gewissheit die Art ihrer Berufung mit und berief sich dabei auf die Eingebung des Heiligen Geistes, die zu ihm gekommen war. Die Freiheit des Menschen wird nicht respektiert: Gott spricht durch ihn; dem Wort von Pater Paulus nicht zu gehorchen bedeutet, Gott selbst nicht zu gehorchen….Sie werden in eine Spiritualität hineingeführt, die fast ausschließlich mit Privatoffenbarungen verbunden ist, nicht nur mit den Amsterdamer Erscheinungen der – vom Vatikan verurteilten – Ida Peerdeman, mit der Sigl eng befreundet war, sondern mit vielen anderen, die einer Vielzahl von mystischen Gestalten zugeschrieben werden.“

 

Kommentare

10 Antworten

  1. Sehr geehrte Frau Küble,
    ich bedanke mich bei Ihnen für diese Information über die Absetzung des Vatikans von P. Gebhard Paul Maria Sigl !
    Da diese Gemeinschaft sehr viele „ Begeisterte“ — also „ Anhänger“ hat, bedauere ich gleichzeitig, dass die Veröffentlichung über die Amtsenthebung von P. Gebhard P. Maria Sigl nicht in größerem Rahmen / Umfang — z.B. als Überschrift in den Nachrichten des Vatikans veröffentlicht wurde, zumal P. Gebhard Paul M. Sigl, wie ich gelesen habe, seine „Anhänger“ weiterhin manipuliert !

    Noch gefährlicher sehe ich auch, dass die Priesterweihe durch Bischof Hnilica womöglich gar nicht gültig gewesen ist bzw. sein könnte… denn somit wären ja alle Taufen bzw. Sakramente vor dem Herrn auch ungültig!

    Ja, diese Reinigung ist wahrhaft auch eine Gnade von Gott.

    1. Guten Tag,
      selbst wenn Bischof Hnilicas Bischofsweihe nicht gültig gewesen wäre, so doch seine Taufen, die im Notfall sogar Laien gültig spenden können, für die anderen Sakramente genügt die Priesterweihe (die Firmung kann auch von Priestern gependet werden, wenn ein Bischof sie beauftragt – und das gilt sogar für Priesterweihen, wenngleich es in der Kirchengeschichte selten vorkam).
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

  2. Endlich wird die Kirche Christi gereinigt.
    Wenn auch langsam , aber immerhin.
    Wann endlich wird klar die Erscheinungsstätte Medjugorje abgelehnt? Ist fast schon gar nicht mehr möglich bei dem Pilgerstrom .
    Alles lief viel zu zögerlich. Immer die Sorge, man lässt seine anvertrauten Schäfchen nicht auf jeder Wiese grasen.
    Zigmal kommissarisch prüfen lassen und die Betrüger können trotzdem weitermachen.

    1. Von Betrügern spricht der Richter, nachdem er ein ordentliches Verfahren geführt hat. Ansonsten gilt das Wort: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werden. Die Feststellung, dass nichts gegen die Übernatürlichkeit von den Botschaften in Medjugorje festgestellt werden kann, kann immer (!) nur nach Abschluss der Erscheinungen gemacht werden. Bis dahin steht es jedem frei, Privatoffenbarungen selbst zu prüfen: Vergleich mit der Hl. Schrift; Beobachtung des sittlichen Lebens der Seher und Seherinnen und bisherige medizinische Untersuchungen. Entscheidend ist für den Zweifler bzw. Gegner letzlich, ob er bereit ist, der Aufforderung des Evangeliums zu folgen: Betet allezeit; Fastet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet; Das ist es, was Gott will, eure Heiligkeit; …Wenn er diese Forderungen ablehnt, dann lehnt er sicherlich auch die Privatoffenbarung in Medjugorje ab. Er darf und kann die Privatoffenbarung in Medjugorje ablehnen, aber er darf nicht die Aufrufe des Evangeliums ablehnen und gravierend sündigen. Schließlich noch eine Bemerkung zum Gottesbild. Gott ist barmherzig und gerecht und souverän…! Aber zuerst geht er auf den Menschen aus Barmherzigkeit zu, damit er sich bekehre. Und dazu dienen übernatürliche Privatoffenbarungen. Und der souveräne, personale Gott kann die christliche Theologie allgemein die Möglichkeit der Privatoffenbarung niemals ausschließen.

      1. Guten Tag,
        es stimmt nicht, daß die Kirche bei Privatoffenbarungen erst nach dem Ende derselben ein Urteil fällen kann.
        Sie hat mehrfach in der Vergangenheit das Gegenteil bewiesen – und das ist auch logisch.
        Wenn es bereits Belege für theologische oder spirituelle Irrtümer gibt, ist kein weiteres Abwarten nötig, vielmehr die Sachlage klar.
        Die Kirche samt Vatikan hat in Heroldsbach auch nicht zu Ende abgewartet, sondern „mittendrin“ eine klare Ablehnung ausgesprochen.
        Auch in Garabandal wurde bereits vor dem Ende der Erscheinungen negativ entschieden.
        Im übrigen ist die göttliche Offenbarung mit Christus und nach dem Tod des letzten Apostels b e e n d e t bzw. abgeschlossen.
        Das ist katholisches DOGMA.
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

  3. Es gibt eben nicht nur Betrüger auf dem Kapitalanlagemarkt, sondern auch im geistlichen Bereich.

    Eine Aussage von Arthur Schopenhauer:
    „Die Wilden fressen einander,
    die Zahmen betrügen einander.“

    „Es ist so bequem, unmündig zu sein.“ Kant

  4. hallo freunde, ich möchte euch mitteilen, dass ich einige jahre (1997 bis 2007) ein begeisteter anhänger von pater paul sigl und seiner gemeinschaft familie mariens der miterlöserin war.
    ein kritisches Buch über die angeblichen Marienerscheinungen in medjugorie haben mir dann plötzlich die augen geöffnet. der autor E. Michael Jones konnte ziemlich gut darlegen, dass der Bischof (Maria Hnilica), der den Pater Sigl mit 3 anderen priestern in den 90ern geweiht hat, vermutlich gar kein echter bischof war. das ganze hat mich sehr tief erschüttert. ich konnte meine damaligen religiösen freunde nicht von meinen unglaublichen recherchen überzeugen. ich weiss, dass die ganzen charismatischen gruppierungen alle fehlgeleitet sind. aber dagegen ankämpfen ist nicht möglich. Die losgelassene Dämonie hinterlässt überall seine spuren.

      1. Guten Tag,
        selbst wenn dies so wäre, dann war er es nicht vor über 20 Jahren, als er das kritische M-Buch schrieb.
        Sie können wohl die verschiedenen Bereiche nicht auseinanderhalten.
        In dem Buch, das ich im Unterschied zu Ihnen genau kenne, findet sich keine einzige antisemitische Zeile.
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

    1. Ich schätze, die angebliche Geschichte, dass Bischof Maria Hnilica kein echter Bischof war, ist kompletter Blödsinn, wenn auch nicht so abgrundtief boshaft wie Antisemitismus.
      Aber dass Sie wirklich durch ein kritisches Buch bezüglich Medjugorje zum Umdenken gebracht wurden ist sehr bemerkenswert. Könnte leicht sein, dass solche Umkehr seltener ist als eine sakrilegische Erscheinung.

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