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Der Verband kinderreicher Familien Deutschland begrüßt grundsätzlich die Bereitschaft zur Reform der Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Umso mehr bedauert er, dass der vorliegende Vorschlag Familien mit drei oder mehr Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen nicht berücksichtigt.

Er geht an der Realität von Mehrkindfamilien vorbei, obwohl jedes vierte Kind in einer solchen aufwächst.

Besonders deutlich wird diese Lücke bei Familien, in denen eines oder mehrere Kinder mit Behinderung oder chronischer Erkrankung aufwachsen. Ob Pflegegrad, Autismus-Spektrum-Störung, ADHS oder andere nicht sichtbare Beeinträchtigungen – der Betreuungsaufwand in diesen Familien übersteigt das ohnehin schon hohe Maß in kinderreichen Haushalten noch einmal erheblich.

Eltern, die gleichzeitig mehrere Kinder versorgen und dabei ein oder mehrere Kinder mit besonderem Förderbedarf begleiten, sind in ihrer Erwerbstätigkeit strukturell eingeschränkt. Diese Realität findet im vorliegenden Reformvorschlag keinerlei Berücksichtigung. Obwohl gerade diese Familien auf einen verlässlichen Versicherungsschutz besonders angewiesen sind.

„Der Unterschied zwischen einem und drei Kindern im Haushalt ist enorm. Das zeigt sich im Alltag, in der Belastung, im Zeitaufwand, im Geldbeutel. Nur noch 12% der Familien sind bereit, diesen Einsatz auch für die Zukunft dieses Landes zu leisten.
Wer das in einer Reform zur Familienversicherung nicht abbildet, hat Mehrkindfamilien schlicht übersehen“,
zeigt sich Dr. Elisabeth Müller, Vorsitzende des Verbandes, enttäuscht.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist eines der tragenden Solidarinstrumente unserer Gesellschaft. Sie beruht auf einem Generationenvertrag: Die heute Erwerbstätigen finanzieren das System, während Familien durch ihre Kinder die Beitragszahler von morgen großziehen. Diesen Vertrag muss jede Reform ernst nehmen.

„Unsere Forderung ist klar: Die beitragsfreie Mitversicherung muss für alle Elternteile gesichert bleiben, solange das jüngste Kind im Haushalt unter 18 Jahren ist – und das ohne Wenn und Aber. Für Mehrkindfamilien darf es hier keine Abstriche geben“, so Dr. Müller.

Der Verband appelliert an das Expertengremium und die Politik, eine Reformkorrektur für Mehrkindfamilien vorzunehmen. Wer heute die Grundlage für die künftigen Beitragszahler schafft, verdient verlässlichen Schutz und nicht Streichungen.

Kommentare

3 Kommentare

  1. Dringend nötig, Mehrkinderfamilien in den Blick zu nehmen. Sie leisten die allen zugute kommende Solidarität und die gesellschaftliche Last. Es darf nicht dabei bleiben, dass der Aufwand der Mehrkinderfamilien privatisiert, der Nutzen aber sozialisiert wird.

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